Deutscher Corona-Herbst

Seit Tagen versuche ich, noch einmal Worte zum Thema Corona zu finden. Leider habe ich keine so eine griffige Formulierung gefunden wie David Berger: „Zum ersten Mal in der Geschichte wird die Unwirksamkeit eines Medikamentes denen angelastet, die es nicht eingenommen haben.“

Und doch lag ich mit meiner Vorhersage in diesem Artikel richtig: Im Winter 21/22 wird man ohne Impfung nicht mehr in ein Restaurant gehen können. Ja, das haben wir jetzt schon. „Deutscher Corona-Herbst“ weiterlesen

Reisen in Zeiten von Corona

Im Frühjahr 2021 war es unklar, wie die Corona-Welle abebben würde. Wir hatten uns im Januar für einen Urlaub in Kroatien entschieden und dachten „im Mai ist das vorbei“. So war es nicht, aber wir blieben beim Plan – und reisten – ungeimpft – in ein „Hochrisikogebiet“ ein. Damit war ganz Kroatien gemeint, aber in Istrien war die Inzidenz niedrig. Es wurde ein herrlicher Urlaub! Fast immer warmes Wetter, aber noch recht kühles Meereswasser. Zum Teil war der abgebildete Meerwasser-Pool kälter als das Wasser am Strand nebenan. Für uns war wichtig: rauskommen, den „Corona-Winter“ hinter uns zu lassen. Während unseres Aufenthalts wurde Kroatien auf „Risikogebiet“ zurückgestuft, so daß wir auch keine Quarantäne einzuhalten hatten bei der Rückkehr. Und die Kroaten warteten auf die Touristen…
Ich plane für den Winter, hier noch einen längeren Bericht mit Fotos einzustellen.

Der Sommer mußte dann „durchgearbeitet“ werden, aber Pläne für den Spätsommer/Frühherbst reiften. Wir müssen nicht mehr auf Schulferien achten, so daß wir für Ende September etwas planten, an dem vor allem das Herz meiner Frau hängt: Stichwort „Van Life“ – mit einem umgebauten Van als „Mini-Wohnmobil“ soll es – jetzt eben geimpft –  Richtung Süden gehen.
Ich verrate hier noch nicht zuviel, werde aber auf Instagram (s. rechte Spalte für Link, auf Mobilgeräten unter dem Beitrag) Bilder posten. Aber… nach dem Besuch an der „nassen Wiege der Freikörperkultur“, dem Motzener See, könnte es passen, daß wir an einem anderen, bekannteren, wunderbaren Ort einen kurzen Zwischenstop machen werden. Mal schauen … 😉

Nachtrag 26.10.21: Der „bekanntere Ort“ war der Monte Verità, aber das mit dem Besuch hat nicht geklappt. Wir sind mit dem recht langen Camper-Van durch das Tal zum Parkplatz hochgefahren, aber es war viel los – sehr viel. Wir fanden keinerlei Möglichkeit, den großen Wagen zu parken, und mußten weiterfahren, zumal wir nicht ausreichend Zeit hatten, um ggf. weiter weg zu parken und dann eine längere Strecke zu laufen. Also war ich nun zumindest „auf dem Monte Verità“, aber gesehen habe ich nichts. Da aber der Lago Maggiore uns sehr gefallen hat, werden wir wohl noch mal wiederkommen „müssen“.

Ich habe kapituliert (Covid-19)

Mein „Kampf gegen Windmühlen“ ist zu Ende, ich habe mich in die Reihen der „Guten“ eingereiht und bin nun mit Comirnaty geimpft. Why?!

Drei Gründe waren es, die mich dazu bewegt haben. Ich bin nach wie vor gegen diese Impfung, habe mich aber nach langem Kampf mit mir für die Impfung entschieden, weil…

  1. es mein professionelles Selbstverständnis nahegelegt hat. Ich arbeite im Bereich von Sozial- und Gesundheitswesen, betrete immer wieder Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Ich möchte gute, professionelle Arbeit leisten. In den letzten Monaten ist die Überzeugung gereift, daß in diesem Beruf die Impfung „dazugehört“. Das sage ich ungeachtet der „Impfdurchbrüche“, der möglichen geringen Wirksamkeit der Impfung; es geht um das Zeichen: ja, ich bin geimpft, ich mache meine gute Arbeit auch unter Corona-Bedingungen weiter. 

  2. ich meinen 87jährigen Vater versorge mit Besuchen mindestens jeden zweiten Tag. Er ist seit dem Frühjahr mit dem gleichen Impfstoff geimpft. Wenn an den Unkenrufen kritischer Ärzte bzgl. ADE (Antibody dependent enhancement) etwas dran ist, könnte es sein, daß mein Vater für eine Erkrankung anfälliger ist, die ich wiederum als Ungeimpfter möglicherweise leichter übertragen könnte. Meine Impfung sehe ich daher schon als Schutz meines Vaters.
    Mir ist bewußt, daß man das auch umdeuten kann: Bei mir könnte ADE zu einer leichteren Ansteckung führen, was ich dann auch übertragen könnte… Aber, wie meine Frau immer so schön sagt: Einen Tod stirbt jeder.“

  3. es auch partnerschaftliche Aspekte gab. Meine Frau hat sich vor mir impfen lassen. Es stand ein gemeinsamer Urlaub an, der nach Möglichkeit ins Ausland führen sollte. Das wäre bei den Verschärfungen in D / FR / I ab Sommer 2021 nicht möglich gewesen – oder nur gegen ständige Vorlage von z.T. im Ausland teuren Tests…

  4. ich merkte, daß mir die intensive Beschäftigung mit Corona nicht gut tut, s. auch das Thema „Zukunftsangst“ in diesem Beitrag. Ich habe mich von März 2020 an lange genug aufgerieben mit diesem Thema, mit der Agitation auf Facebook oder im Bekanntenkreis. Es zieht mich runter. Die Impfung war nun auch ein Ausweg aus diesem Dilemma – und ja, das ist ein billiger Grund, aber einer, der – lebensreformerisch – unter Seelenhygiene fällt. 

Alles keine zwingenden Gründe, wird der mitlesende „Querdenker“ sagen. Ja, aber für mich war diese Entscheidung zu treffen und ich habe sie dem Prinzip nach „gegen meine Gesundheit“ getroffen. Damit muß ich nun leben. Und ja, es fühlt sich nach Kapitulation an. 
Meine Aussagen in meinem „kleinen Manifest“ sind damit nicht überholt. Meine Gesellschaftskritik und v.a. die Kritik am Umgang mit Covid-19 besteht weiter. 

Wess‘ Brot ich eß, dess‘ Lied ich sing

Die Webseite AchGut bezieht sich auf eine Studie und berichtet kurz, daß die Corona-Protestbewegung stark von „Frauen und Gebildeten“ geprägt sei.

Die Tagesschau mit ihrem Haltungsjournalismus bleibt beim alten Narrativ: EXTREMISMUS: „Querdenker“ im Kampfmodus
Sinnigerweise liegt der Artikel bei der Tagesshow unter „investigativ“ LOL.

Für meinen Teil erlebe ich v.a. die erstere Variante: Gunnar Kaiser und Boris Reitschuster sind für mich nach wie vor die herausragenden Personen, wovon mit v.a. Kaiser auf etliche andere Menschen und deren Bücher aufmerksam gemacht hat.

Wartet, bis der Herbst kommt

Wie ein Biergartenbesuch mit „Freunden“ auch enden kann, zeigt dieser Text von Thilo Schneider. Ja, es reicht nicht mehr aus, einfach nur „gesund“ zu sein. Zum Glück haben meine Frau und ich gestern bei einer Feier im Freundeskreis nichts ähnliches erleben müssen. Andererseits sind wir (bei Geimpften) im September zu einer Gartenparty eingeladen. Mal gespannt…

Die Stimmung im Land heizt sich auf. Natürlich muß jeder kritisch Denkende mit Unverständnis reagieren, wenn man am letzten Juliwochenende gut 60000 Personen im Rahmen eines „CSD“ durch Berlin marschieren läßt, während am ersten Augustwochenende in der gleichen Stadt quasi Kriegszustand herrscht und alle Demonstrationen, die die Corona-Politik der Regierung kritisch thematisieren wollen, verboten werden. Ich habe ein paar Livestreams vom CSD gesehen: von wegen Abstand und Masken! Da wurde vom Berliner Senat und der Polizei ganz bewußt weggeschaut. Faktisch gibt es in diesem Land wieder solche Menschen, die auf die Straße gehen dürfen und dabei großzügig gewähren gelassen werden, während die Gegenseite die unerwünschten Menschen sind, denen man das Demonstrationsrecht „großzügig“ beschneidet.

„Wartet, bis der Herbst kommt“ weiterlesen

Das ganze Geheimnis

Der Schriftsteller Ernst Wiechert ist in diesem Blog bislang nur mit einem kurzen Zitat zur Stille vertreten; im alten Blog hatte ich mehrere Werke von ihm erwähnt. Der 1887 in Masuren geborene Wiechert gehörte zum Kreis der „Inneren Emigration“ im Nationalsozialismus. Er kam als „Stück Dreck“ (O-Ton Goebbels) ins KZ Buchenwald, wurde aber begnadigt und „verwarnt“.

Der Zugehörigkeit zur Inneren Emigration entspricht vor allem sein vielleicht bekanntestes Werk: Das einfache Leben. Daraus habe ich in den letzten 20 Jahren an verschiedener Stelle das folgende Zitat verwendet, das mir vor ein paar Tagen wieder „in die Hände“ fiel und mich sogleich an mein „Corona-Manifest“ erinnerte…

"Nun also würde er fortgehen, und nur als von einem Narren würde von ihm geredet werden. Sein Vater würde es wissen, aber sein Vater war tot. Man mußte es nun allein wissen. Sich abends mit frohem Herzen niederlegen können, das war vielleicht das ganze Geheimnis. Froh, wenn man an den gewesenen Tag, und froh, wenn man an den kommenden Tag dachte. Keine Erlebnisse, keine Heldenrolle, kein Glanz um die Stirn. Die Netze auslegen und wieder einziehen, Haus und Insel sauberhalten, ein paar Seiten lesen und abends am Wasser sitzen und in die Sterne sehen. Den Vertrag erfüllen, den man unterschrieben hatte."

Die Schlinge zieht sich zu

Frankreich hatte bislang eine Impfpflicht für Pflegepersonal. Gestern gab Macron bekannt, daß künftig „Gesundheitspersonal“ geimpft sein muß – im Grunde jeder, der mit alten und kranken Menschen arbeitet. Dafür haben die Menschen bis 15.9. Zeit, danach gibt es Sanktionen: keine Beschäftigung, kein Geld…, wie Gesundheitsminister Véran bestätigt hat: „les soignants non vaccinés au 15 septembre ne pourront plus travailler et ne seront plus payés“
Der Ansturm am gleichen Tag auf das Online-Terminbuchungssystem Doctolib war immens…
In Deutschland hatte Söder das bereits vorgeschlagen, kam aber offenbar damit nicht durch. Er wird jedoch nicht müde, nachzulegen: „Ohne Impfen keine Freiheit!“

In Griechenland dürfen Ungeimpfte künftig keine Innenräume von Gaststätten und Kulturbetrieben betreten. Auch hier wird eine Impfpflicht für Personal in Altenheimen eingeführt. Malta läßt ab 14.7. keine Ungeimpften mehr ins auf die Insel.

Der Chef der rheinland-pfälzischen Kassenärztlichen Vereinigung, Heinz, sagte der Rhein-Zeitung u.a., Ungeimpfte sollten nicht mehr in den Urlaub fahren dürfen. Heinz wörtlich: „Die Nicht-Geimpften haben nicht die Freiheit, ihre Maske abzulegen. Sie dürfen nicht ins Stadion, nicht ins Schwimmbad und nicht ohne Maske im Supermarkt einkaufen.“
Besonders perfide der Satz: „Wer Ungeimpften Freiheiten zurückgibt, verspielt die Chance, alle Menschen mit der Impfung zu erreichen.“
Natürlich weisen alle Medien darauf hin, daß Heinz eine „Impfpflicht“ ablehne… Er selbst ist bzgl. der Schärfe seiner Aussagen drei Tage später etwas zurückgerudert (Link bei Saarbrücker Zeitung nicht mehr online auffindbar, 10.11.21).

In diesem Sinne wird die Maske zur neuen Armbinde, zum sichtbaren Zeichen dafür, daß dieser Mensch zur Gruppe der Unerwünschten gehört. In diesem Sinne fragt man bei AchGut nach, ob diese Aussagen denn schon als Volksverhetzung zu werten sein könnten. In einem weiteren Artikel schreibt Alexander Meschnig dazu: „Im Prinzip müsste der Mann in einer funktionierenden Demokratie am nächsten Tag in meinen Augen seinen Schreibtisch räumen.“
Im Text vergleicht Meschnig die Impfung mit der Heiligen Kommunion; die Impfung als Erlösung, als altruistischer Akt… Er kommt zum Schluß, daß wir gerade die „vollkommene Entkopplung des Corona-Diskurses von der Wirklichkeit“ erleben. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Corona – ich bin raus – ein kleines Manifest

In Covid-19 Revisited schrieb ich, daß ich nach meinem Urlaub einen Beitrag mit den wichtigsten Infos aus meinem persönlichen Corona-Dokument (ca. 35 Seiten) verfassen würde.
Werde ich nicht. Warum? Das will ich hier erklären. Es wird etwas länger, bear with me.

Diese Gesellschaft hat sich m.E. unter dem Einfluß der „Corona-Pandemie“ schneller negativ verändert, als das bislang der Fall war – das Virus als Katalysator. So ist z.B. das Gendern bis in die Nachrichten und amtliche Mitteilungen der Landesregierungen vorgedrungen, aber es reicht nicht aus: der „wokeism“ ist hinzugekommen – und Bahlsen hat „Afrika“ umbenannt. Kein Lebensbereich bleibt von der Fremdbestimmung und Gesinnungskontrolle ausgenommen. „Mentale Milieuschädigungen“ nennt das Peter J. Brenner bei Tichy – und sagt „Kein Mensch, der sich im Alltag, im Beruf und der Familie, bewähren muss, kann auf solche Gedanken kommen.“

„Corona – ich bin raus – ein kleines Manifest“ weiterlesen

Covid-19 – revisited

Fünfmal habe ich mich im vergangenen Jahr zum Thema „Corona“ hier im Blog zu Wort gemeldet. Wir sind nun fast ein halbes Jahr weiter – kurzer Rück- und Ausblick:

Zunächst ging ich eher jovial auf die Frage ein, wie die historischen Lebensreformer wohl auf Corona reagiert hätten. Für sie wäre die "Alltagsmaske" wohl Reformkleidung gewesen. 
Der nächste Beitrag war dysphorischer: 2020 fühlte sich wie ein verlorenes Jahr an, und mir fehlte die Perspektive: Wann "geht" Covid-19 wieder? Was kommt dann? 
Deutlicher wurde ich im dritten Beitrag. In diesem Land fühlt es sich nach Meinungsdiktatur an. Mittels Lockdown soll Gehorsam antrainiert werden, was beim deutschen Untertanengeist einfach sein dürfte. 
Darauf thematisierte ich, wie die Wut zur Angst wird, wie sich die Frage nach einem Impfzwang in den Vordergrund stellte. Wie würde ich in meinem Berufsfeld weiterarbeiten können, wenn ein Impfzwang käme? Das Gefühl, "das ist nicht mehr mein Deutschland", überwog. 
Letztlich sprach ich von surrealen Umständen, von Fassungslosigkeit angesichts dessen, was ich beobachten konnte. Ich fragte überspitzt, ob wieder die Zeiten kämen, in denen morgens früh anonyme dunkle Autos Nachbarn "abholten", um sie zur Zwangsimpfung zu fahren.

Lange Zeit habe ich auf einem Facebook-Account diese Dinge thematisiert, „aufklärende“ Artikel und Videos verlinkt und oft auch einen launischen oder genervten Kommentar „hingerotzt“. Das war unsinnig; ich habe den Account gelöscht.
Danach habe ich für mich begonnen, ein „Corona-Dokument“ zu schreiben, also alles festzuhalten, was mir wichtig erscheint, schön mit Belegstellen in den Fußnoten. Das habe ich Mitte Mai eingestellt, weil der Aufwand mein Interesse am Thema überschritt.

Nach wie vor bin ich nicht geimpft und werde mich nicht freiwillig impfen lassen. Mein Onkel hat gerade schwere Impfnebenwirkungen nach der zweiten Impfung mit BioNTech hinter sich…
Abgegangen bin ich von der strikten Testverweigerung. Ich mußte im Mai ein zwingendes persönliches Gespräch in einer Einrichtung führen, also vorab zum Test, der keine vier Minuten benötigte. Mit Ariernachw* äh – negativer Testbescheinigung kam ich dann problemlos rein – und konnte mich den ganzen Tag über daran erfreuen, zu „DEN GUTEN“ zu gehören.

Kurz und gut: Alltag und Arbeit laufen weiter, die Zukunftsangst von Dezember war möglicherweise auch jahreszeitlich unterfüttert.
ABER: die Kritik an der Regierung, am Corona-Mißmanagement, an der Inzidenzwert-Farce bleibt voll gültig. Und das „Cui Bono“ – wem nützen all diese Maßnahmen? – bleibt ungeklärt.

Corona-Finale: Impfzwang und Berufsverbot?

Als ich das erste Mal hier im Blog das Coronavirus erwähnt habe, war das in einem Artikel, in dem ich eher mit einem Schmunzeln auf die Frage einging, wie wohl die historischen Lebensreformer mit der Herausforderung „Corona“ umgegangen wären. Alles hat sich geändert, und ich muß gestehen, daß ich eine (privat) düstere Prognose für 2021 habe. Der erste Lockdown war bereits unnötig, da die Pandemie im März schon vorbei war – sagt Prof. Bhakdi, dem man das glauben kann oder eben nicht. Wer beim Zweiten, dem „Lockdown light“ im November, noch dachte, das werde wirklich begrenzt und „Weihnachten ist alles gut“, dem kann ich nur eine schon fahrlässige Gutgläubigkeit attestieren, so auf Fußballerniveau. „Corona-Finale: Impfzwang und Berufsverbot?“ weiterlesen