Neue Bücher (5)

Neue Bücher sind eingetroffen, dazu eine engbeschriebene Postkarte aus dem Jahr 1924 mit dem Fidus-Motiv „Beichte„. In kleinster Schrift mit feinem Federstrich hat da ein Mann (?) geschrieben: „Mein liebstes Märchen bist Du!“ Ich muß noch versuchen, weitere Passagen des schwer lesbaren Textes zu entziffern.

Dann ist da die Biographie von Gustav Landauer von Rita Steininger, untertitelt „Ein Kämpfer für Freiheit und Menschlichkeit“. Landauer, Vertreter eines libertär-utopischen Anarchismus hat Zeit seines Leben schwere Schicksalsschläge einstecken müssen, bis er schlußendlich am 1. Mai 1919 in der JVA Giesing mißhandelt und ermordet wurde. „Ich habe mehr durchgemacht, als meinen Jahren zukommt, und fast mehr, als ein Mensch ertragen kann.“ Trotzdem blieb er Pazifist. In diesem Buch steht der persönliche Werdegang im Vordergrund, nicht das politische Werk. Die Autorin hat präzise gearbeitet und die Fakten in einen sehr gut lesbaren Stil verpackt. Wird nicht mein letztes Buch von/über Landauer. „Neue Bücher (5)“ weiterlesen

Mein Arbeitsplatz

Fidus stand – ich habe es hier schon mal geschrieben – ganz am Anfang meiner Beschäftigung mit der Lebensreform. Die „bildenden Künste“ sind nicht so mein Thema, aber Fidus „packte“ mich mit seiner Kunst. Über das Fidus-Buch von Frecot, Geist und Kerbs kam ich in den 90ern zum Thema Lebensreform.
Zwei seiner Werke schmücken meinen Arbeitsplatz, zum einen „Zur Brautinsel“, hier kurz mit Bild erwähnt, und – ja… mir fällt der Titel des links zu sehenden Bildes nicht mehr ein und ich finde es nicht in der Publikation Fidusbilder. Hm… Wer den Namen des Bildes kennt, könnte mir bitte einen Kommentar hinterlassen.

Mir kam der Gedanke, diesen Arbeitsplatz einmal zu fotografieren und hier einzustellen.

Man sieht auf dem untenstehenden Bild zunächst links das große Poster der Monte-Verità-Ausstellung aus Berlin vom Jahre 1979. Rechts daneben – mittig – die beiden Fidus-Bilder, darüber meine Jakobsweg-Urkunde, die „Compostela“ (rechts) und die Urkunde aus Fisterra (links).
Unten ist der auf Teresa von Avila zurückgehende Gebetstext „Nada te turbe“ zu sehen, rechts daneben ein Ausschnitt aus einer Spanienkarte, in die alle Jakobswege in diesem Land eingezeichnet sind.

Nada te turbe
Nada te espante
Todo se pasa  
Dios no se muda 
La paciencia todo lo alcanza
Quien a Dios tiene  
Nada le falta   
Solo Dios basta 

(Teresa de Jesús)

 

Fidus und Diefenbach

Eines meiner ersten Bücher über die Lebensreform war das Büchlein über die Alpenreise von Fidus und seinem Meister Diefenbach. Daran erinnerte ich mich eben mit einem Schmunzeln. Vor einigen Wochen habe ich hier mit einem in meiner Familie vielbelächelten Projekt begonnen: Ich kaufe thematisch zu den Abteilungen meines großen Bücherregals passende Playmobil-Figuren und stelle sie zu den Büchern ins Regal. Da gibt es nun einen Benediktiner, einen Stabilitas-Loci-Mönch, sowie seinen „Gegenspieler“, einen Franziskaner. Einen modernen Pilger und einen historischen. Kreuzritter, ein Flamenco-Paar, einen Beduinen mit Dromedar. Und eben, tja, auch den Künstler alles Lichtbaren mit seinem Meister:

Ladies and Gentlemen, may I introduce to you: FIDUS and DIEFENBAAAAAAAACH!

Jugendstil (Ausstellung)

Das Landesmuseum Wiesbaden präsentiert ab sofort die Dauerausstellung „Jugendstil“ auf der Basis einer Schenkung von F.W. Neess anläßlich seines 90. Geburtstages (FAZ / FAZ) . In fünf Räumen werden unterschiedlichste Exponate wie Möbel, Gemälde, Lampen der auf ca. 41 Millionen Euro geschätzten Ausstellung gezeigt.
Soweit aus dem Artikel ersichtlich, sind auch Karl Wilhelm Diefenbach und Fidus mit Bildern vertreten.

Hier findet sich ein Interview mit F.W. Neess.
Der Katalog kostet 29,90€.

Das Denkmal des Getreuen « bündische vielfalt .

Das Blog Bündische Vielfalt berichtet über das Fidus-Haus in Woltersdorf, genauer über die Trias aus Haus, Fidus-Grab und Gefallenen-Denkmal. Zwecks Erhalt dieser Kulturgüter bittet der Woltersdorfer Verschönerungsverein um Spenden, s. Link unter Quelle.

Quelle: Das Denkmal des Getreuen « bündische vielfalt .

Die Schönheit

Nach längerer Zeit habe ich mal wieder antiquarisch Ausgaben der Schönheit gekauft: zum einen den Jahresband 9 (1912), zum anderen das Weidemann-Sonderheft „Kunstgabe 4 der Schönheit“). Sehr nett fand ich, daß mir die Antiquarin noch als Bonus das Fidus-Sonderheft der Schönheit beigelegt hat – kostenlos, aber mit gebrochener Bindung. Das ist jedoch erstmal nicht schlimm.

Versprengte Infos aus 10 Jahren

2013

  • ZEIT-Sonderheft zur Lebensreform „Anders leben„, Artikel (4 Seiten) von Joachim Radkau: Ins Freie, ins Licht!

2011

  • Vom 7.4. bis 26.10.2011 fand in der Wiener Hermesvilla die erste große Diefenbach-Ausstellung Österreichs statt. Titel: Der Prophet – Die Welt des Karl Wilhelm Diefenbach (Info-Flyer)

2010

  • Bis August zeigt das Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum die Ausstellung Nude Visions – 150 Jahre Körperkultur in Fotografie und Malerei. Die damalige Domain zur Ausstellung (www.nude-visions-ausstellung.de) ist zwischenzeitlich zur Erotikseite „mutiert“.
  • Baden an der Pommerschen Bucht: Polnischer Bikini trifft deutsche Badekappe

2009

  • Diefenbach-Ausstellung in der Münchner Villa Stuck: Karl Wilhelm Diefenbach – Lieber sterben, als meine Ideale verleugnen! (Info)

2003

  • Rezension zu Eva Büchi: Als die Moral baden ging, Badeleben am schweizerischen Bodensee- und Rheinufer 1850-1950 unter dem Einfluß der Hygiene und der „Lebensreform“

2002

  • Rezension des Kataloges der Ausstellung ‚Die Lebensreform – Entwürfe zur Neugestaltung von Leben und Kunst um 1900‚ auf der Mathildenhöhe.

2001

Neues von Fidus

Bei meiner Suche in den Weiten des „Zwischennetzes“ bin ich auf ein schönes, selbstgestaltetes Album aus dem Jahr 1919 gestoßen. Es ist aus festem Karton offenbar selbst gebunden und enthält 23 Bilder von Fidus, z.T. reguläre Postkarten, z.T. aber auch Drucke mit einem metallischen Glanz, die an den Rändern etwas verblaßt sind.
Angelegt hat dieses Album Grace von Holbach, Weihnachten 1919. Das Jahr 1922 ist dahinter noch nachgetragen worden. Die Dame liebte offenbar die etwas verspielteren Motive (Sonnenblumenelfen, Elfenwanderer), aber auch Paarmotive und germanische Themen (Allvaters Kinder, Germania).
Das Album endet mit ein paar Scherenschnitten von Fidus.   „Neues von Fidus“ weiterlesen