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Neuzugang in der Bibliothek

„Das Neue“ kann nicht gleich den freundschaftlichen Kontakt zu seinen Artgenossen suchen, denn alle Bücher – nicht nur die zur Lebensreform – sind derzeit wegen Renovierung in Kisten verpackt und warten auf ihre Wiederkehr in ein völlig neues, modernes Regal. Also muß es warten. 🙂

2013 auf 14 wurde die Ausstellung „Aufbruch der Jugend“ gezeigt, ich hatte kurz darauf hingewiesen. Seit damals hatte ich mich bemüht, den Ausstellungskatalog, ein gebundenes Buch, zu bekommen. Er war offiziell ausverkauft; Anbieter über Buchportale forderten teils 100€ und mehr. Jetzt ist es mir gelungen, das Buch zu einem sehr guten Preis zu ergattern.

In dem Buch, untertitelt „Deutsche Jugendbewegung zwischen Selbstbestimmung und Verführung“, wird der Bogen gespannt von den Anfängen des Wandervogels vor dem Ersten Weltkrieg über die Beziehung von Jugendbewegung und Hitlerjugend bis zu den Protestjahren in den 1960ern – hier inbesondere mit einem Kapitel über die Festivals auf Burg Waldeck 1964-69.
Schaut man das mit vielen Bildern und Grafiken illustrierte Buch an, kann man verstehen, wieso es kaum erhältlich ist. Es ist mit Sicherheit eine fachlich gelungene Abrundung der bisherigen Literatur zur Jugendbewegung. Ich werde auf jeden Fall an den kommenden (hoffentlich warmen) Abenden auf der Veranda mal hineinschmökern.

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Magazin und Tagung

Zwei kurze Hinweise:

Da ist zum einen das Magazin „Maas – Impulse für ein erfülltes Leben“, interessanterweise mit dem Nachnamen der Inhaberin des „animaa-Verlages“ betitelt. Man möchte Aktionen, Projekte, Menschen vorstellen, die „Mut machen“ und inspirieren. Es geht um das Leben in Harmonie mit der Umwelt und um positive Veränderungen.
Die ersten drei erschienenen Ausgaben haben die Titelthemen „Beruf und Berufung“, „Frauen und Männer“, „Leben und Sterben“.  Im Dezember geht es mit „Individuum und Gemeinschaft“ weiter. Auf „OpenPR“ findet sich noch ein längerer Werbetext, daraus dieses kurze Zitat:
„maas ist ganzheitlich und ökologisch ausgerichtet, konsumkritisch und lebt intensiv den Gedanken der Stärkung durch Vernetzung. Maas fördert Menschen und Projekte und ist prall gefüllt mit Wissen, Inspirationen und Mut-Mach-Geschichten. maas findet bewegende Perlen und Helden/Heldinnen des Lebens und des Alltags. maas ist Lesegenuss für viele, viele Stunden.“

Zum anderen ist das die hier vor längerer Zeit schon einmal erwähnte Tagung des Archivs der Deutschen Jugendbewegung (Burg Ludwigstein), vom 21. bis 23. Oktober 2016, auf die Susanne Rappe-Weber in einem Artikel bei H/Soz/Kult hinweist. Die Tagung steht unter dem Motto:
Avantgarden der Biopolitik. Jugendbewegung, Lebensreform und Strategien biologischer ‚Aufrüstung'“.

Rappe-Weber stellt das Thema kurz vor (19. Jhd., Angst vor Degeneration – sowohl des eigenen Körpers, als auch des Volkes, daher ‚Aufrüstung‘, um ’stark, gesund und rassisch rein‘ zu bleiben), gefolgt vom Tagungsprogramm.

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Avantgarden der Biopolitik (Tagung)

Das Archiv der Jugendbewegung hat im Jahr 2016 das Jahresthema Avantgarden der Biopolitik, Jugendbewegung, Lebensreform und Strategien biologischer „Aufrüstung“.  Hierzu findet eine Archivtagung vom 21.-23. Oktober 2016 auf der Burg Ludwigstein statt.
Link zum Einladungsflyer (PDF)

Uwe Puschner spricht zu „Körperlichkeit und völkischer Aufbruch“, Christina Niem über den Verleger Eugen Diederichs, Gabriele Guerra über Gustav Wyneken und die Freie Schulgemeinde Wickersdorf – als Beispiele. Das gesamte Programm ist höchst interessant.

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Aufbruch der Jugend (Ausstellung)

Passend zum Meißnerlager 2013 zeigt das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg vom 26.9.13-19.1.14 die o.g. Ausstellung mit dem Untertitel von der Jugendbewegung „zwischen Selbstbestimmung und Verführung“. Man kooperiert mit dem Archiv der Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein.
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Im Lichtkleid zum Lebensglück

zeitandlNudismus: Im Lichtkleid zum Lebensglück | Wissen | ZEIT ONLINE.

Das aktuelle Sonderheft ZEIT Geschichte greift das Thema Lebensreform auf. Der Blick ins Inhaltsverzeichnis klingt vielversprechend.

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Meißner 2013

Im Jahr 1913 traf sich die Jugend, d.h. zumeist die in Wandervogel-Bünden organisierte, wobei studentische dominierten, auf dem (später so genannten Hohen) Meißner in Nordhessen zu einem ersten Freideutschen Jugendtag. Ich hatte das in diesem Beitrag bereits kurz angeschnitten und auch darauf hingewiesen, daß es eine Diskussion darum gebe, ob auch als „rechts“ eingestufte Bünde teilnehmen dürfen. Seinerzeit erhielt ich inoffiziell die Info, daß z.B. Freibund oder Fahrende Gesellen nicht kommen „dürfen“.

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Jugendbewegung

Im Rahmen der Lebensreform hat mich schon länger das Thema „Jugendbewegung“ interessiert, allerdings habe ich bis dato darüber kaum etwas gelesen. Zwar besitze ich zwei alte Wandervogel-Liederbücher, nämlich den Zupfgeigenhansl von Hans Breuer aus dem Jahre 1913 (und da vorne ein Besitzvermerk von Juli 1913 eingetragen ist, kann es durchaus sein, daß das Büchlein auch beim Ersten Freideutschen Jugendtag auf dem Hohen Meißner mit im Gepäck war) sowie das Wandervogel-Liederbuch von Frank Fischer aus dem Jahre 1912 (für das gleiches gilt). Aber diese Büchlein entsprangen dem Interesse an Volks- und Wanderlied, also nicht dem an der Wandervogel-Bewegung als solcher. Aber doch sind sie ein Strang in diesem langsam sich formulierenden Wunsch nach weiterer Lektüre, weiterem Kennenlernen. Ein Meilenstein war für mich Der Wanderer zwischen beiden Welten von Walter Flex. Dieses Zitat ist mir seitdem immer präsent:
„Gelassenheit war eins seiner Lieblingsworte, in ihr sah er das Wesen menschlicher und männlicher Würde, heitere und lässige Sicherheit lag immer wie ein Glanz über seinem Wesen, und es war in ihr soviel menschliche Anmut wie männliche Würde.“