RIP Willigis Jäger

Ich habe Willigis Jäger nie persönlich kennengelernt. Gestern ertappte ich mich bei dem Gedanken, wie schön es gewesen wäre, ihn tatsächlich gekannt zu haben. Vor Jahren habe ich intensiver auf den Benediktushof geschaut, das Programm studiert und überlegt, dort mal einen Kurs zu belegen. Dazu ist es nie gekommen.

Am Anfang meiner neuen Beschäftigung mit dem Christentum stand vor allem Jäger. Im dritten Teil meiner Texte zum Stichwort Mystik ging es v.a. um ihn. Doch 2018 folgte ein Beitrag, in dem ich klar sagte: heute bin ich weiter weg von Jäger als noch vor Jahren. Für mich hat Willigis Jäger aber doch eine große Aufgabe erfüllt: seine Texte, Ausdruck einer Verbindung katholischen Glaubens und Zen-Haltung, haben als Magnet gewirkt, als für mich die Zeit gekommen war, mich neu auszurichten. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein. „RIP Willigis Jäger“ weiterlesen

Ausstellung: Lebe besser!

Sie ist nun gestartet, die Ausstellung „Lebe besser! Auf der Suche nach dem idealen Leben“ im Bernischen Historischen Museum. Gezeigt wird sie vom 13. Februar bis zum 5. Juli 2020. Die Publikation zur Ausstellung kann man sich unter o.g. Link online anschauen (32-seitiges Dokument).

Es gibt ein Rahmenprogramm für Erwachsene mit Führungen, Podiumsdiskussionen, Vorträgen, über das man sich hier informieren kann. Ebenso gibt es Angebote für Schulen.

Nachtrag:
ACHTUNG: Wegen Corona-Krise ist das Museum ab 17.3.2020 bis auf weiteres geschlossen!

Drewermann über Hesse

Der Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann, wohl am besten durch sein Werk „Kleriker. Psychogramm eines Ideals“  bekannt, hat nun ein Buch über Hermann Hesse geschrieben: „Der lange Weg zu sich selbst“.

Dabei handelt es sich lt. Info von MystikAktuell um vier eigenständige Texte, die in dem Buch zusammengefaßt wurden. Sie sind überschrieben: „Mein Dank an Hermann Hesse“ / „Das Individuelle gegen das Normierte verteidigen“ / „Gedanken über Hermann Hesses ‚Narziß und Goldmund'“ / Hermann Hesse: Die Orientreise – Der lange Weg zu sich selbst.
Das Nachwort stammt von Karl-Josef Kuschel.

Eine Leseprobe gibt es beim Patmos-Verlag. Das Buch ist in erster Auflage 2019 erschienen und kostet gebunden 20€.

Gudrun Pausewang (Rosinkawiese) ist tot

 

Ich lese gerade das Buch „Rosinkawiese“ von Gudrun Pausewang – und soeben die Meldung, daß die Autorin verstorben ist.

Pausewang - RosinkawieseDas Buch trägt den Untertitel „Alternatives Leben vor 50 Jahren“, damit ist 1930 gemeint… Gudrun Pausewangs Eltern hatte das lebensreformerische Projekt in Böhmen in den 1920er Jahren gegründet. Anfang der 1970er Jahre stand ein Neffe der Autorin vor der Entscheidung, ebenfalls in ein alternatives Leben auszusteigen, wozu sie ihm in Briefen (der Mutter) das Leben ihrer Eltern schilderte – dies lt. Vorwort der Ausgabe von 1991 als „Beitrag zur Aussteigerwelle“. Diesem ersten Buch folgten zwei weitere; im dritten schildert Pausewang ihre Flucht als 17-Jährige über sieben Wochen nach Westen. Das Dritte möchte die Autorin als Appell gegen den Krieg verstanden wissen; zum ersten schreibt sie bzgl. der Aktualität für heutige Menschen:

„… gehe ich (…) davon aus, daß fast jeder Mensch der heutigen Gesellschaft, vor allem in seinen jungen Jahren, heimlich von einem Blockhausleben in eng-harmonischer Beziehung zur Natur träumt. Ist das nicht eine Sehnsucht, die um so größer wird, je mehr wir die Natur beeinträchtigen und uns von ihr entfernen?“

 

Heute! Vortrag: Klatschmohn und Hakenkreuz (Wiesbaden)

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Stadt-Jugend-Stil“ im Wiesbadener Stadtmuseum hält Dr. Susanne Claußen einen Vortrag zu den Verbindungen von Lebensreform (in ihrer völkischen Ausprägung) und dem Nationalsozialismus. Es werden konkrete Personen (aus dem Wiesbadener Raum) hervorgehoben, die als Lebensreformer eine „zweite Karriere“ bei den Nazis machten.

Vortrag im Stadtmuseum am Markt, 21.1.20, 19 Uhr, Eintritt frei

ntv: Ökodörfer u. Gemeinschaften

Interessanter Bericht bei ntv von Solveig Bach zum Thema „Die andere Art des Miteinanders“ auf der Basis der Forschungen von Dr. Iris Kunze. Es ist im Grunde eine Kurzübersicht über diese Form alternativen Lebens, die in der historischen Lebensreform der Siedlungsbewegung entspricht.

Knapp vorgestellt werden „Sieben Linden“ in Sachsen-Anhalt (Link), eine genossenschaftliche Siedlung für maximal 300 Bewohner, sowie die Gemeinschaft Tempelhof bei Crailsheim (Link) und die Kommune Niederkaufungen bei Kassel (Link).

Ausstellung: Stadt – Jugend – Stil

Vom 23.10.19 bis 8.3.20 ist im Stadtmuseum am Markt (Marktplatz 3) in Wiesbaden die Ausstellung mit obigem Titel zu sehen. Geöffnet ist von Dienstag bis Donnerstag von 11 bis 17 Uhr. Die Ausstellung findet im Rahmen des Wiesbadener „Jugendstiljahres 2019/20“ statt. Für die wissenschaftlicher Konzeption ist Dr. Vera Klewitz verantwortlich; für die Gesamtleitung Sabine Philipp. Der Begleitkatalog erscheint erst zu Weihnachten 2019. Hier der Ausstellungsflyer.

Die Evangelische Akademie Frankfurt bietet einen Ausstellungsrundgang mit Dr. Susanne Claußen am 7.11.19 an, der mit folgenden Worten beschrieben wird:

„Das wilhelminische Deutschland war zerrissen zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen der bürgerlichen Gesellschaft und den Protagonist/-innen der Lebensreformbewegung: Vegetarier, Theosophinnen, Vertreter der Freikörperkultur. „Kohlrabi-Apostel“ wurden sie damals genannt, und sie stellten viele Gewissheiten radikal infrage. Die Leiterin der Evangelischen Stadtakademie Wiesbaden, Susanne Claußen, geht ihren Spuren in der Ausstellung „Jugend.Stil.Stadt“ im Stadtmuseum Wiesbaden nach, die sie mitkonzipiert hat. Welche Fragen und Forderungen der Lebensreform auch heute noch aktuell sind, darüber kommt sie mit Ihnen nach dem Ausstellungsrundgang bei einer kleinen Erfrischung ins Gespräch.“

Weitere Informationen finden sich auf der Seite der Stadt Wiesbaden.

Lebensreform und Alternativmilieu der 1980er (Buch)

Ein spannendes Buch erscheint in der ersten Oktoberwoche (Nachtrag: Lieferung an mich war am 18.10.19). Die Autoren Detlef Siegfried und David Templin haben sich die historische Lebensreform um 1900 angeschaut und diese dann mit dem Alternativmilieu um 1980 verglichen. Der Untertitel des Werkes lautet: „Kontinuitäten und Brüche in Milieus der gesellschaftlichen Selbstreflexion im frühen und späten 20. Jahrhundert“. Das läßt schon erkennen, daß es eher ein Fachbuch ist, keine populärwissenschaftliche Arbeit. Siegfried und Templin fungieren als Herausgeber, d.h. das Buch enthält diverse Aufsätze von anderen Autoren. Abgerundet wird dies durch Rezensionen anderer, diese Thematik berührender Werke.

Das Buch erscheint bei V&R unipress in Göttingen. Auf der Verlagsseite gibt es schon eine Leseprobe zum Herunterladen.

Jugendstil (Ausstellung)

Das Landesmuseum Wiesbaden präsentiert ab sofort die Dauerausstellung „Jugendstil“ auf der Basis einer Schenkung von F.W. Neess anläßlich seines 90. Geburtstages (FAZ / FAZ) . In fünf Räumen werden unterschiedlichste Exponate wie Möbel, Gemälde, Lampen der auf ca. 41 Millionen Euro geschätzten Ausstellung gezeigt.
Soweit aus dem Artikel ersichtlich, sind auch Karl Wilhelm Diefenbach und Fidus mit Bildern vertreten.

Hier findet sich ein Interview mit F.W. Neess.
Der Katalog kostet 29,90€.