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Wandervogel (Grundlagen)

Ich hatte auf dieser kurzen Hinweisseite zum Treffen auf dem Hohen Meißner 2013 bereits notiert, daß ich mir den Quellenband zum 1913er Treffen sowie die Aufsatzsammlung zur fünfzigsten Wiederkehr kaufen werde.

buch028Das habe ich getan, beide Bücher stehen im Regal, denn ich habe doch noch – einem guten Riecher folgend – das Buch von Ziemer und Wolf, Wandervogel und Freideutsche Jugend, vorgezogen. Ich glaube, jetzt schon nach ca. 170 Seiten sagen zu können, daß ich selten ein so gehaltvolles, schön aufbereitetes und inspirierendes wie auch Wissen vermittelndes Buch gelesen habe. Es befaßt sich mit dem kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende ins Leben gerufenen Wandervogel (in Steglitz und durch Hoffmann-Fölkersamb) und seinen Abspaltungen wie Einigungsbemühungen. Die Autoren schreiben, sie hätten die „Kantatenform“ für die Darstellung gewählt, das heißt nach einleitenden Texten folgen Originaltexte der betroffenen Personen oder von solchen, die über die gerade besprochenen Zeugnis ablegen können. Mit Geist, aber viel mehr noch mit dem Gemüt ist man „drin“ in der Zeit, sieht man die Horden durchs Land ziehen. Besonders angenehm: Es ist zum Glück keines der Bücher links-sozialisierter Historiker, die erstmal mit dem Begriff ‚völkisch‘ auf den Tisch hauen, damit man ja auch auf Distanz zu den fahrenden Scholaren und ihrer gelegentlich geäußerten Vaterlandsliebe gehe.

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Jugendbewegung

Im Rahmen der Lebensreform hat mich schon länger das Thema „Jugendbewegung“ interessiert, allerdings habe ich bis dato darüber kaum etwas gelesen. Zwar besitze ich zwei alte Wandervogel-Liederbücher, nämlich den Zupfgeigenhansl von Hans Breuer aus dem Jahre 1913 (und da vorne ein Besitzvermerk von Juli 1913 eingetragen ist, kann es durchaus sein, daß das Büchlein auch beim Ersten Freideutschen Jugendtag auf dem Hohen Meißner mit im Gepäck war) sowie das Wandervogel-Liederbuch von Frank Fischer aus dem Jahre 1912 (für das gleiches gilt). Aber diese Büchlein entsprangen dem Interesse an Volks- und Wanderlied, also nicht dem an der Wandervogel-Bewegung als solcher. Aber doch sind sie ein Strang in diesem langsam sich formulierenden Wunsch nach weiterer Lektüre, weiterem Kennenlernen. Ein Meilenstein war für mich Der Wanderer zwischen beiden Welten von Walter Flex. Dieses Zitat ist mir seitdem immer präsent:
„Gelassenheit war eins seiner Lieblingsworte, in ihr sah er das Wesen menschlicher und männlicher Würde, heitere und lässige Sicherheit lag immer wie ein Glanz über seinem Wesen, und es war in ihr soviel menschliche Anmut wie männliche Würde.“