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Corona: Erste Hilfe ohne Beatmung? Fahrlässig!

Am 1.10. sendete die Doku-Reihe „Planet Wissen“ eine Folge zum Thema Erste Hilfe. Da wurde nun allen Ernstes gesagt, in „Corona-Zeiten“ werde empfohlen, nicht zu beatmen – die Herzdruckmassage sei ausreichend.

Grundsätzlich war die Entwicklung im Bereich der Ersten Hilfe die, daß man die Beatmung gegenüber der Herzdruckmassage weit „zurückgefahren“ hat. Man geht davon aus, daß noch soviel Sauerstoff im Blut ist, daß es vor allem darauf ankomme, diesen mittels Druckmassage durch den Körper zu pumpen. Daher bislang die Regel: 30mal drücken, zweimal beatmen.

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Ohne Bikini geht die Nina nie … in die Niederrhein-Therme

Seit gestern sind Meldungen in den diversen Medien, daß die Niederrhein-Therme in Duisburg das Tragen zu knapper Badebekleidung verboten habe. Das betrifft Bikinis (Brazilian Bikinis) bzw. auch String-Tangas. Burkinis sind explizit erlaubt.

Einer meiner Lieblingsblogger, der Herr Danisch, hat so schnell, wie er immer ist, bereits sehr gut gekontert. Die Sprecherin der Therme habe gesagt, String-Tangas gehörten nicht in einen Wellness- und Gesundheitsbereich. Richtig, meint Danisch, da geht man nackt hin. (Nebenbei kann man im Beitrag erfahren, daß Danisch selbst FKK-Erfahrungen mit Koversada hat. Ich habe die Insel hier und hier kurz beschrieben.)

Zwischenzeitlich soll der Träger der Niederrhein-Therme die entsprechenden Hinweisschilder für die Badegäste wieder entfernt haben, da außerhalb des FKK-Bereichs der Schambereich bedeckt sein müsse, was auch bei knappen Bikinis der Fall ist. Auch hier stellt Danisch in seinem o.g. Artikel fest, daß mit dieser Aussage im Grunde „Oben ohne“ erlaubt ist.

Wir sind in einer grotesken Situation: Aus der Bundesrepublik Deutschland ist die Bunte Republik geworden. Man will alles sein, alle Farben tolerieren, solange kein Braun darunter ist. Nicht nur Refugees sind „welcome“, jede Sonderform wird nicht nur toleriert, sondern von den entsprechenden Institutionen, die daran ein Interesse haben, gefördert. Wir haben nun drei Geschlechter, Facebook kennt nach dieser Liste gleich 60. Wir schreien als Gesellschaft das „Sei anders!“ nur so heraus.
Doch es kann nicht übersehen werden, daß unter den in den letzten Jahrzehnten hinzugekommenen Bürgern solche sind, die konservativen religiösen Vorstellungen anhängen und definitiv nur zwei Geschlechter kennen. Und davon muß eines sich bedecken und jegliche körperliche Reize für Außenstehende ausblenden.

Dieser Konflikt ist lange nicht gelöst. Er kann auch nicht gelöst werden, glaube ich, weil die Differenz zwischen den „Bunten“ und den „Konservativen“ so groß ist. Bei der Jungen Freiheit kann man lesen, daß im Stadtteil Hamborn, in dem im übrigen meine Mutter geboren wurde, der Migrantenanteil bei deutlich über 50% liegt.

Manchmal frage ich mich, wofür die historischen Lebensreformer gekämpft haben… Seinerzeit war es mit Risiken verbunden, sich in der Öffentlichkeit nackt zu zeigen. Daher entstanden die FKK-Gelände im Wald oder an Seen, wo man unter sich sein konnte.
Heute muß man fragen: Gehen wir da wieder hin?

Ich glaube, es gibt zwei Lösungen, eine kleine und eine große. Die kleine Lösung wäre der vermehrte Zulauf zu FKK-Vereinen mit eigenem Gelände. Damit hat man de facto eine kleine Nebengesellschaft mit eigenen Regeln. Das hatten wir schon einmal, das wäre ein Rückschritt.

Die große Lösung ist die, daß die Interessengruppen, die Burkini-Thermen möchten, sich solche bauen für „ihre Leute“. Es kann mir keiner sagen, daß die ständig medial präsenten Clans nicht genügend Knete für die eine oder andere Therme hätten. Da kann man(n) dann mit Neoprenanzügen schwimmen, die Dame mit Burkini – alles gut.

Was das aber heißt, ist klar: So wächst in Deutschland das nicht zusammen, was von den Vertretern der „bunten Republik“ so herbeigeschrien wird. Damit wird auch klar, daß das keine „zwei Lösungen“ sind, sondern „workarounds“. Eine einvernehmliche Lösung kann es insbesondere mit Vertretern eines konservativen Islams nie geben. Daher war der „Kampf“ der historischen Lebensreformer auch nur in ihre Zeit eingebunden; manchmal meine ich, es sei ein leichterer gewesen, als der, der noch bevorstehen kann.

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Nutri-Score

Quelle: Wikipedia / Public Domain

Heute morgen las ich, daß sich die Ernährungsministerin Klöckner für den Nutri-Score einsetze. Dieser werde nun im November 20 in Deutschland eingeführt, allerdings ist die Nutzung seitens der Hersteller der Produkte freiwillig. Das sei, so Klöckner, auch nicht im nationalen Alleingang zu schaffen, sondern eine Verpflichtung müsse durch die EU beschlossen werden.

Der Nutri-Score gibt die Nährwertqualität eines Produktes mit einer Buchstaben- und Farbkombination an: von A (grün = gut) bis E (rot = schlecht). Das System kommt aus Frankreich, wo es bereits 2017 eingeführt wurde. Mehr Infos dazu in der Wikipedia oder auch beim dreisprachigen (Englisch / Französisch / Spanisch) NutriScore.blog.

Grob gesagt, verschiebt sich die Bewertung Richtung A bei Vorhandensein von Proteinen, Ballaststoffen, Anteilen von Obst, Gemüse und Nüssen am Produkt. In Richtung E geht es bei viel Zucker, gesättigten Fettsäuren, viel Natrium und einem generell hohen Energiegehalt.
Was fehlt und dringend mit dazu sollte: eine Bewertung des Anteils von Farbstoffen und Konservierungsmitteln!

Aus lebensreformerischer Sicht ist die Einführung des Logos zu begrüßen, weil es Käufern nun einfacher ersichtlich ist, wie „wertvoll“ das gerade in den Wagen gelegte Produkt für die eigene Ernährung ist. Wenn dann Überlegungen in Gang kommen wie „zweimal A ist schon drin, jetzt geht auch die Chipstüte mit D“, dann ist der Zweck des Logos erfüllt.

Aus vegetarischer oder veganer Sicht fehlt dem Logo natürlich die Differenzierung bzgl. tierischer und nicht-tierischer Produkte. Hier könnte man sich z.B. vorstellen, das o.a. Logo mit unterschiedlichen Farbhintergründen zu hinterlegen, z.B. einen für vegetarische Produkte, einen anderen für rein vegane – und das Standardsymbol behielte den weißen Hintergrund. Das würde es für Käufer aus diesen Ernährungsbereichen noch einmal einfacher machen.

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Gartenstadt und Lebensreform

Eine der seltenen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt zum (erweiterten) Thema Lebensreform steht an: „Zukunftsfähige Perspektiven in der Landschaftsarchitektur für Gartenstädte. City – Country – Life.“ von der Herausgeberin Nicole Uhrig. Das Buch wendet sich fachlicherseits an Dozenten und Studierende der Landschaftsarchitektur und enthält auch ein Kapitel von Bernhard Wiens mit dem Titel „Gartenstädte und Lebensreform“. Für dieses Kapitel gibt es beim Verlag eine zweiseitige Preview mit Bibliographie und auch der Möglichkeit, nur dieses eine Kapitel als eBook zu erwerben (leider zu ca. 50% des Kaufpreises des gesamten Buches…). 

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RIP Willigis Jäger

Ich habe Willigis Jäger nie persönlich kennengelernt. Gestern ertappte ich mich bei dem Gedanken, wie schön es gewesen wäre, ihn tatsächlich gekannt zu haben. Vor Jahren habe ich intensiver auf den Benediktushof geschaut, das Programm studiert und überlegt, dort mal einen Kurs zu belegen. Dazu ist es nie gekommen.

Am Anfang meiner neuen Beschäftigung mit dem Christentum stand vor allem Jäger. Im dritten Teil meiner Texte zum Stichwort Mystik ging es v.a. um ihn. Doch 2018 folgte ein Beitrag, in dem ich klar sagte: heute bin ich weiter weg von Jäger als noch vor Jahren. Für mich hat Willigis Jäger aber doch eine große Aufgabe erfüllt: seine Texte, Ausdruck einer Verbindung katholischen Glaubens und Zen-Haltung, haben als Magnet gewirkt, als für mich die Zeit gekommen war, mich neu auszurichten. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein.

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Der Monte Verità bei der NZZ

Thomas Ribi schreibt bei der Neuen Zürcher Zeitung einen einführenden Artikel über das Phänomen Monte Verità. Lesenswert.

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Ausstellung: Lebe besser!

Sie ist nun gestartet, die Ausstellung „Lebe besser! Auf der Suche nach dem idealen Leben“ im Bernischen Historischen Museum. Gezeigt wird sie vom 13. Februar bis zum 5. Juli 2020. Die Publikation zur Ausstellung kann man sich unter o.g. Link online anschauen (32-seitiges Dokument).

Es gibt ein Rahmenprogramm für Erwachsene mit Führungen, Podiumsdiskussionen, Vorträgen, über das man sich hier informieren kann. Ebenso gibt es Angebote für Schulen.

Nachtrag:
ACHTUNG: Wegen Corona-Krise ist das Museum ab 17.3.2020 bis auf weiteres geschlossen!

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Drewermann über Hesse

Der Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann, wohl am besten durch sein Werk „Kleriker. Psychogramm eines Ideals“  bekannt, hat nun ein Buch über Hermann Hesse geschrieben: „Der lange Weg zu sich selbst“.

Dabei handelt es sich lt. Info von MystikAktuell um vier eigenständige Texte, die in dem Buch zusammengefaßt wurden. Sie sind überschrieben: „Mein Dank an Hermann Hesse“ / „Das Individuelle gegen das Normierte verteidigen“ / „Gedanken über Hermann Hesses ‚Narziß und Goldmund'“ / Hermann Hesse: Die Orientreise – Der lange Weg zu sich selbst.
Das Nachwort stammt von Karl-Josef Kuschel.

Eine Leseprobe gibt es beim Patmos-Verlag. Das Buch ist in erster Auflage 2019 erschienen und kostet gebunden 20€.

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Gudrun Pausewang (Rosinkawiese) ist tot

 

Ich lese gerade das Buch „Rosinkawiese“ von Gudrun Pausewang – und soeben die Meldung, daß die Autorin verstorben ist.

Pausewang - RosinkawieseDas Buch trägt den Untertitel „Alternatives Leben vor 50 Jahren“, damit ist 1930 gemeint… Gudrun Pausewangs Eltern hatte das lebensreformerische Projekt in Böhmen in den 1920er Jahren gegründet. Anfang der 1970er Jahre stand ein Neffe der Autorin vor der Entscheidung, ebenfalls in ein alternatives Leben auszusteigen, wozu sie ihm in Briefen (der Mutter) das Leben ihrer Eltern schilderte – dies lt. Vorwort der Ausgabe von 1991 als „Beitrag zur Aussteigerwelle“. Diesem ersten Buch folgten zwei weitere; im dritten schildert Pausewang ihre Flucht als 17-Jährige über sieben Wochen nach Westen. Das Dritte möchte die Autorin als Appell gegen den Krieg verstanden wissen; zum ersten schreibt sie bzgl. der Aktualität für heutige Menschen:

„… gehe ich (…) davon aus, daß fast jeder Mensch der heutigen Gesellschaft, vor allem in seinen jungen Jahren, heimlich von einem Blockhausleben in eng-harmonischer Beziehung zur Natur träumt. Ist das nicht eine Sehnsucht, die um so größer wird, je mehr wir die Natur beeinträchtigen und uns von ihr entfernen?“

 

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Heute! Vortrag: Klatschmohn und Hakenkreuz (Wiesbaden)

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Stadt-Jugend-Stil“ im Wiesbadener Stadtmuseum hält Dr. Susanne Claußen einen Vortrag zu den Verbindungen von Lebensreform (in ihrer völkischen Ausprägung) und dem Nationalsozialismus. Es werden konkrete Personen (aus dem Wiesbadener Raum) hervorgehoben, die als Lebensreformer eine „zweite Karriere“ bei den Nazis machten.

Vortrag im Stadtmuseum am Markt, 21.1.20, 19 Uhr, Eintritt frei