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ntv: Ökodörfer u. Gemeinschaften

Interessanter Bericht bei ntv von Solveig Bach zum Thema „Die andere Art des Miteinanders“ auf der Basis der Forschungen von Dr. Iris Kunze. Es ist im Grunde eine Kurzübersicht über diese Form alternativen Lebens, die in der historischen Lebensreform der Siedlungsbewegung entspricht.

Knapp vorgestellt werden „Sieben Linden“ in Sachsen-Anhalt (Link), eine genossenschaftliche Siedlung für maximal 300 Bewohner, sowie die Gemeinschaft Tempelhof bei Crailsheim (Link) und die Kommune Niederkaufungen bei Kassel (Link).

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3SAT: Leben in der Landkommune

In der Mediathek von 3SAT (2020 nicht mehr abrufbar) ist die Doku „Leben in der Landkommune – Städter wagen den Neuanfang“ zu sehen. 

Meine Eindrücke: Die Bewohner der Kommune Lebensbogen berichten unisono, daß sie nun mehr Arbeit haben als im zurückgelassenen Leben. Man funktioniert als Team, aber es besteht (noch) wenig Zusammenhalt unter den Bewohnern. An einer Stelle wird gesagt, daß die meisten abends früh wegen Müdigkeit in ihren Zimmern verschwinden, Gemeinschaftsabende seien selten. 
Zudem gestaltet sich der Zusammenhalt schwierig, was die (vielen) Ü50-Bewohner und die wenigen jungen Leute mit Kindern angeht. Es wird gesagt, daß junge Leute kamen – und wieder gingen. Familien und Kinder beklagen die Abgeschiedenheit und die fehlende „Peer Group“. 
Ein anderer Aspekt ist die ständige „Öffentlichkeit“, das Sich-einlassen-Müssen auf die anderen. Man kann sich zwar zurückziehen, aber die Zimmer sind klein; es gibt weder Fernsehen noch Internet. 
Mir ging eines beim Schauen durch den Kopf: Hätte diese Gruppe eine gemeinsame weltanschauliche (hier: religiöse) Grundlage, würde es besser funktionieren? Das war so ein Eindruck, den ich hatte: die Gruppe erscheint sehr heterogen trotz auf der Webseite nachzulesender Grundlagen. Während ich glaube, daß eine homogene Gruppe mit religiösem Fundament gerade auf Familien attraktiv wirken kann, tut sich diese Gruppe m.E. schwer. 

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Anders leben

Wer anders leben will, oder auch nur darüber nachdenkt, empfindet eine Unzufriedenheit mit dem Status Quo. In der letzten Zeit denke ich oft darüber nach, was für mich persönlich Lebensreform jenseits ihrer historischen Dimension bedeutet. Ein Aspekt ist dabei immer wieder das „einfache Leben“, der Konsumverzicht.
Ich habe mir dazu auf Youtube zwei Dokumentarfilme angesehen, in denen alternatives Leben auf unterschiedliche Weise (mit Überschneidungen) umgesetzt wird. Im zwischenzeitlich (Jan. 2018) gelöschten Video „Gutes Leben – ohne Konsum?“ werden zwei Familien mit Kleinkindern porträtiert, die das Leben in einer herkömmlichen Wohnung oder gar einem ganzen Haus aufgegeben haben: Familie 1 zog in eine Jurte, Familie 2 baute sich selbst ein sogenanntes „Tiny House“ – beides Wohnmöglichkeiten mit nur einem Raum und wenigen Quadratmetern Wohnfläche. Dabei zieht Familie 2 das aus meiner Sicht bessere Los, indem sie Anschluß an ein alternatives Wohnprojekt findet, während die erstere den ursprünglichen Gutshof verlassen muß und auf einem Campingplatz als Dauercamper (mit Jurte) „landet“. Hier, wie auch im zweiten Film schaue ich mit Bauchgrummeln auf die Kinder, die den Lebensidealen ihrer Eltern „ausgeliefert“ sind (die Tochter der Familie auf dem Campingplatz: „Im Sommer kommen dann die Kinder.“). Die beiden Familien im Film haben noch keine schulpflichtigen Kinder, aber ich kann mir gut vorstellen, daß diese Kinder ähnliche Fremdkörper in der Schule sein werden wie die Kinder der Sannyasin-Gruppe in der Komödie „Sommer in Orange“. Letztlich brauche ich nur auf meine eigenen Kinder und unsere Versuche in alternativer Religion zu schauen: ich bin für mich in ein anderes Fahrwasser abgebogen, aber für die Kinder war dies schwierig. Das Fundament aus Ritualen und Gemeinschaft fiel plötzlich weg… Doch mit den gestern erhaltenen Ethiknoten (beide „sehr gut“) haben wir als Eltern wohl nicht alles falsch gemacht… 😉

Soll auch heißen: „anders leben“ als permanentes Verlassen des Ortes, an dem ich jetzt lebe, ist für mich keine Option (mehr).
(Da kommt natürlich noch die Dimension des Geldverdienens hinzu, denn das, was ein für mich angenehmer Lebensstandard ist, kann ich nur durch meine Arbeit aufrechterhalten. Soll auch heißen: dieser erste Film hat Gesellschaftsausstieg zum Thema, was aber nicht unbedingt auch lebensreformerisch sein muß, denn ohne die eigenen Ideale, die eigene Reformation auch in ihren / ihrer gesellschaftlichen Relevanz wahrzunehmen, kann es keine im historischen Sinne lebensreformerische Praxis geben. Beide Familien in diesem Film gehen Sonderwege, nehmen von der Gesellschaft, was noch paßt (Kindergeld …), stehen ansonsten aber außerhalb.)

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Schweizer.Geschichtstage

Unter dem Motto „Schweizer.Geschichtstage“ (Lebensreform – Freikörperkultur – Vortrag – Veranstaltung – Anthroposophie) findet am 11.6.16 an der Universität Lausanne eine Veranstaltung unter dem Titel Lebensreform und alternative Lebensstile im 20. Jahrhundert: Gegenmächte im Alltagsleben statt.
Infos hier bzw. geschichtstage.ch.

Referenten sind: Stefan Rindlisbacher, Eva Locher, Philipp Karschuck.

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Das Autogene Training

Das autogene Training (AT) ist eine Entspannungmethode, die vom Berliner Nervenarzt Dr. Johann Heinrich Schultz in den 1930er Jahren entwickelt wurde (J.H. Schultz, Das autogene Training, Thieme, 1987). Das Ziel des AT ist es, einen hypnotischen Versenkungszustand zu erreichen und der Weg dorthin ist „autogen“, also selbstgeschaffen. Kein äußerer Hypnotiseur wird gebraucht, aber auch keine Muskelübungen, wie z.B. bei der Progressiven Relaxation. Im AT benutzt man Konzentration und Suggestivformeln (Ruhe, Schwere, Wärme, Herzübung, Atmung, Bauchübung, Stirnübung …), um Spannungen im Körper abzubauen, d.h. Körper und Geist zu entspannen. Jede Übungseinheit muß am Ende „zurückgenommen“ werden, was durch tiefes Einatmen und Anspannen der Muskeln geschieht.