Camino Francés 2015 (CF1)

[Die Seite ist Teil des Berichts über meinen Camino Francés 2015. Es ist die erste Seite.]

Erstmals berichtete ich am 5.5.14 im alten Blog über meine Absicht, mich auf den Jakobsweg zu begeben, genauer: auf die letzten ca. 800km von Südfrankreich (St.-Jean-Pied-de-Port) durch Nordwestspanien bis nach Santiago de Compostela, wo der Legende nach der Apostel Jakobus (der Ältere) bestattet sein soll. Geplant hatte ich diese Pilgerreise ab Ende 2013; mir macht es nämlich großen Spaß, Reisen lange im voraus zu planen – da kann ich richtig drin aufgehen. 🙂

Warum Camino Francés? Weil es der klassische „Hauptweg“ ist. Deshalb, als erste Beschäftigung mit dem Phänomen der Jakobswege, sollte am Anfang der „Klassiker“ stehen.
Warum überhaupt einen „christlichen Pilgerweg“ gehen? Nun, das erste Mal kam ich mit dem Jakobsweg oder „Camino“ durch das Buch von Hape Kerkeling, „Ich bin dann mal weg“, in Kontakt (Kerkeling 2007). Als es 2006 erschien, war ich noch in einer Naturreligion aktiv, dennoch faszinierte mich schon immer das spirituell motivierte, auch meditative Gehen / Wandern / Pilgern als konkreter Ausdruck von Religion. Letztlich ließ ich ungefähr das Schlußviertel des Buches aus, weil mir Inhalt, Schreibstil, Kerkelings eigener Anspruch ans Pilgern nicht zusagten. Aber der Gedanke ruhte in mir. „Camino Francés 2015 (CF1)“ weiterlesen

Leben nach eigenem Gesetze

„Da heißt es, einmal, und sei es auch nur für kurze Zeit, in die Stille zu gehen, sich abzuschließen von aller Außenwelt – und auch die liebsten Menschen sind Außenwelt dabei – um sich selbst, seinen Rhythmus, seine Eigenart, seine geistige Selbständigkeit zu finden. Einsamkeit – und wäre es nur für einige Tage – braucht der Mensch, der sein Leben nach eigenem Gesetze leben will. Denn dies Gesetz muß erst gefunden werden unter den Schlacken, mit denen es Alltagsansprüche überschütteten.“

[Th. Mülhause-Vogeler, Freie Lebensgestaltung]