Wie der Camel Toe die Männer das Fürchten lehren soll

Es ist Sommerloch-Zeit und das Feuilleton der NZZ befaßt sich mit der „Vagina dentata“, die jetzt Realität geworden sei, wie es heißt. Und ich dachte schon, Vulvenmalen auf dem Kirchentag sei quasi das Ende der Fahnenstange.

Nun ja, es ist harmloser als gedacht, denn die Zähne sind eher Zehen: Kamelzehen oder auch „camel toe“ genannt. Gemeint ist etwas, das bislang eher peinlich war, nun aber als „aggressiv, karnevalesk, (…) Statement, ein Affront“ aufgefaßt wird (werden soll) – eben die kleine Stoffalte, die sich im weiblichen Schritt zeigt, wenn der Stoff z.B. des Bikini-Höschens zwischen die äußeren Schamlippen rutscht. Und das soll wie eine Kamelzehe aussehen, siehe Bild im verlinkten Artikel. Aha.

Die Autorin der NZZ wird der Lobeshymnen nicht müde: Ja, es sei ein Paradigmenwechsel, nichts weniger! Frauen dürften jetzt den „BH-losen Busen“ und auch den „Schnitt im Schritt“  zeigen. Und das besonders am #cameltoetuesday. Wow.
Wer nun meint, der Paradigmenwechsel werde von den Frauen nur so en passant mitgenommen, der irrt. Es gibt bereits Unterhosen mit „eingenähten Schamlippenkissen“, die das Aussehen der Kamelzehe verstärken. Oje. (Ist das jetzt so etwas wie Reformkleidung?) „Wie der Camel Toe die Männer das Fürchten lehren soll“ weiterlesen

Nacktheit – ein ästhetisches Problem?

In der Neuen Zürcher Zeitung fand sich ein Artikel von Barbara Höfler über „Die nackte Wahrheit“. Anlaß war der Weltnaturistentag (5.6.16), von Höfler als Weltnaturalistentag bezeichnet. Einleitend fragt die Autorin, warum Nudisten derzeit ein „Imageproblem“ hätten, wobei sie die Begriffe Spott und Verachtung als zwei Pole des Umgangs mit Nackten anführt.
Aufmacher des Artikels ist ein Zwischenfall in den Bergen, wo zwei Jäger einen Nacktwanderer u.a. beim Onanieren fotografiert hatten. Frau Höfler leitet ab, daß Nacktwandern trotz der Bemühungen der Naturistenföderation INF nicht „vom Fleck“ komme.
Aber das ist möglicherweise auch nur ihre eigene Sichtweise, denn wenn sie bei völliger Nacktheit von „Überbetonung offen präsentierter Geschlechtsteile“ spricht, mag da auch ein grundsätzliches Verständnisproblem vorliegen. „Nacktheit – ein ästhetisches Problem?“ weiterlesen