Corona-Finale: Impfzwang und Berufsverbot?

Als ich das erste Mal hier im Blog das Coronavirus erwähnt habe, war das in einem Artikel, in dem ich eher mit einem Schmunzeln auf die Frage einging, wie wohl die historischen Lebensreformer mit der Herausforderung „Corona“ umgegangen wären. Alles hat sich geändert, und ich muß gestehen, daß ich eine (privat) düstere Prognose für 2021 habe. Der erste Lockdown war bereits unnötig, da die Pandemie im März schon vorbei war – sagt Prof. Bhakdi, dem man das glauben kann oder eben nicht. Wer beim Zweiten, dem „Lockdown light“ im November, noch dachte, das werde wirklich begrenzt und „Weihnachten ist alles gut“, dem kann ich nur eine schon fahrlässige Gutgläubigkeit attestieren, so auf Fußballerniveau. „Corona-Finale: Impfzwang und Berufsverbot?“ weiterlesen

Die Luft zum Atmen

„Cold war kids were hard to kill under their desks in an air raid drill“ (Billy Joel, Leningrad)

Ich bin ein Kind des Kalten Krieges, geboren im Jahr des „Summer of Love“, der bald vom Deutschen Herbst abgelöst wurde. Meine Eltern sind Kriegskinder, speziell meine Mutter hat die Evakuierung aus dem Ruhrgebiet aus einem völlig zerbombten Haus erlebt. Im Blick auf meine Großeltern half mir das Buch „Kriegsenkel“, sie und mich besser zu verstehen. Mit Blick auf meine Eltern, nun ja, das ist eine ongoing story. Immer wieder versuche ich, gerade die Ängstlichkeit in ihrem Leben zu verstehen. Eine Kindheit im Krieg, ein wackeliger Frieden mit geteiltem Deutschland, der neu aufkommende Kalte Krieg.

Dennoch bin ich als Kind und Jugendlicher in den 70ern und 80ern normal aufgewachsen, ohne Existenzängste, weil die nukleare Bedrohung zunächst zu groß zum Fassen, dann zu schwer zum Tragen war. Sie wurde ausgeblendet. „The Day After“ zeigte mit eindrucksvollen Bildern, daß das Thema doch nicht weg, sondern nur verdrängt war. „Die Luft zum Atmen“ weiterlesen

Ist eine andere Politik wählbar?

Das Wort „Diktatur“ schwirrt derzeit mehr als sonst im Netz herum, insbesondere wird es von Kritikern der Corona-Maßnahmen der Regierung benutzt, um vor dem Hineinschlittern in einen totalitären Staat zu warnen.
Ist der Begriff berechtigt?

Der Philosoph Karl Popper hat zwei Staatsformen unterschieden: eine, die man durch Wahlen ändern kann, ein zweite, bei der das nicht möglich ist. Der Begriff sei egal, also wie man die beiden nennt, aber die Zweite nenne man gewöhnlich Diktatur oder Tyrannei. „Ist eine andere Politik wählbar?“ weiterlesen

Corona: Erste Hilfe ohne Beatmung? Fahrlässig!

Am 1.10. sendete die Doku-Reihe „Planet Wissen“ eine Folge zum Thema Erste Hilfe. Da wurde nun allen Ernstes gesagt, in „Corona-Zeiten“ werde empfohlen, nicht zu beatmen – die Herzdruckmassage sei ausreichend.

Grundsätzlich war die Entwicklung im Bereich der Ersten Hilfe die, daß man die Beatmung gegenüber der Herzdruckmassage weit „zurückgefahren“ hat. Man geht davon aus, daß noch soviel Sauerstoff im Blut ist, daß es vor allem darauf ankomme, diesen mittels Druckmassage durch den Körper zu pumpen. Daher bislang die Regel: 30mal drücken, zweimal beatmen. „Corona: Erste Hilfe ohne Beatmung? Fahrlässig!“ weiterlesen

Zeeland

Coca-Cola-FlaggeEin bißchen wehte sie wie eine Piratenflagge im Wind: zerzaust, an einem morschen Mast, aber vital rot und laut im Wind knatternd: die Coca-Cola-Flagge. Als Kind der 80er, Nichtraucher, Pepsi-Verachter war es nicht der Marlboro-Mann, den ich mit Freiheit assoziierte, sondern am ehesten Coca Cola. Als ich mit 17 in den USA war, gab es dort so eine Vintage-Edition, also die alte Cola aus den 60ern. Dinge, an die man sich Ü50 noch erinnert.
Ja, ich weiß, alles imperialistischer Scheiß, aber seine Prägung hat man ja trotzdem… 😉
Diese Cola-Flagge ist mir aufgefallen und als Symbol im Gedächtnis geblieben für ein paar schöne Tage in Zeeland, der westlichsten Provinz der Niederlande. Ein paar schöne Tage auf der Flucht vor dem ins Corona-Zwangskorsett gepackten Alltag. In den Niederlanden benötigt man aktuell keine Maske, aber überall wird auf 1,5m „afstand“ hingewiesen. Für mich macht das Sinn. „Zeeland“ weiterlesen

Verlornes Jahr – Coronabetrachtungen

„Verlornes Jahr. Die große Zeit
In kleiner Münze hingestreut.
September unterm Spinnenhaar.
Bereift. Verweint. Verlornes Jahr.“

(Eva Strittmatter)

 

Tatsächlich fühlt sich das „Coronajahr 2020“ für mich wie ein verlorenes Jahr an. Verlust heißt für mich v.a. Verlust von Lebensqualität. Das fängt klein an bei Abstands- und Maskenregeln, geht aber schnell zum „großen Verlust“, nämlich dem des Reisens. Ich brauche das Reisen als Ausgleich zu meiner Arbeit – und Reisen ist nur bedingt „Ostsee“ oder „Lüneburger Heide“ oder „Zeeland“, es sind doch die wärmeren, südlicheren Gefilde, die mir die Erholung bringen (und wenn ich an meine Caminos denke oder Fuerteventura – soviel mehr als nur „Erholung“: Weite, Freiheit, Tiefe, religiöses Erleben…). „Verlornes Jahr – Coronabetrachtungen“ weiterlesen