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Von „Wander-Penissen“ und dem „Chillen am See“

Das „Y-Kollektiv“ ist ein öffentlich-rechtliches Youtube-Angebot mit zum Teil recht spannenden Dokumentationen. Aktuell hat sich die Moderatorin Antonia Lilly Schanze mit dem Thema Nudismus, Naturismus und FKK befaßt, das knapp 18-minütige Video findet sich hier.

Vorgestellt werden: eine Nacktwanderung im Rahmen der Thüringer Nudistentage, eine selbsternannte FKK-Botschafterin, die Mitglied im tradittionsreichen FKK-Verein „Adolf Koch“ in Berlin ist, sowie Nackt-Yoga.

Zunächst muß ich die Moderatorin loben, die angezogen neben im Video verpixelten „Wander-Penissen“ läuft und mit ruhiger Stimme Gespräche führt oder erklärt. Wirklich nett ihr kurzer Abstecher zum Thema Lebensreform um 1900 mit der (sinngemäßen) Feststellung, daß in der Kaiserzeit „nackt am See chillen“ ein „revolutionärer Akt“ gewesen sei. Das kann man wohl so stehenlassen.

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Coronavirus und Lebensreform

Covid-19, schlicht „Corona“ genannt, hat uns im Griff, mehr oder weniger. Ich las neulich den Spruch, daß Verständnis für aufgezwungene Maßnahmen (Kontaktsperren, Maskenpflicht…) und Unverständnis oft nur „einen Todesfall in der eigenen Familie“ auseinanderlägen. Das mag sein, auch wenn der Spruch doch sehr plakativ ist. In der Tat spüre ich auch bei mir diese große Diskrepanz im Empfinden: da sind die hohen Todesfallzahlen z.B. aus Italien, andererseits liegen wir in unserem Landkreis bei konstant um die 200 Infizierten – und auch dorthin war es ein langsamer Anstieg mit sehr wenigen Toten. Dazu lese ich konträre Berichte: über die „leerstehenden“ Krankenhäuser, in Überzahl vorhandenen Intensivbetten, über den „schwedischen Weg“. Weiterhin gibt es die Dinge, die man so einfach nicht ansprechen darf oder kann, so z.B. der Weg über möglicherweise viele Tote hin zu einer „Durchseuchung“ und folgenden „Herdenimmunität“ der Gesellschaft. „Ich bin kein Virologe, aber…“ – das hört man dieser Tage oft, und ich möchte diese Floskel eher vermeiden.

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Aussstellung Hans Proppe, Trier 29.8.-26.11.17 sowie 2018

Unter der Überschrift „Der Irre von Euren“ berichtet der Volksfreund kurz über den Lebensreformer Hans Proppe, der in Trier-Euren eine Künstlerkolonie gründen wollte, die mangels Mitstreiter offenbar nicht realisiert wurde.

Aus Proppes Nachlaß, einer Schenkung von in den USA lebenden Nachkommen, wird nun eine Ausstellung im Stifterkabinett gezeigt:

29. August bis 26. November 2017
16. Januar bis 25. November 2018

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

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Get your kit off! Spain’s ten best nudist beaches

Wie in jedem Frühjahr hat The Local (es) nun wieder Infos für den nackten Urlaub in Spanien:

Quelle: Get your kit off! Spain’s ten best nudist beaches

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Fischland – Darß – Zingst

darss14Im Frühjahr 2010 schrieb ich im alten Blog, daß es im Sommerurlaub nach Fischland / Darß / Zingst gehe, der beliebten Ferienregion an der Ostsee auf der Halbinsel im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Diese Ecke Deutschlands hatte ich bereits bei einem Rügen-Urlaub 2000 schätzen gelernt. Damals war ich alleine im März für zwei Wochen in Sellin und habe die gesamte Insel erkundet. Nur Baden war eher etwas für „Iron Men“.

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FKK / Nacktbaden in Dänemark

Machen wir also eine kleine Bestandsaufnahme, bevor es im Sommer nach Westjütland in die Ferien geht.

Nacktbaden sei in Dänemark so weit verbreitet, kann man lesen, daß mittlerweile reine Textilstrände ausgewiesen werden müssen. Aber Dänemark sei quasi Spätstarter gewesen, 1956 sei der dänische Naturistenverband gegründet worden, dann habe es sich jedoch 13 Jahre hingezogen, bis der erste FKK-Strand von der Regierung akzeptiert wurde – das leider auch erst im Rahmen der Freigabe „pornographischer“ Literatur, steht hier (der Link ist nicht mehr auffindbar, Jan. 2018). Die o.a. Aussage, daß man heute bereits Textilstrände ausweisen muß, sei zwar übertrieben, heißt es weiter, aber Nacktbaden sei quasi an allen öffentlichen Stränden erlaubt. Zusätzlich gibt es reine FKK-Strände.

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Valentinstag oder: Naturismus und Erotik revisited

Meine Frau hatte mich zum Valentinstag zu einer „erotischen Lesung“ in einem Restaurant mit Vier-Gänge-Menü eingeladen. Der Schauspieler, der den Abend gestaltete, trug zwei Kurzgeschichten und mehrere Lieder vor. Er beklagte sich darüber, wie schwer es sei, erotische Geschichten zu finden: man solle einmal nach „erotische Kurzgeschichte“ „gugeln“, dann erhielte man fast ausschließlich pornographische Texte. Die erste Geschichte um das Thema sensorische Deprivation (Augenbinde) als Stimulus – sie war wirklich sehr schön.

Leider hieß die 2. Geschichte „Der FKK-Urlaub“ – und ich wußte gleich, was ich zu erwarten hatte, nämlich die übliche Verknüpfung von FKK und Sex, auch wenn, ja, wenn es hier ein bißchen durchdachter war, obgleich der Vortragende zwei Seiten mit eher pornographischen Beschreibungen ausließ, diese aber „zum Nachlesen“ später ins Publikum gab.

In Kürze: 5 Paare machen gemeinsam mit Kindern Urlaub in Ungarn am Balaton. Zwei Frauen schneiden das Thema FKK an, da es in der Nähe ein FKK-Gelände gibt. Man setzt sich mit dem Thema auseinander: Oben ohne sonnen ist ja auch vor den anderen Mitreisenden OK, aber „alles ohne“?! (Ich gestehe gerne, daß ich dieses Problem so nie kannte, weil „alles“ ist ja nur ein kleiner Teil (oder größerer) des Körpers, nichts besonderes, obgleich so massiv mit Schamgefühlen besetzt.) 

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Nacktivisten – Cultural Broadcasting Archive

Nacktivisten – Cultural Broadcasting Archive.

Das Linzer Radio FRO (Österreich) hat sich im Monat Februar 11 mit dem Thema Nacktheit befaßt. Der Abschluß-Podcast geht auf den Themenkomplex Freikörperkultur, Naturismus, Nudismus ein. Es werden gesellschaftliche, auch historische Sonderbereiche wie der „Nacktivismus“, d.h. die Ausweitung des Nacktseins auf alle öffentlichen Räume, der Umgang des Islams mit dem Thema oder die „Wiener Nackerten“ (kurz) angesprochen.

Auch wenn die beiden Moderatoren ihren Text nicht sonderlich ansprechend ablesen (da wird z.B. Arenshoop zu Aren-Schoop), ist der Informationswert der ungefähr einstündigen Sendung doch recht hoch.

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Naturismus (FKK) und Erotik

[Vorbemerkung, nachträglich eingefügt: Nudismus meint Nacktheit um ihrer selbst willen; Freikörperkultur ist Nudismus mit einem Gemeinschaftsaspekt; Naturismus ist Nacktheit im Verbund mit lebensreformerischen Überzeugungen. Ich spreche hier von Freikörperkultur, meine jedoch im Grunde: Naturismus.]

barfussEin Beitrag im Blog ‚Nackte Freiheit‘ (zwischenzeitlich gelöscht) hat mich an die Beendigung dieses begonnenen Textes erinnert. Der besagte Beitrag befaßt sich „eigentlich“ nur mit dem Barfußlaufen, jedoch ist das eingefügte Bild (s. rechts) entweder schlecht gewählt oder bewußt plaziert. Es zeigt u.a. auch einen Fuß, aber darauf schaut man(n) natürlich bei der Pose nicht.

Um was geht es bei der Freikörperkultur, wo bleibt die Erotik? Ich habe mir Gedanken gemacht und möchte sie teilen – mit dem bewußten Hinweis, daß es sich ausschließlich um meine nicht verallgemeinerbaren Ansichten handelt.

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Gerhard Riebicke

buch024Wie kaum ein anderer Name ist der Riebickes mit der Freikörperkultur verbunden. Auf der Seite von Amadelio.de – 2020 nicht mehr abrufbar – („Wir haben hier eine kleine unabhängige Ecke in dem schönen, weiten Web gegründet, wo der Geist von der Leine gelassen wird und die Meinungen unabhängig sind.“) gibt es ein Videointerview der Seitenbetreiberin, Daniela Krien, mit Bodo Niemann, Galerist / Publizist, der auch eine Riebicke-Retrospektive in Buchform herausgegeben hat.

Sehr schön darin der Satz, daß die „heutige Nichtwahrnehmung“ von Riebickes Bildern dafür spreche, daß der lebensreformerische Menschentypus, der die Naturverbundenheit des urbanen Menschen wiederherstellen möchte, ausgestorben sei. So auch Niemann in seinen hörenswerten Ausführungen: das heutige Nacktbaden sei das Gegenteil von Körperbefreiung, da es ihm an einem gedanklichen Überbau fehle. Nacktbaden heute sei Körperinszenierung und ein hedonistisches Phänomen.