Heute! Vortrag: Klatschmohn und Hakenkreuz (Wiesbaden)

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Stadt-Jugend-Stil“ im Wiesbadener Stadtmuseum hält Dr. Susanne Claußen einen Vortrag zu den Verbindungen von Lebensreform (in ihrer völkischen Ausprägung) und dem Nationalsozialismus. Es werden konkrete Personen (aus dem Wiesbadener Raum) hervorgehoben, die als Lebensreformer eine „zweite Karriere“ bei den Nazis machten.

Vortrag im Stadtmuseum am Markt, 21.1.20, 19 Uhr, Eintritt frei

Motzener See – 100 Jahre FKK

Motzener See

„Nasse Wiege der deutschen Freikörperkultur“, so hat man den Motzener See genannt. Laut Wikipedia soll das organisierte Nacktbaden dort bereits 1919 begonnen haben – also vor genau 100 Jahren. Zeit also, mal persönlich an diesem schönen See vorbeizuschauen.
(Nach anderer Angabe, s.u., ging es erst 1920 los.)

Der See liegt ungefähr in Nord-Süd-Ausdehnung, auch wenn das nördliche Ende ein wenig Richtung Westen, das südliche nach Osten „gerutscht“ ist. Der See liegt 30km südlich von Berlin (von der Stadtgrenze aus). Bereits seit dem 16. Jahrhundert gab es in Motzen einen Halt auf der Poststrecke Berlin-Dresden (1, s.u.). Ab 1894 war die Eisenbahnanbindung an Königs Wusterhausen und damit die Großstadt Berlin fertiggestellt (3).
Urkundlich wurde Motzen erstmals 1346 als „Mossen“ erwähnt, was wohl vom slawischen Wort Mocina für Feuchtgebiet / Sumpf abgeleitet ist (1). Motzener See – 100 Jahre FKK weiterlesen

2020

Ein frohes neues Jahr den Lesern meines Blogs!

Wo geht es hin, was wird hier passieren? Zunächst einmal war die Israelreise im Oktober 19 überwältigend. Ich weiß noch nicht genau wie und wann, aber ich werde dazu Inhalte hier einstellen.

Zunächst aber habe ich beschlossen, meinen Bericht vom Jakobsweg 2015 hier im Blog mit je einem Beitrag pro Tag einzustellen. Dazu hatte ich hier schon kurz geschrieben, daß ich mir noch unsicher bin, ob ich ihn hier einstelle oder nicht. Jetzt aber denke ich, daß auch andere davon profitieren sollen.

Letztlich steckt in dem Entschluß aber auch Vorfreude drin, denn in diesem Jahr geht es auf die ersten 200km der Vía de la Plata. Mein jüngerer Sohn und ich starten Anfang des Sommers in Sevilla und pilgern ca. 200/250km nach Norden. Ich bin sehr gespannt…

Neben Camino-Bericht und Israelreise brauche ich wahrscheinlich gar nicht mehr allzuviel zusätzlich zu planen. Für März habe ich nun die ebenfalls schon angesprochenen Schweigeexerzitien im Kapuzinerkloster Irdning in der Steiermark fest gebucht. Ich bin sehr gespannt, wie sich die 10 Tage beim zweiten Mal anfühlen werden.

Möglicherweise steht Ende des Jahres noch eine Reise nach Marokko an, die aber noch nicht geplant / konkret ist.
Letztlich will ich nicht zuviel versprechen, weil ich mich dann selbst unter Zwang setze, das Blog füllen zu müssen. Ich glaube, es ist eher Beständigkeit notwendig, das heißt auch, die Inhalte der letzten Jahre kontinuierlich anzubieten.

Lebensreform und Alternativmilieu der 1980er (Buch)

Ein spannendes Buch erscheint in der ersten Oktoberwoche (Nachtrag: Lieferung an mich war am 18.10.19). Die Autoren Detlef Siegfried und David Templin haben sich die historische Lebensreform um 1900 angeschaut und diese dann mit dem Alternativmilieu um 1980 verglichen. Der Untertitel des Werkes lautet: „Kontinuitäten und Brüche in Milieus der gesellschaftlichen Selbstreflexion im frühen und späten 20. Jahrhundert“. Das läßt schon erkennen, daß es eher ein Fachbuch ist, keine populärwissenschaftliche Arbeit. Siegfried und Templin fungieren als Herausgeber, d.h. das Buch enthält diverse Aufsätze von anderen Autoren. Abgerundet wird dies durch Rezensionen anderer, diese Thematik berührender Werke.

Das Buch erscheint bei V&R unipress in Göttingen. Auf der Verlagsseite gibt es schon eine Leseprobe zum Herunterladen.

Wo geht es hin?

Ja, nach der Wiederherstellung des Blogs fragt sich vielleicht mancher, was kommt denn noch so in diesem Jahr? 

Zunächst einmal plane ich kurze Rezensionen zu in den letzten Jahren erschienenen Büchern wie “1913” von Illies und “Das Sonnenfest”, ebenso Langs Hesse-Roman, aber auch Wedemeyer-Kolwes Lebensreform-Einführung “Aufbruch”. 

Inhaltlich will ich an den Nachrichten und gesellschaftlichen Entwicklungen dranbleiben und diese an die historische Lebensreform rückkoppeln. Nur soviel: Ich schreibe gerade über Kamelzehen. 

Urlaube wie der an der Ostsee in Zingst oder auch der in Istrien – sechs Jahre ist das nun schon her! – sind hier reflektiert worden, weil sie außergewöhnlich waren. In Kroatien habe ich meine Liebe zu Wärme, Sonne, Süden wiedergefunden. Anderes habe ich hier komplett ausgelassen, z.B. zwei schöne Wochen in Norwegen, ein paar Tage im Herbst auf Usedom, aber auch meine Jakobswege in Spanien: 800km im Jahr 2015 und weitere 200 in 2017. Wo geht es hin? weiterlesen

1900 – P. Michalzik – Kurzrezension

Fangen wir zunächst damit an, daß Titel und Untertitel ein wenig irritieren: man geht davon aus, eine Beschreibung der aufkommenden Lebensreformbewegung um die vorletzte Jahrhundertwende vor sich zu haben, de facto ist das Buch aber auf die Kolonie auf dem Monte Verità am Lago Maggiore fokussiert. Dennoch ist der Titel nicht ganz abwegig, da viele Details rund um den Hauptstrang der Erzählung die Lebensreform allgemein beschreiben.

Auf den ersten ca. 30 Seiten fand ich es schwer, in einen Lesefluß zu kommen, da der Autor kollagenartig verschiedenste Personen und Orte verknüpft und ständig zwischen ihnen wechselt. Da springt man mit Gerhart Hauptmann von dessen Begegnung mit dem Wanderprediger Johannes Guttheil zu Nietzsches bevorzugter Schinkensorte… Doch Michalzik schafft es, die Stränge wieder zu bündeln, Beispiel von Seite 24: „Tolstoi, Nietzsche, Hauptmann, Guttzeit, sie alle berühren eine Idee (…), die größer ist als sie.“  1900 – P. Michalzik – Kurzrezension weiterlesen

Besser leben! (Ausstellung)

Im ersten Halbjahr 2020 wird es spannend: in Bern findet im Historischen Museum die AusstellungBesser leben! Lebensreform bis heute“ statt, genauer vom 13.2.-4.7.20 nach derzeitiger Planung.

Inhaltlich werden die Forschungsergebnisse des Projektes der Uni Freiburg (Schweiz) „Die Lebensreformbewegung im 20. Jahrhundert“ (von 2014-2018) präsentiert.
Kuration: Dr. Andreas Schwab, Eva Locher, Stefan Rindlisbacher
Wiss. Leitung: Prof. Damir Skenderovic

Achtung, frisch gestrichen!

Ja, es riecht noch ein wenig nach frischer Farbe… 😉
Mein Blog war im verlängerten Winterschlaf. Nun habe ich mich aufgerafft und am heutigen Sonntag bei gut 38°C hier im (relativ) kühlen Büro sitzend eine komplette Neuinstallation gewagt. Das ging mit Hilfe der Seiten von United Domains, meinem Hoster, sowie diversen Support-Seiten im Netz relativ einfach und mit erfreulich wenigen Problemen. Zwei Bilder von 300 wurden wegen Umlauten nicht importiert, das kann schnell behoben werden. Beim Import der XML-Datei wurde etwas mit „dav“-Kürzel nicht importiert, da muß ich noch suchen. Natürlich gehe ich auch nochmal an die Datenschutzerklärung, die aber im Grunde nicht so wichtig ist, weil ich keine Partnerprogramme u.ä. nutze – auch nicht so beliebte Plugins wie Akismet und Jetpack.

Von daher, lieber Leser, lassen wir die Farbe trocknen. Bald geht es hier mit einigen Beiträgen weiter.

Während in vergangenen Jahren klassische Lebensreform-Themen im Vordergrund standen, hat es doch eine Verschiebung meiner Schwerpunkte gegeben. Ich habe seit Anfang 2013 zum Katholizismus zurückgefunden und bin im April 2019 wieder in die katholische Kirche eingetreten. Somit werden hier in Zukunft Beiträge mit christlichem Hintergrund und einer tendenziell anarchistischen Sichtweise (Stichwort: Leo Tolstoi) zu finden sein. Aber natürlich nicht nur – die Auswahl war schon immer breitgefächert.

Minimalismus – kleine Ansätze :-)

Ja, der Minimalismus ist in aller Munde – und ich glaube, das wäre ein hervorragendes Thema bereits für die historische Lebensreform gewesen. Einfachheit, Schlichtheit, aufgeräumte Wohnumgebung und aufgeräumter Geist, das paßt alles zur Selbstreform, die um 1900 „in“ war.

Ich habe das hier bereits zweimal kurz angerissen:

Anders leben

Gedanken zu: Amon Barth – Einfach loslassen

Aber nun kam der „Wind“ in unserem Haus aus ganz anderer Richtung: meine Frau hat den Minimalismus für sich entdeckt… und die Kinder (zumindest den Jüngsten) angesteckt. Hier ein paar Impressionen:

Das sieht nicht nach minimal aus, aber es sind doch die Bücher, die ich behalte – alles zum Thema Spiritualität, Religion, Lebensreform. Ich werde evtl. noch ein paar gegen die Kindle-Versionen austauschen.

Im Schlafzimmer sieht es schon aufgeräumt aus, im Vordergrund meine Kontemplationsutensilien. Rechts – nicht im Bild – noch weitere Bücher, die aber verkauft werden.
Hier standen Unmengen Kochbücher – jetzt wirkt es übersichtlicher. Die Kochbücher wurden z.T. entsorgt, z.T. in den obigen Regalbereich einsortiert.

Sohnemann hatte hier auf der Fensterbank alles mögliche rumliegen – jetzt ist alles weg bis auf den Pilgerausweis von 2017 und die Compostela. Und da wird dann – hoffentlich – ein neuer Ausweis im Jahr 2019 hinzukommen. 🙂
Auch die Fensterbank im Büro ist schon leer – zumindest meine Seite. Hier liegt nur noch das angebrochene Druckerpapier. Jetzt kann man endlich wieder „stoßlüften“.
Im Büro hatte sich eine Vielzahl von Büchern und Broschüren angesammelt. Dieses ganze (kleine) Glasregal war voll + ein Boden in einem anderen Regal. Aufgeräumt, beherzt ins Altpapier gegeben – das ist der Rest, den wir brauchen.

Nachtrag Juni 2019: Ich habe beschlossen, soweit es geht auf Kindle-Ebooks umzusteigen.

Vermischte Hinweise

Der Deutschlandfunk über die Obstbausiedlung Eden, schon etwas älter, aber gut geschrieben mit Stimmen aktueller Edener.

Die Darmstädter Mathildenhöhe will Weltkulturerbe werden, dazu ein älterer Bericht beim Deutschlandfunk und der Hinweis, daß sie nun auf der Vorschlagsliste für 2019 steht.

Weiter beim Deutschlandfunk, da gibt es offenbar ein Podcast-Transkript von Thilo Schmidt zum Thema Lebensreformer, Prediger und Jesus-Imitatoren: – Der alte Link war verschwunden; hier ist der Text nun zu finden – Warten auf den Messias.

Die NZZ verweist auf die Ausstellung: Eine Berliner Ausstellung erzählt die Geschichte, wie die Maler das Wandern entdeckt haben.
Alte Nationalgalerie Berlin, bis 16.9.18

Und eine weitere Ausstellung in Berlin, diesmal im Historischen Museum und bis zum 6.1.2019: Europa und das Meer.
Hier eine Bildergalerie und hier ein Bericht der NZZ. Von den Römern und Griechen bis hin zum Flüchtlingsdrama spannt sich der Bogen. Es geht um die Ausbeutung der Meere, um die Meere als Sehnsuchtsort und die Menschen, die für ihre Träume auch das Leben lassen mußten, Zitat: „Das Meer ist demokratisch, es nimmt jeden.“