Wise Pilgrim Guides

Ich muß mal etwas Werbung machen: Pilgerführer für die Jakobswege gibt es (in Englisch) viele, „der Brierley“ hat mich 2015 begleitet und der Mini-Guide „Sarria – Santiago – Finisterre“ vom selben Autor wird im kommenden Sommer mit im Rucksack sein.

Gut haben mir die für Android wie iOS verfügbaren Apps vom „Wise Pilgrim“, die „Wise Pilgrim Guides“ gefallen. Schön finde ich die Übersichtlichkeit, die die Betonung auf Text und Symbole statt auf Fotos legt. Zusätzlich gibt es noch eine Online-Map-Funktion, die natürlich nur auf dem Camino verfügbar ist, wenn man die Datenverbindung aktiviert.

Und bald soll es den Wise Pilgrim Guide für den Camino Francés auch als gedrucktes Buch geben. Der Autor, Michael Matynka, hat eine Crowdfunding-Kampagne bei IndieGoGo erstellt, allerdings mit der Besonderheit, daß das Buch auf jeden Fall und unabhängig vom Ausgang der Kampagne gedruckt wird.

Und da mir die Guide Apps so gut gefallen, möchte ich an dieser Stelle einfach mal auf die Printversion verweisen, die es ab Mai 2017 geben soll.

Nachtrag März 2017: Leider fanden sich nur 21 (einundzwanzig!) Unterstützer, dennoch soll für diese das Buch gedruckt werden. Ich bin gespannt…

Camino Francés 2015 (4) – Packliste

cf1502Ich stelle hier meine praxiserprobte Packliste für eine Pilgerreise auf dem Camino Francés (ca. 800km, orientiert an Frühjahr bzw. Herbst) vor.

Zunächst einmal bitte ich um Beachtung des Copyrights: Ich habe die Liste selbst zusammengestellt (natürlich nach etlichen Vorlagen und mitverfolgten Diskussionen in Foren, letztlich dann in der Praxis modifiziert) und erbitte die Copyright-Angabe, wenn die Liste anderweitig verwendet wird.

Hier die Liste im PDF-FormatPackliste Camino Francés (Autor: V. Wagner, Lebensreform.Blog / Version 2.0, Stand: März 2017)

Noch ein paar Erläuterungen:  „Camino Francés 2015 (4) – Packliste“ weiterlesen

Camino Francés 2015 (3)

cf1505Wer am Ende der Pilgerreise in Santiago de Compostela eine Urkunde, z.B. die Compostela, erhalten will, der muß seine Wege dokumentieren, wozu ein Pilgerausweis dient, die Credencial. Für die Compostela muß man nachweisen, daß man als Fußpilger mindestens die letzten 100km zu Fuß bis Santiago gelaufen ist (oder auch per Pferd), bei Radpilgern sind es 200km. Der Nachweis erfolgt per Stempel, den man in Herbergen, Kirchen, Museen usw. erhält.

Der Pilgerausweis wird von der Kathedrale von Santiago herausgegeben; man bekommt ihn in den größeren Orten am Weg, in den typischen Startorten (St. Jean…), aber auch von den jeweiligen Jakobusgesellschaften im Heimatland. Meinen Ausweis erhielt ich von der Deutschen St.-Jakobus-Gesellschaft. Er ist mit meinen Daten ausgefüllt und enthält als ersten Stempel den der Gesellschaft – der nächste Stempel würde dann im Pilgerbüro von St.-Jean-Pied-de-Port hinzukommen. „Camino Francés 2015 (3)“ weiterlesen

Voy conmigo

176Voy conmigo, con mi mochila,
Con mi sombra, con mi silencio
Y mi soledad.

Con mis pies, con mi cabeza
Y con mi alma.

Voy con mi amigo, voy conmigo,
Y mis pasos me huelen a LIBERTAD.

(Juan; Albergue El Peregrino, Atapuerca) 

Übersetzung V. Wagner„Voy conmigo“ weiterlesen

Camino Francés 2015 (2)

Vorbereitungen auf den Camino de Santiago:

Spanisch:
Es wird empfohlen, ein wenig Spanisch zu lernen, wenn man auf dem Camino Francés unterwegs sein will. Nicht nur finden die Einheimischen es schön, wenn man ein paar Worte in ihrer Sprache sprechen kann, es gibt auch kleinere Dörfer, in denen man mit Englisch nicht wirklich weit kommt. (Und wo auch niemand auf einen 50€-Schein rausgeben kann…)
Nachdem ich vor 20 Jahren bereits gut 2 Jahre lang Spanisch gelernt hatte, griff ich dies nun wieder auf, merkte aber bald, daß ich mit „Selbstlernen“, also konkret dem Langenscheidt-Kurswerk „Spanisch mit System“ nicht weiter kam. Das Lernen geht dabei oft im Alltagsstreß unter, so daß ich mich bei der hiesigen VHS für einen Anfänger-Kurs anmeldete, den ich dann zwei Semester lang besucht habe. Dieser Kurs gab mir noch einmal die Grundlagen, um in einfachen Situationen sprechen zu können. Zum Austausch über die Weltpolitik (Taxifahrer in Santiago: Was denken Sie über den VW-Abgasskandal? Ich: No puedo decirlo en Español, perdon…) reichte es natürlich nicht.
Nach dem Jakobsweg habe ich mit dem schönen Audio-Kurs von Academia España weitergemacht, einem reinen Sprach-Kurs – auf die Schrift wird nicht eingegangen.

cf1514Schuhwerk: Auf Bildern vom Jakobsweg aus den 80ern dominieren oft noch schwere Wanderschuhe, während man heute gern auch in Flipflops unterwegs ist. Doch was ist für mich richtig? Das galt es herauszufinden. Hier ließ ich mich leider etwas von den Diskussionen in den Foren beeinflussen hin zu leichten, halbhohen Schuhen. Die dann gekauften Keen Marshall Mid (links im linken Bild) waren ein totaler Reinfall: Zum einen hält die Membran nicht, was versprochen wird, so daß ich selbst bei kühlen Temperaturen feuchte Füße bekam, zum anderen konnte ich für mich herausfinden, daß ich definitiv nicht mit so weichen, flexiblen Sohlen 800km gehen könnte. „Camino Francés 2015 (2)“ weiterlesen

Camino Francés 2015 (1)

Erstmals berichtete ich am 5.5.14 im alten Blog über meine Absicht, mich auf den Jakobsweg zu begeben, genauer: auf die letzten ca. 800km von Südfrankreich (St.-Jean-Pied-de-Port) durch Nordwestspanien bis nach Santiago de Compostela, wo der Legende nach der Apostel Jakobus (der Ältere) bestattet sein soll. Geplant hatte ich diese Pilgerreise ab Ende 2013; ich bin nämlich jemand, dem es großen Spaß macht, Reisen lange im voraus zu planen – da kann ich richtig drin aufgehen. 🙂

Warum Camino Francés? Weil es der klassische „Hauptweg“ ist. Deshalb als erste Beschäftigung mit dem Phänomen der Jakobswege sollte am Anfang der „Klassiker“ stehen.
Warum überhaupt einen „christlichen Pilgerweg“ gehen? Nun, das erste Mal kam ich mit dem Jakobsweg oder „Camino“, wie er gern nur genannt wird, durch das Buch von Hape Kerkeling, „Ich bin dann mal weg“, in Kontakt. Als es 2006 erschien, war ich noch sehr in einer heidnischen Naturreligion aktiv, dennoch faszinierte mich schon immer das spirituell motivierte Gehen / Wandern / Pilgern als konkreter Ausdruck von Religion. Letztlich ließ ich ungefähr das Schlußviertel des Buches aus, weil mir Inhalt, Schreibstil, Kerkelings eigener Anspruch ans Pilgern nicht zusagten. Aber der Gedanke ruhte in mir. „Camino Francés 2015 (1)“ weiterlesen