Greiner – Die Diktatur der Wahrheit

Was ist in dieser Woche so alles passiert?

  • Habeck und Scholz fliegen mit 80 Personen ohne Masken im Flugzeug nach Kanada. Das ist – trotz PCR-Test- gesetzeswidrig, aber wird eben so gemacht. Frage auch: Sind die eingeladenen Journalisten besonders treue Systemlinge?
  • Als wäre es die sprichwörtliche Retourkutsche für die Kritik, wird wenige Tage später die Verschärfung der Maskenpflicht auf FFP2-Masken in Bus, Bahn, Flugzeugen beschlossen.
  • „Daran erinnere ich mich nicht“ erinnert sich an die maskenlosen Fluggäste und ordnet nun Maskenpflicht für Regierungsflüge an.
  • Der Ravensburger Verlag knickt vor Wokeism ein und zieht Indianderbücher aus dem Verkauf. Die ARD legt nach: die klassischen Winnetou-Filme werden nicht mehr ausgestrahlt. Das darf man DDR 2.0 nennen.
  • Eine neue Spezies im Pflegebereich wurde entdeckt: die Krankenschwesterin.
  • Künstler erhalten Auftrittsverbot, weil sie helle Haut mit Rastas kombinieren (und Spaß am Reggae haben).

Ich fühle mich nah an dem, was Danisch als „Bürger-Burnout“ hinterfragt…

… und auf meinem Lesetisch liegt Greiners „Wahrheit“, ein vom „Inflationsheiligen“ Ludwig Christian Häusser genommener Titel. In die Hand genommen, weggelegt, wieder angelesen, zurück ins Regal gestellt. Ach komm, da muß ich doch mal durch.
[Erste Auflage 2022, Tropen-Verlag]

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Wenns Greinert und Speit

Im Dezember 2021 schrieb ist erstmals über zwei Journalisten, die aktuell die historische Lebensreform aufgreifen, um die coronakritische Querdenker-Bewegung zu diskreditieren: Andreas Speit und Steffen Greiner. Hier kam ich darauf kurz noch einmal zurück, bevor ich die Kurzrezension für Speits Werk schrieb.

Bei Greiner ist das schwieriger, weil sein Buch so vielschichtig und gut recherchiert ist, daß ich mir Zeit nehmen muß. Ich weiß jetzt schon: aus diesem Werk ziehe ich, bei aller möglichen Kritik, mehr Gewinn als aus Speits. Die Bilder sind stark und wirkmächtig: die umherziehenden „Inflationsheiligen“ mit ihren Gefolgsleuten, die Wanderprediger, die heute „gegen Corona“ auf den Straßen „spazierengehen“.

Nachtrag Mitte August 22: Hier war es in den letzten Monaten ruhig, und ich habe keine Lust, das Buch jetzt zu lesen. Von daher verzögert sich die Rezension auf unbestimmte Zeit. Will mir nicht den Sommer verderben.

Nachtrag 29.8.22: Besprechung des Buchs ist fertig. Text oben gestrichen, weil er falsch ist.

Speit – Verqueres Denken (Kurzrezension)

„Der Neger hat also ein starkes Triebleben.“

Auf Seite 167 (des Kindle-eBooks) zitiert Andreas Speit Steiner, nachdem er sich schon seitenlang über Anthroposophie, Homöopathie, Waldorfschulen, die Akasha-Chronik und Blavatskys Geheimlehre ausgelassen hat.
Was hat eine person of color und ihr mutmaßlicher Trieb nun mit den Querdenkern und Coronakritikern zu tun? Tja, das ist schwer zu sagen. Es ist das Ergebnis einer artistischen Verknüpfung von nicht zusammenhängenden Dingen…   „Speit – Verqueres Denken (Kurzrezension)“ weiterlesen

Querdenkende Lebensreformer?

Die Lebensreform wird gerade – wie hier schon angesprochen – dazu benutzt, die Querdenker-Szene zu verorten, was auch im Umkehrschluß ein schlechtes Licht auf Bereiche und Personen der historischen Lebensreform wirft.

So schreibt Frau Gutzeit für den Deutschlandfunk über die „ersten Querdenker“, die vor 100 Jahren schon Impf- und Demokratiegegner gewesen seien. (Letzteres durften sie sein – sie lebten in einem Kaiserreich…) Dabei bezieht sie sich auf Steffen Greiners Buch „Die Diktatur der Wahrheit. Eine Zeitreise zu den ersten Querdenkern“. Das Werk (Tropen-Verlag, 2022) ist gerade erschienen, so daß es noch nicht viele Rückmeldungen oder auch Rezensionen auf Amazon gibt.

Kurz zu einem Aspekt des Beitrags: Greiner sehe die Lebensreformer kleinbürgerlich-reformatorisch, die Querdenker als „apokalyptisch-revolutionär“. Damit trifft er eine Unterscheidung, die mir nachvollziehbar erscheint, Frau Gutzeit aber nicht so liegt.

In der Siebenbürgischen Zeitung gibt es immerhin eine „Entgegnung auf Greiner“, die aber auf einen früheren Spiegel-Artikel gemünzt ist und fokussiert auf Gusto Gräser.

Ich hatte in meinem o.e. Artikel angekündigt, über den Jahreswechsel 21/22 Speits „Verqueres Denken“ zu lesen und hier kurz zu rezensieren, bevor ich mich dann mit Greiner befassen wollte. Ich habe Speit gelesen, mich durchgekämpft, aber die Motivation reichte nicht mehr für einen Beitrag hier. Nachtrag: Habe mich zusammengerissen und ein paar Stunden investiert.

Hinzu kommt, daß ich schlichtweg keine Lust habe, für Greiners Buch jetzt 20€ hinzulegen.

Lebensreformer als Querdenker?

Nach Andreas Speit („Verqueres Denken. Gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus“, 2021) steigt nun auch der SPIEGEL in das Thema Lebensreform – die Wurzeln der Querdenker-Szene ein. Leider ist der Artikel von Steffen Greiner hinter einer Paywall – und für so etwas zahle ich nicht. Aber wer will, der kann den Hinweis aufnehmen und schauen, was Greiner über Gusto Gräser und die frühen „Impfverweigerer“, die „Querdenker vor hundert Jahren“, zu sagen hat.

Aber Greiner arbeitet auch an einer für Februar 2022 angekündigten Buchveröffentlichung: „Die Diktatur der Wahrheit. Eine Zeitreise zu den ersten Querdenkern“, Klett-Cotta, 2021. Der Artikel soll also vorab etwas Geld in die Kasse spülen. Der Verlag bewirbt das Buch so:

Meditation und Reichsflaggen - wie passt das zusammen? Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen und die Debatte um die Impfpflicht machen wieder sichtbar, was die Geschichtsschreibung lange ignorierte: Die Bedeutung spirituell-rationalitätskritischer Bewegungen jenseits von rechts und links. Vor 100 Jahren gab es die ersten Querdenker. Heute haben sie wieder Konjunktur. Dieses Buch ist eine erhellende Reise zu den Epizentren von damals bis heute.

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Hoaxilla Podcast: Lebensreform

Ich höre gerne Podcasts, kenne auch Namen bekannter Podcasts, die ich selbst nicht abonniert habe, aber über „Hoaxilla“ bin ich nun erstmalig gestolpert. Es ist ein Projekt aus skeptischer Sicht zum Thema „urban legends“, Mythen und Verschwörungstheorien in Kultur, Medien, Wissenschaft. Betrieben wird er von Alexa und Alexander, einer Ethnologin und einem Psychologen aus Hamburg (mehr Hintergrund bei der Wikipedia).

In Folge 287 befaßt man sich mit der Lebensreformbewegung. Dazu hat man sich den Historiker Ralf Grabuschnig eingeladen, mit dem man wohl früher bereits zu Themen aus dem Bereich Rechtsextremismus und Populismus kooperiert hatte (und der einen eigenen Podcast mit dem Titel „Déjà-Vu Geschichte“ betreibt, wo der Podcast nun ebenfalls online ist). „Hoaxilla Podcast: Lebensreform“ weiterlesen