Brust an Brust zum Frust?

Durch die Nachrichten der letzten Woche lief die Meldung, in städtischen Bädern Göttingens dürfen Frauen, äh, Menschen mit Brüsten, nun am Wochenende „oben ohne“ baden.
Dies geht zurück auf die Agitation einer Initiative namens „Gleiche Brust für alle“ und eine Person namens Mina Berger, die im letzten Jahr oben ohne badete, obgleich sie sich dem Vernehmen nach als non-binär sieht.

Spannend diese neue Entwicklung, war doch noch vor einiger Zeit eine Diskussion dazu entbrannt, ob String-Tangas im Wellness-Bereich getragen werden dürfen.

Aus lebensreformerischer Sicht ist die Regelung meiner Meinung nach eher zu begrüßen. Auch wenn ich selbst binär denke, könnte eine größere „Freizügigkeit“ (eine Freiheit zu etwas) zu mehr Natürlichkeit und Gleichheit führen. Natürlich berührt die Diskussion das „ewige“ Spannungsfeld Nacktheit und Erotik, das ich hier und hier schon bearbeitet habe. Man kann einen Körper völlig „erotisieren“, jede Nacktheit sexuell deuten, aber andererseits auch gänzlich „enterotisieren“, was eben eine Gefahr bei dieser Neuregelung ist, da die weibliche Brust ja sekundäres Geschlechtsmerkmal ist und auch eine Funktion im Rahmen der Sexualität erfüllt.

Spannend ist, daß sich auch ein potentieller Konflikt zweier v.a. linker Sphären anbahnt. Denn auf der einen Seite wird für das Recht gekämpft, Burkinis tragen zu dürfen, andererseits sollen Menschen jedweder Geschlechtsidentität oben ohne baden können. Das ist so ein typisch linkes Phänomen, sich für jede „benachteiligte“ Gruppe einsetzen zu müssen, auch wenn jenseits dieser Agitation massive Konflikte schwelen, die man lieber nicht angeht. Es ist auch der Traum, daß sich alle „liebhaben“, wenn man sie so sein läßt, wie sie sein mögen. Das ist ein Irrglaube. Ich habe dazu im oben verlinkten Artikel (String-Tangas) schon etwas geschrieben.

Empfehlen möchte ich noch den Artikel von Ulrike Stockmann auf AchGut. Sie geht auf die „Entsexualisierung“ des (v.a. weiblichen) Körpers ein, die sie ablehnt. Sie selbst habe ein Interesse daran, auf Männer sexuell zu wirken. Stockmann arbeitet heraus, daß es sich hier um keine genuin weibliche Forderung handelt, sondern um Gender-Aktivismus. Auch Stockmann zum Burkini:

„Burkini und Barbusigkeit vertragen sich einfach nicht. Es dürfte spannend bleiben, wie sich diese feministische Enthüllung weiterentwickelt, da hier Interessen kollidieren, die offiziell nicht kollidieren dürfen.“

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