Rudolf Bahro – Die Logik der Rettung (Hausarbeit) – Teil 3

Fortsetzung von Teil 2

Persönliche Stellungnahme

Zu Beginn möchte ich sagen, daß ich das Werk, die Postulate Bahros gut nach­vollziehen kann, insbesondere die großen Schritte und Erklärungslinien.
Das Selbstausrottungsschema ist logisch, auch ich sehe die heutige „Umweltkrise“ und die Art, wie Menschen miteinander umgehen, als ein Problem des menschlichen Geistes, sehe den Bahroschen Ansatzpunkt der Conditio Humana, d.h. ich bin davon überzeugt, daß wir das Patriarchat hinter uns lassen müssen und v.a. die sogenannte Megamaschine. „Rudolf Bahro – Die Logik der Rettung (Hausarbeit) – Teil 3“ weiterlesen

Schöpfungswonne und Erlösungsmotiv

In den Beiträgen zu Bahros ‚Logik der Rettung‘, insbesondere in Teil 1, ging es um die Entwicklung des menschlichen Geistes von seinen Anfängen bis hin zum ‚toten Geist‘ in der industriellen Megamaschine.

Ich lese gerade ein interessantes Buch, das sich auch mit dieser Geistesentwicklung befaßt, konkret dem Widerspruch zwischen „Religion und Eros“. Das gleichnamige Werk ist von Walter Schubart; die Erstausgabe datiert aus dem Jahre 1941, mir liegt ein Sonderdruck von 1978 vor.   „Schöpfungswonne und Erlösungsmotiv“ weiterlesen

Rudolf Bahro – Die Logik der Rettung (Hausarbeit) – Teil 2

Fortsetzung von Teil 1

Der mental-rationale Geist

An dieser Stelle setzt die vierte und heutige Bewußtseinsstufe an, der mental-rationale Geist, vorangelegt in der Conditio Humana. Charakteristisch ist, daß nun die Wirtschaft und die Institutionen nach oben hin über das Bewußtsein ausgelagert wurden und dieses nun dominieren. Der lebendige Geist wurde unterjocht von der Kapi­taldynamik und ist nun lediglich Funktionär der Megamaschine. Kapitaldynamik meint folgendes: Nach dem Schwert des Kriegers wurde nun das Geld des Kaufmanns das Mittel zur Macht. Hinter dem Profitmotiv des kapitalistischen Industriesystems steht das Machtmotiv, der Wunsch, sich Freiheit von etwas zu erkaufen, statt Freiheit zu etwas zu erlangen. Geld dient damit nur der Abkopplung von der Gemeinschaft, dient als Charakterpanzer für das schwache Ich. Und last not least steht Geld für das Leistungsprinzip in unserer Gesellschaft. „Rudolf Bahro – Die Logik der Rettung (Hausarbeit) – Teil 2“ weiterlesen

Rudolf Bahro – Die Logik der Rettung (Hausarbeit) – Teil 1

Vorbemerkung 2019

Lange ist es her, als ich im Sommersemester 1993 im Fach Politologie (des Fachbereichs Sozialarbeit der Fachhochschule Köln) die Hausarbeit über Bahros „Logik der Rettung“ schrieb. Dozent war Prof. Lange, der die Arbeit und die sich anschließende mündliche Prüfung mit „sehr gut“ bewertete.

Auf Facebook habe ich vor einigen Tagen meine Gedanken zu (und Kritik an) Greta Thunberg formuliert, am Ansatz, „von oben“ über die Herrschenden / Regierenden eine Veränderung bewirken zu wollen, anstatt von unten Bewußtseinsbildung und Änderung anzustreben. Bahro ist nach wie vor aktuell, das fiel mir gerade beim Querlesen in der Hausarbeit auf – auch wenn Thunberg bei weitem nicht der „Fürst der ökologischen Wende“ ist, wie Bahro ihn sich vorstellt. Daher will ich sie hier in mehreren Teilen einstellen.
Bitte beim Zitieren / Verwenden das Copyright beachten. Bitte ebenso beachten, daß der Text meine Gedanken so ausdrückt, wie es vor über 25 Jahren der Fall war; eine Anpassung an meine heutige Ausdrucksweise habe ich unterlassen. „Rudolf Bahro – Die Logik der Rettung (Hausarbeit) – Teil 1“ weiterlesen

Deliberalisierung

Mehrere Medienberichte zitieren aktuell eine Studie mit dem Namen „The Naked Truth“ der Londoner Goldsmiths University, veröffentlicht im Journal of Happiness. Laut dieser Studie haben FKK-Anhänger mehr Selbstbewußtsein und ein besseres Körpergefühl.

Dennoch ist FKK ziemlich „out“. Hierzu wird der Sexualwissenschaftler Kurt Starke zitiert, der der FKK „Unwesentlichkeit“ sowie ein neues „Nacktheitstabu“ attestiert. Selbst in der ehemaligen Hochburg der FKK, Prerow auf dem Darß, sei der FKK-Bereich massiv reduziert und mit dem Hundestrand gekoppelt worden. Starke sagt ja immer mal wieder etwas zum Thema Sexualität und FKK; hatte ich hier auch schon erwähnt. „Deliberalisierung“ weiterlesen

Fuerteventura (2)

Für den 4. Tag hatten wir keine konkrete Planung. Während unser Sohn im Hotel blieb, sahen meine Frau und ich uns Corralejo an. Im Hafen stießen wir auf ein Angebot für eine „Delphin-Safari“ am gleichen Tag mit einem Forschungsboot. Schnell ließen wir unseren Sohnemann per Taxi vom Hotel zu uns transportieren, aßen kurz etwas, dann ging es schon aufs Schiff. Wir fuhren nach Osten von der Insel weg, kamen durch eine Schleife nach Norden nah an Lanzarote ran und liefen später einmal um die Isla de Lobos herum, um nach Corralejo zurückzukehren. Der Skipper und unser Guide Alberto waren begeistert: so viele Delphine sehe man selten… Leider ist es recht schwer, gute Aufnahmen zu machen, da man sehr schnell auslösen muß, wenn man die Tiere sieht, was oft dazu führt, daß sie schon wieder mit dem Kopf im Wasser sind – zumindest bei meiner älteren Kamera. Dafür habe ich einige Videos gemacht.

„Fuerteventura (2)“ weiterlesen

1913 (F. Illies) – Kurzrezension

Illies zum Meißner-Treffen der deutschen Jugendbewegung im Oktober 1913: „Man beschließt, dass alle ‚Veranstaltungen der Freideutschen Jugend alkohol- und nikotinfrei‘ sind. Es ist kein Wunder, dass daraus keine Revolution wird. Alkohol- und nikotinfrei!“

Ich habe das Zitat herausgegriffen, weil es mich ein wenig ärgert, wenn Illies gerade zu diesem, von ihm stiefmütterlich behandelten Thema (Jugendbewegung, Lebensreform) eine flache Bemerkung macht und schon wieder beim nächsten Punkt angelangt ist.

Mit Blick auf die Kurzrezension zu 1900 bietet sich an, schnell ein paar Worte „zum Illies“ zu sagen, zum hochgelobten „Sommer des Jahrhunderts“. Beide Bücher sind ähnlich aufgebaut, schildern episodenhaft und aus verschiedenen Blickwinkeln ihr Thema. Der große Unterschied liegt darin, daß bei Michalzik ein tragender Ankerpunkt da ist, nämlich der Monte Verità: alle Erzählungen, alle Anekdoten und kolportierten Schrulligkeiten der Protagonisten werden zu diesem Berg hin rückgebunden. Bei Florian Illies ist das „nur“ eine Jahreszahl. Wir betreten das Jahr mit dem Thema Kafka und seiner Angebeteten Felice Bauer und verlassen es mit Arthur Schnitzler. Pro Monat werden etliche Namen ins Rennen geworfen, zu denen es keinen Hintergrund im Buch gibt. Personen treten auf, wieder ab, Beliebigkeit. Die Charaktere bleiben mir als Leser fremd, sie sind blaß. Viel wichtiger aber: ein Spannungsbogen fehlt gänzlich, was natürlich dem Thema Jahreslauf / 1913 geschuldet ist. Ich fand das Buch spätestens ab dem Monat Juli langweilig. Vielleicht spielt hier auch mit rein, daß sich das Buch fast ausschließlich mit der künstlerischen Avantgarde jener Zeit befaßt. Wer meint, der aufziehende 1. Weltkrieg sei hier vertieft Thema, der irrt.

Letztlich ist das Buch demjenigen zu empfehlen, der über die verschiedenen Kunstszenen jener Zeit bereits gut informiert ist und hier noch einmal ein Kondensat des Jahres 1913 lesen möchte. Ich konnte dem Buch nicht viel abgewinnen und habe die Monate ab August nur noch überflogen.

Fuerteventura (1)

2016 waren meine Frau und ich mit unserem jüngeren Sohn für eine Woche in den Herbstferien auf Fuerteventura, einer der beiden östlichsten, sandigsten kanarischen Inseln. Da ich damals das Blog nicht so intensiv betrieb, habe ich keinen Reisebericht erstellt – oder zumindest ein paar Impressionen geteilt. Das will ich nun nachholen und auch gleich darauf hinweisen, daß es bald auch einen vielleicht etwas ausführlicheren Bericht über Teneriffa (2018) geben wird.
(So ganz stimmt das nicht: ich habe kurz zum Thema FKK und Fuerteventura etwas geschrieben.)

Also zu Fuerteventura: Wir sind am Anreisetag mit Iberia Express von Frankfurt via Madrid auf die Kanareninsel geflogen. Nachdem das Auto von der Mietstation abgeholt war, fuhren wir zunächst zum Check-In ins Hotel. Das war so eine typische, große All-In-Anlage, aber durchaus mit einem gewissen Charme. Wir hatten ein kleines Zwei-Raum-Appartement nah am Pool – paßte.

Am Nachmittag ging es zu Fuß durch Corralejo zum Strand und an diesem entlang Richtung Süden. Wir schauten den Surfern zu, kehrten dann über das Ödland südlich von Corralejo zum Hotel am Ortsrand zurück.

Am 2. Tag waren wir zunächst an der nördlichen Westküste beim Leuchtturm (Faro) de Tostón. Wir wanderten eine Runde, die uns vom Parkplatz im Ödland zum Leuchtturm brachte und näher am Meer wieder zum Auto zurück.

Von dort ging es zum etwas südlicher liegenden Fischerort El Cotillo. Dort haben wir in einem kleinen Restaurant (El Mirador) zu Mittag ein paar Tapas gegessen. Das war auch unser „Problem“ mit dem Hotel: wir brauchen definitiv kein „All inclusive“, denn wir essen gerne unabhängig und insbesondere auch die örtlichen Speisen. Früstück würde völlig ausreichen…
Nach dem Essen badeten wir in der recht hohen Brandung am Südstrand von El Cotillo. Schwimmen war bei dem Wellengang nicht möglich.

Zum Tagesabschluß waren wir noch kurz im „Ecomuseo“ von Tefía, das ein Freilichtmuseum ist, in dem die traditionellen Lebens- und Arbeitsweisen in Fuerteventura dargestellt werden. Wir sind da eher schnell durchgerauscht, da die Dame am Einlaß kurz vor dem Feierabend war.

Der nächste Tag brachte wieder eine Autofahrt an die Westküste. Zunächst hielten wir am Mirador (Aussichtspunkt) Morro Velosa, von dem man einen traumhaften Ausblick vor allem über die Nordspitze der Insel hat. Im Anschluß besichtigten wir die alte Hauptstadt, Betancuria, wo wir zu Mittag wieder in eine Tapas-Bar einkehrten (Bodegón Don Carmelo). Zum Abschluß besichtigten wir weiter im Süden die Cuevas (Höhlen) de Ajuy. Vom Ort aus wandert man gleich an der Steilküste entlang zu den kleinen und größeren Höhlen.