Sittenpolizei im Süden?

In der vergangenen, überall in Deutschland heißen Woche gab es Berichte aus Bayern, daß sich dort Sicherheitsdienste an Badestellen als „Sittenpolizei“ aufspielen und auch Frauen, die sich „nur“ oben-ohne sonnten, z.T. recht barsch, wie es heißt, aufforderten, sich etwas anzuziehen. Das ist wohl an der Isar in München passiert und auch am Feringasee.

Wichtig ist: der Münchner Stadtrat hat nun die Badeordnung so angepaßt, daß lediglich die primären Geschlechtsorgane bedeckt sein müssen. Oben-ohne ist also definitiv auch außerhalb der deklarierten FKK-Zonen erlaubt.

Interessant ist, warum der von der Stadt München beauftragte Sicherheitsdienst, der eigentlich nur die Einhaltung der Landschaftsschutzverordnung prüfen sollte, sich plötzlich als Sittenwächter aufspielte. Lag es möglicherweise (Spekulation!) am religiösen Hintergrund der Mitarbeiter? Egal wie, man muß sich vor Augen halten, daß das organisierte Nacktbaden vor genau 100 Jahren am Motzener See südlich von Berlin startete. Einschnitte, Rückschritte müssen – wie jetzt geschehen – im Netz publiziert werden, damit erkämpfte Rechte bestehenbleiben.

Nachtrag: Guter Hintergrundartikel zum Umgang mit den Nackten in München seit den 70ern.

Video „Die Außenseiter – Reise zu den Pionieren des Ökolandbaus“ | Unter unserem Himmel | ARD Mediathek

Quelle: Video „Die Außenseiter – Reise zu den Pionieren des Ökolandbaus“ | Unter unserem Himmel | ARD Mediathek

FKK in Bayern (Nacktbadeverbot)

Wenn ich es richtig verstehe, gab es eine „bayerische Badeverordnung“, die bis Ende 2013 Gültigkeit hatte. Zum bevorstehenden Sommer müssen die Kommunen nun neue Regeln aufstellen, so z.B. München, was die Isar angeht. Dort soll es künftig an 5 Orten erlaubt sein, nackt zu baden bzw. sich zu sonnen. Der FOCUS kennt und nennt hingegen 6 Bereiche: Flaucher, Isar südlich Marienklause (Brudermühlbrücke), Isarinsel Oberföhring, Eisbach hinter Haus der Kunst, Schwabinger Bucht im Nordteil des Englischen Gartens, Südufer des Feldmochinger Sees.

Nun fand ich weitere Infos:

Das Nacktbadeverbot im Freistaat Bayern ist Ende 2013 ausgelaufen, jetzt müssen die Kommunen dies selbst für ihre Badeseen und -flüsse regeln. Das ist in München geschehen, s.o.

Zum Wochenende nutzt die Augsburger Allgemeine das Thema für mehrere Artikel:

FKK-Verbot ausgelaufen: Droht die Anarchie der Nackten? Hier geht es um die mögliche Überforderung der Polizei, Nacktbadeverbote durchzusetzen, Zitat: „Das Problem läge eher bei den Ausweiskontrollen der Nackten. Wie diese ablaufen sollen, könnte in Zukunft ein Thema für die Ausbildung der Berufsanwärter bei der Bereitschaftspolizei sein.“  „FKK in Bayern (Nacktbadeverbot)“ weiterlesen