Freikörperkultur im Film

Der Fernsehsender RTL 2 hat in seinem Magazin „Exklusiv – Die Reportage“ vor einigen Tagen über Freikörperkultur berichtet.

Unter dem dämlichen Titel „Wir ziehen blank!“ wurden Nacktwanderer, Nacktreiter und Nacktcamper gezeigt und interviewt. Man kann sich den Beitrag – jedoch nur zwischen 22 und 6 Uhr aus „Jugendschutzgründen“ – online ansehen. Die „Nacktivisten“, so die Selbstbezeichnung eines Mannes, verweisen mehrheitlich darauf, wie „normal“ ihre Nacktheit sei, und auch, daß es nicht um das Thema Sexualität geht. Ich frage mich gerade, ob man den Beitrag deshalb nur in der Nacht schauen kann, weil RTL 2 jenseits der Bekundungen der Interviewten immer wieder mit der Kamera nah an Körperstellen herangeht. Warum man z.B. die Brüste der Nacktreiterin in Nah- und Großaufnahme zeigen muß, erschließt sich mir nicht; ich kann mir das höchstens aus dem Sendeformat heraus erklären. Halten wir fest: es besteht ein Mißverhältnis zwischen Aussagen und Selbstverständnis der gezeigten Personen und dem, was man seitens der Redaktion gerne sehen und zeigen möchte.

Nacktivisten – Cultural Broadcasting Archive

Nacktivisten – Cultural Broadcasting Archive.

Das Linzer Radio FRO (Österreich) hat sich im Monat Februar 11 mit dem Thema Nacktheit befaßt. Der Abschluß-Podcast geht auf den Themenkomplex Freikörperkultur, Naturismus, Nudismus ein. Es werden gesellschaftliche, auch historische Sonderbereiche wie der „Nacktivismus“, d.h. die Ausweitung des Nacktseins auf alle öffentlichen Räume, der Umgang des Islams mit dem Thema oder die „Wiener Nackerten“ (kurz) angesprochen.

Auch wenn die beiden Moderatoren ihren Text nicht sonderlich ansprechend ablesen (da wird z.B. Arenshoop zu Aren-Schoop), ist der Informationswert der ungefähr einstündigen Sendung doch recht hoch.