Burgos bis Hornillos del Camino (CF21)

[Die Seite ist Teil des Berichts über meinen Camino Francés 2015.]

Er war da! Der Tag, an dem ich aus Burgos heraus und in die weite Hochebene der Meseta laufen würde. Was verband ich mit diesem Abschnitt, was ließ mich ihn als den Kern meiner Pilgerreise begreifen?
Die Meseta wird in Pilgerkreisen gern als „harte Erfahrung“ beschrieben: baumlos sei es, man sehe nur Weite, das könne eintönig und desillusionierend werden, insbesondere wenn man unter Schmerzen leide. Man fühle sich allein, vielleicht auch verlassen, ja, die Meseta wäre ein Sinnbild des Todes, wie nach Bennett (2013) schon zitiert.
Ich verband mit ihr „Reinigung“, ich suchte diese Einsamkeit, um mich ganz mit mir beschäftigen zu müssen. Ich stellte mir kilometerlange gerade Wege vor, Stille rundherum, Wind im Haar und das Gefühl, ganz bei mir zu sein. Oje, es kam leider nicht ganz so…
Zunächst frühstückte ich schon um halb sieben im „Antifa-Café“ gegenüber der Herberge (Croissant mit Schinken), nahm Proviant mit (Bocadillo, Apfel). „Burgos bis Hornillos del Camino (CF21)“ weiterlesen

Grañon bis Villambistia (CF18)

[Die Seite ist Teil des Berichts über meinen Camino Francés 2015.]

Manchem mag es übertrieben vorkommen, was ich über die Donativo-Herberge in Grañon schrieb, aber mich trieb es morgens ganz früh fort. Schnell ein Brot, eine Tasse Kaffee, Spende in die Kasse, Stirnlampe an und los. Ich merkte, daß es nun in der zweiten Septemberhälfte doch morgens wesentlich länger dunkel war. Die ersten Bilder von den wenigen Lichtern hinter mir in Grañon vor dunklem Feld machte ich gegen 7:30 Uhr – da war es noch ziemlich dunkel um mich herum. Über dem Ort lag eine geschlossene, dunkelgraue Wolkenschicht. In den Straßen von Grañon standen vor mehreren Häusern Wasserflaschen, die offenbar für die Pilger und zum Mitnehmen gedacht waren. Ob das eine (schöne) Sonntagstradition ist oder jeden Tag so gemacht wird, weiß ich nicht. „Grañon bis Villambistia (CF18)“ weiterlesen