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Abenteuer Spiritualität (2)

buch003Auch vom Tonfall her anders ist ein weiteres Buch über diese Pyrenäenregion: „Im Zeichen des Grals – Erlebnisse in Nordspanien und den Pyrenäen“ von Oliver Ritter. Der Autor, den ich vorher von seinen Arbeiten über Geschlechteridentität und -rollen her kannte (Magische Männlichkeit / Mysterium Weib), nimmt den Leser hier mit auf eine Reise zu den Gralsmythen – bei denen es, wie auch bei Terhart, ebenfalls um die Katharer geht. Ritter startete seine achtwöchige Reise auf dem nordöstlichen Teil des Jakobsweges (konkret in Roncesvalles, dem Endpunkt der ersten Etappe für die Pilger, die vom südfranzösischen St.-Jean-Pied-de-Port gestartet sind), von wo er sich mit einigen Abstechern in Richtung Norden weiterbewegt, über die Pyrenäen hinweg. Der Klappentext verspricht: „In diesem Buch verschränkt sich die Darstellung der Mysterienstätten mit Meditationen, kulturellen Betrachtungen, Schilderungen von Bergabenteuern und der Begegnung mit ungewöhnlichen Menschen.“

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The Cathars – Sean Martin (Buch)

sean_martin-200x300„It is perhaps the Cathars‘ quest for an authentic spirituality that makes their story still relevant.“

Mit diesem Satz von Sean Martin möchte ich kurz auf das aktuell von ihm gelesene Buch „The Cathars – The most successful heresy of the Middle Ages“ eingehen. Ich hatte bereits geschrieben, daß es mir als gut Einführung erscheint, zumal es als Kindle eBook günstig ist.
Ich wurde nicht enttäuscht, der Autor gibt einen akkuraten Überblick über das Phänomen Katharer. Um das Thema einzuleiten, erklärt er zunächst den Unterschied zwischen Häresie, also dem, was die Katharer und andere von der römisch-katholischen Kirche abweichenden Gruppen glaubten, und der Orthodoxie (der Kirche). Wenn man über die Katharer liest, dann wird meist als erstes und wichtigstes Kennzeichen ihres Glaubens der Dualismus genannt: Gott wird nicht als Demiurg gesehen, sondern als über dem Weltenschöpfer, der mit dem Teufel assoziiert wird, stehend verstanden. Daher ist die Welt, die Materie „böse“, somit auch die Tendenz des Menschen, der aus Materie besteht – hätte er nicht den göttlichen Funken in seiner Seele, mittels dessen er sich über die Materie, über das Böse erheben kann.