Lubenow: Vier Frauen am Meer (Kurzrezension)

Der Roman von Svea Lubenow spielt im Jahr 1925 im v.a. Fischländer Ort Ahrenshoop an der Ostseeküste, der u.a. für seine Künstlerkolonie bekannt ist.
Protagonistin, möglicherweise mit biographischen Anteilen der Autorin, ist Gitta, die sich von ihrem Elternhaus emanzipiert, zunächst durch Beitritt zu einer lebensreformerischen Loge, dann durch Umzug nach Ahrenshoop, wo sie mit drei anderen Frauen ein Schneideratelier für expressionistisch gestaltete Kleider gründet.

Für die schon 26-Jährige heißt Emanzipation auch Suche nach einem Mann. Der Erste entpuppt sich als „Windbeutel“, auch wenn er „wild und verwegen anmutete wie ein Freibeuter“, der zweite braucht „Auftauzeit“, um zum Finale Grande zu kommen. „Lubenow: Vier Frauen am Meer (Kurzrezension)“ weiterlesen

Bollmann: Monte Verità (Kurzrezension)

Nach Erscheinen des Buches informierte ich kurz mit Verweis auf nicht so gute Amazon-Rezensionen. Das war, wie ich gerade sehe, schon 2017. Im Frühjahr 2022 habe ich die 2. Auflage von 2019 (Pantheon) gelesen. Also schnell bei Amazon nachgeschaut (Stand: 18.8.22): 33 „Sterne-Rezensionen“ mit einem Ergebnis von 4,3 von 5 Sternen, also ziemlich gut. Ins Auge sticht eine 1-Stern-Rezension, in der Bollmann vorgeworfen wird, einen „grob(en) und groß(en)“ erzählerischen Bogen zu spannen, während das „eigentliche Leben auf dem Berg diffus“ bleibe. Die Bewerter mit 2 und 3 Sternen haben keinen Text hinterlassen.

Ich war auf den ersten ca. 100 Seiten (entspricht „Teil 1: Der Aufbruch“) von knapp über 300 Seiten sehr begeistert vom Schreibstil des Autors. Doch nach den Teilen 2 (Die Agenda) und 3 (Die Verwandlung) bin ich vorsichtiger in der Bewertung, wenn auch keinesfalls negativ.  „Bollmann: Monte Verità (Kurzrezension)“ weiterlesen

Film: Monte Verità: Der Rausch der Freiheit – Kurzrezension

Als ich vom Projekt des Monte-Verità-Films erfuhr, war ich gleich begeistert und habe eine Info-Seite erstellt. Nach Premiere und Kinostart habe ich die Eindrücke der Presse eingepflegt und so ein Bild vom Film erhalten, mithin eine Erwartungshaltung. Ist der Film wirklich „nah am Kitsch“, wirkt die weibliche Hauptrolle „schablonenhaft“?

Am 6.5.22 war der Film zu Kauf und Ausleihe auf iTunes (und vermutlich anderen Portalen) verfügbar. Hier meine Eindrücke:

Was ist mit dem Rausch der Freiheit aus dem Untertitel? Den erlebe ich im Film nicht. Was ich erlebe, ist die Fotografinnenausbildung der Hanna Leitner, die als Mensch durchgängig auf Distanz zum Gesamtprojekt Monte Verità ist, doch nicht unbedingt zu einzelnen Personen. „Film: Monte Verità: Der Rausch der Freiheit – Kurzrezension“ weiterlesen

Speit – Verqueres Denken (Kurzrezension)

„Der Neger hat also ein starkes Triebleben.“

Auf Seite 167 (des Kindle-eBooks) zitiert Andreas Speit Steiner, nachdem er sich schon seitenlang über Anthroposophie, Homöopathie, Waldorfschulen, die Akasha-Chronik und Blavatskys Geheimlehre ausgelassen hat.
Was hat eine person of color und ihr mutmaßlicher Trieb nun mit den Querdenkern und Coronakritikern zu tun? Tja, das ist schwer zu sagen. Es ist das Ergebnis einer artistischen Verknüpfung von nicht zusammenhängenden Dingen…   „Speit – Verqueres Denken (Kurzrezension)“ weiterlesen