Dokumente zur Geschichte der Lebensreform

Das Schweizerische Sozialarchiv hat in Form der Sammlung Peter F. Kopp Dokumente zur Lebensreform archiviert. Beim Reiter „Aktenserien“ habe ich nicht genauer geschaut, was online einsehbar ist. Aber man kann sich drei Filme ansehen, die sich für den Interessierten lohnen:

  1. ons zeigt: Neu Hellas – I. Weltsporttreffen und V. Intern. Kongreß der FKK 1939 / das lichtheim – die neue zeit
  2. Naturisten-Gelände Thielle, ca. 1970
  3. die neue zeit – der 70er Jahre – ein querschnitt von ch. fankhauser

Ausstellung: Hellerau – Ort der Moderne

Das Zentrum für Baukultur Sachsen kuratiert eine Ausstellung zur „Gartenstadt Hellerau“ mit Fokus auf den Jahren 1908 bis 1914. Die Ausstellung fällt in die Zeit der seit 2012 laufenden Bewerbung zur Anerkennung des Siedlungsprojektes als UNESCO-Weltkulturerbe.

Besucht werden kann die Ausstellung im Zentrum für Baukultur in Dresden vom 9.9.22 bis 22.10.22, jeweils Die. bis Sa. 13-18 Uhr.

No matter what my German voters think

Wenn ich mich wundere, wie schwurbelige Coronaversteher die Querdenker durch die Bank als rechtsextrem verorten und es im gleichen Schachzug schaffen, die gesamte Lebensreformbewegung in den Dreck zu ziehen, dann brauche ich ja nur in die „Restgesellschaft“ zu schauen.

Die Tagesschau (aber auch Spiegel und weitere Medien) macht es ja gerade vor: Baerbocks Aussage darüber, daß ihr egal ist, was ihre deutschen Wähler denken, ist EINDEUTIG. Da gibt es inhaltlich nichts auszudeuten. Es ist eine Aussage, die ihrem  Amtseid entgegensteht. Sogleich springt die Tagesschau gegen Ende des #baerbockruecktritt-Tags mit einem langen Artikel in die Bresche: alles nur pro-russische Propaganda.
(In der 20:15-Sendung ist das aber kein Thema…)

Verstehen wir uns richtig: Baerbock, die bislang in so gut wie jeder Hinsicht nur sub-par aufgefallen ist, erhält kostenlose Schützenhilfe von einem Nachrichtenformat mit großer Verbreitung in der Gesellschaft. Klassischer Fall von Reframing, aber auch ein ganz platter Angriff auf die Intelligenz der Menschen. Doch ich bin mir sicher, viele glauben diese zurechtgerückte „Wahrheit“. Dabei ist es natürlich völlig egal, ob ein russisches Nachrichtenportal, ein bulgarisches oder ein Watch-Blog von den Shetlands die Story bringt: der Inhalt zählt, die konkrete Aussage. Nicht so für die Tagesshow, die ich schon oft in diesem Blog kritisiert habe.

Diese Ebene des gebührenfinanzierten Reframings habe ich so über. Gerade wo Schlesinger weg ist,über konkrete politische Beeinflussung beim NDR diskutiert wird, macht die Tagesschau statt neutraler Berichterstattung eine ähnliche Aktion. Leider wird Baerbock auch mit dieser Nummer wieder durchkommen.

Greiner – Die Diktatur der Wahrheit

Was ist in dieser Woche so alles passiert?

  • Habeck und Scholz fliegen mit 80 Personen ohne Masken im Flugzeug nach Kanada. Das ist – trotz PCR-Test- gesetzeswidrig, aber wird eben so gemacht. Frage auch: Sind die eingeladenen Journalisten besonders treue Systemlinge?
  • Als wäre es die sprichwörtliche Retourkutsche für die Kritik, wird wenige Tage später die Verschärfung der Maskenpflicht auf FFP2-Masken in Bus, Bahn, Flugzeugen beschlossen.
  • „Daran erinnere ich mich nicht“ erinnert sich an die maskenlosen Fluggäste und ordnet nun Maskenpflicht für Regierungsflüge an.
  • Der Ravensburger Verlag knickt vor Wokeism ein und zieht Indianderbücher aus dem Verkauf. Die ARD legt nach: die klassischen Winnetou-Filme werden nicht mehr ausgestrahlt. Das darf man DDR 2.0 nennen.
  • Eine neue Spezies im Pflegebereich wurde entdeckt: die Krankenschwesterin.
  • Künstler erhalten Auftrittsverbot, weil sie helle Haut mit Rastas kombinieren (und Spaß am Reggae haben).

Ich fühle mich nah an dem, was Danisch als „Bürger-Burnout“ hinterfragt…

… und auf meinem Lesetisch liegt Greiners „Wahrheit“, ein vom „Inflationsheiligen“ Ludwig Christian Häusser genommener Titel. In die Hand genommen, weggelegt, wieder angelesen, zurück ins Regal gestellt. Ach komm, da muß ich doch mal durch.
[Erste Auflage 2022, Tropen-Verlag]

„Greiner – Die Diktatur der Wahrheit“ weiterlesen

Was hier gerade passiert…

hat Fabian Nicolay für die Achse präzise in einem Satz zusammengefaßt:

„Der Souverän ist über die Jahre zur Verfügungsmasse einer Elite geworden, die den Bürgern immer mehr freiheitliche Selbstverantwortung entzieht, statt um deren Mandat zu werben und konkurrenzfähige Konzepte zu entwickeln.“

Lesenswert!

 

Indianer bei Ravensburger

Bekanntlich hat der Ravensburger Verlag neue Indianer-Bücher in der Erzähltradition von Karl May aus dem Verkauf gezogen, nachdem „Personen“ sich über Rassismus und kulturelle Aneignung beschwert hatten. Die ARD zog nach: die klassischen Winnetou-Filme mit Pierre Brice und Lex Barker werde man nicht mehr ausstrahlen.

Mein Indianerbild hat sinnigerweise genau dieser Ravensburger Verlag mit dem nebenstehenden Buch von 1977 geprägt. Geschrieben wurde es – und bereits 1961 bei Ravensburger erstveröffentlicht – von Oliver La Farge, der – daran sollte man Ravensburger mal erinnern – zeitlebens für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner, die er studierte, über die er schrieb, eintrat. Der Band wurde in die Bestliste (sic!) des Deutschen Jugendbuchpreises aufgenommen. Da war die Welt noch in Ordnung. „Indianer bei Ravensburger“ weiterlesen

Ausstellungen zum Thema Wasser

Das Museum Wiesbaden zeigt zwei Sonderausstellungen, die sich mit dem Thema Wasser befassen. „Vom Wert des Wassers – alles im Fluß?“ – In dieser Ausstellung geht es um das Leben an und mit Gewässern, um entsprechende Ökosysteme und auch deren Schutz. Sie ist bis 5.2.23 zu sehen.
In „Wasser im Jugendstil“ geht es um Wasser als Inspirationsquelle für Künstler. Zu sehen bist 23.10.23.

Lubenow: Vier Frauen am Meer (Kurzrezension)

Der Roman von Svea Lubenow spielt im Jahr 1925 im v.a. Fischländer Ort Ahrenshoop an der Ostseeküste, der u.a. für seine Künstlerkolonie bekannt ist.
Protagonistin, möglicherweise mit biographischen Anteilen der Autorin, ist Gitta, die sich von ihrem Elternhaus emanzipiert, zunächst durch Beitritt zu einer lebensreformerischen Loge, dann durch Umzug nach Ahrenshoop, wo sie mit drei anderen Frauen ein Schneideratelier für expressionistisch gestaltete Kleider gründet.

Für die schon 26-Jährige heißt Emanzipation auch Suche nach einem Mann. Der Erste entpuppt sich als „Windbeutel“, auch wenn er „wild und verwegen anmutete wie ein Freibeuter“, der zweite braucht „Auftauzeit“, um zum Finale Grande zu kommen. „Lubenow: Vier Frauen am Meer (Kurzrezension)“ weiterlesen