Blog – noch zeitgemäß?

Das Internet wandelt sich schnell – wer am Ball bleiben will, muß mitziehen und gegebenenfalls auf neue Plattformen umziehen. Man denke z.B. an den großen Erfolg von „Wer kennt wen“ – davon spricht heute kaum noch einer. Und wenn ich nun sage, „heute“ sei der Facebook-Account Standard, lächeln meine Söhne mitleidig, denn sie sind schon bei den nächsten „In-Apps“.

Generell hat es m.E. eine Verschiebung vom geschriebenen zum gesprochenen Wort gegeben. Das meint Podcasts, aber v.a. Videos und Streams. Bei Youtubern, denen ich schon lange folge, konnte ich miterleben, wie sie zum einen die Ausrüstung optimierten und zum anderen die Fotografie-Technik verbesserten, sei es durch besondere Arrangements bei der Aufnahme, Einsatz von Drohnen oder durch Schnittechniken und Effekte bei der Nachbearbeitung.

Zugegeben: ich schaue gerne Videos. Und ich habe etliche Podcasts abonniert, die ich fürs spätere Anhören herunterladen kann. Eine Prämisse der neuen Entwicklungen ist, daß alles mobil und nahtlos verfügbar sein muß. Da liest man z.B. ein Amazon Kindle Ebook, steigt ins Auto, verbindet das Handy über Bluetooth und hört von der gleichen Stelle an das Audiobook weiter…

In einem gestern gehörten Podcast beschwerte sich ein Professor über die Leseunlust seiner Studenten. Mit längeren Texten seien sie überfordert, er müsse genauer auswählen und kürzen. Die Konzentrationsfähigkeit sei mittlerweile geringer, er dürfe keine zu langen Vorlesungen halten, sonst würden die Studenten zu ihren Handy abschweifen und schauen, was es da neues gibt. Von denen liest dann keiner mein Blog – oder Blogs generell. Das ist dann eher die Sparte für „toxische, alte, weiße Männer“.

Natürlich habe ich schon über ein Video-Format oder einen Podcast zum Thema Lebensreform bzw. den diversen Themen meines Blogs nachgedacht. Dies aber nicht, weil es die bessere Lösung für die Themen wäre, sondern weil damit ein größerer Personenkreis erreicht werden könnte. Hier stellt sich die Frage: muß ein größerer Personenkreis erreicht werden? Nö, muß nicht. Das ist letztlich immer noch ein Hobby-Projekt, das im Umfang meiner Zeit und Lust wächst. Und es ist doch auch so: wenn ich selbst viel und gerne lese, wähle ich mir die dazu passende Plattform: Blog oder Buch – das war ja auch die Diskussion (mit mir), als es um die Veröffentlichung meines Jakobswegberichts ging (die Autokorrektur schlägt gerade „Wehrmachtsberichts“ vor…). Da habe ich mich für das Blog entschieden, auch weil es „einfacher“ ist als mir mit den Publikationsrichtlinien für Ebooks die Zeit zu vertreiben.

Blog – das ist „mein Format“, dabei bleibe ich. Gerne darf in den Kommentaren diskutiert werden.
Aktuelles – insbesondere Fotos – gibt es in meinem Instagram-Account.

Ist eine andere Politik wählbar?

Das Wort „Diktatur“ schwirrt derzeit mehr als sonst im Netz herum, insbesondere wird es von Kritikern der Corona-Maßnahmen der Regierung benutzt, um vor dem Hineinschlittern in einen totalitären Staat zu warnen.
Ist der Begriff berechtigt?

Der Philosoph Karl Popper hat zwei Staatsformen unterschieden: eine, die man durch Wahlen ändern kann, ein zweite, bei der das nicht möglich ist. Der Begriff sei egal, also wie man die beiden nennt, aber die Zweite nenne man gewöhnlich Diktatur oder Tyrannei. „Ist eine andere Politik wählbar?“ weiterlesen

Meßfeier im Stream – wenn etwas fehlt

Als ich 2015 auf dem Jakobsweg in Spanien unterwegs war, gehörte ich nicht mehr zur katholischen Kirche, weil ich Jahre zuvor ausgetreten war. Für mich bedeutete das, es war mir nicht erlaubt, an einer Eucharistiefeier teilzunehmen bzw. an der Kommunion mit Empfang der Hostie. Das war meine Überzeugung, die sich mit Aussagen der katholischen Kirche in Deutschland deckt. Eine Freundin, mit der ich das öfter besprach, sah das ganz anders: sie meinte, ich sei doch getauft und wenn ich mich als Christ empfand (auf meinem Weg zurück seit 2013), dann könne ich auch zur Kommunion gehen.

Ich tat es nicht, auch nicht als ich nach ca. 800 km in Santiago de Compostela angekommen war. Das hat mich bewegt, ja, es ist mir auch schwergefallen, gerade hier am Ende einer großen Reise nicht daran teilnehmen zu können. Es fühlte sich nicht richtig an – und das Gefühl wertete auch das Ankommen nach so vielen Wochen ein wenig ab. „Meßfeier im Stream – wenn etwas fehlt“ weiterlesen