Gemeinschaft?

Ich habe in den letzten Jahren einige Zäsuren vollzogen, was meine Beteiligung an Gemeinschaften angeht. Ich habe z.B. die aktive Mitgliedschaft in zwei Brauchtumsvereinen hier vor Ort aufgegeben. Dies vor allem nach der für mich relevanten Fragestellung, wie weit ich mich „verbiegen“ muß, um Teil einer Gemeinschaft sein und bleiben zu können. Verbiegen ist hier v.a. auch als unterordnen unter Autorität zu verstehen (oder vermeintliche Autorität oder „Großschwätzertum“).

Aber ich schaue auch auf die „große“ Gemeinschaft, die Bevölkerung dieses Landes, wenn man da überhaupt noch den Begriff der Gemeinschaft anwenden kann. Aber man ist ja schon „Schicksalsgemeinschaft“, was man z.B. an den oktroyierten Corona-Maßnahmen sehen konnte: Da wird ein ganzes Land auf roboterhafte Weise an das Einhalten von Hygieneregeln, an Hausarrest und Ausgangssperren gewöhnt. Die schweigende Mehrheit macht mit, sucht ihre kleinen privaten Freiheiten. Gerade erleben wir eine neue Instrumentalisierung der Massen, die Umpolung: die schweigende Mehrheit postet nun täglich in ihrem WhatsApp-Status „fck ptn“ und Ukraine-Farben.
(Nur mal so: Will man den heutigen Krieg bewerten, muß man mindestens bis 2014 zurückgehen. Unter anderen die Linke hat damals prophezeit, das EU-Ukraine-Freihandelsabkommen werde die Ukraine „zerreißen“. Es lohnt auch sehr, sich von Daniele Ganser belehren zu lassen.)

Ja, die Menschen sind gut dressiert worden – ein Nebeneffekt der sogenannten Corona-Pandemie. Das eigenständige Denken wird flacher. Der Wunsch nach tiefergehender Beschäftigung mit einem Thema, nach alternativen Medien und Lösungsansätzen, nach schlichtem Abwägen der erhaltbaren, verfügbaren Informationen verschwindet. Der Kieler Arzt Dr. Köhnlein hat ca. 2020 in einem Youtube Interview sinngemäß gesagt: er diskutiere die Pandemie nicht mehr mit Menschen, die sich ihre Informationen nur von ZDF, Tagesschau und BILD holen. So muß man es halten.

Für mich habe ich herausgefunden, daß ich dann entspannt und zufrieden lebe, wenn ich mich keinen Gemeinschaftsregeln unterordnen muß. Mir geht es dabei nicht um verhandelbare Grundregeln, um Konsensfindung u.ä., sondern um Psychohygiene. Als ideeller Anarchist bin ich jederzeit bereit, gewaltfrei und gleichberechtigt Regeln des Umgangs miteinander zu besprechen. Als Mensch und Individualist bin ich nicht bereit, mich auf die „Meinung“ Manipulierter einlassen zu müssen. Das schadet meiner Psychohygiene.

Daher habe ich für mich den Entschluß getroffen, mich nie wieder in einer organisierten Gemeinschaft einzubringen.
Ich bin ja zwangsvergemeinschaftet in diesem Staat, der von mir den nötigen Tribut in Form von Steuern bekommt. Mehr nicht.
Bislang habe ich den Anarchisten Max Stirner mit seiner Losung „Mir geht nichts über Mich!“ immer ignoriert, mich nun aber dazu entschieden, sein Hauptwerk in der neu herausgegebenen Version  zu lesen.

So, jetzt mal wieder „entspannt durch die Hose atmen“ und  back 2 work.

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