Brust an Brust zum Frust?

Durch die Nachrichten der letzten Woche lief die Meldung, in städtischen Bädern Göttingens dürfen Frauen, äh, Menschen mit Brüsten, nun am Wochenende „oben ohne“ baden.
Dies geht zurück auf die Agitation einer Initiative namens „Gleiche Brust für alle“ und eine Person namens Mina Berger, die im letzten Jahr oben ohne badete, obgleich sie sich dem Vernehmen nach als non-binär sieht.

Spannend diese neue Entwicklung, war doch noch vor einiger Zeit eine Diskussion dazu entbrannt, ob String-Tangas im Wellness-Bereich getragen werden dürfen. „Brust an Brust zum Frust?“ weiterlesen

Sittenpolizei im Süden?

In der vergangenen, überall in Deutschland heißen Woche gab es Berichte aus Bayern, daß sich dort Sicherheitsdienste an Badestellen als „Sittenpolizei“ aufspielen und auch Frauen, die sich „nur“ oben-ohne sonnten, z.T. recht barsch, wie es heißt, aufforderten, sich etwas anzuziehen. Das ist wohl an der Isar in München passiert und auch am Feringasee.

Wichtig ist: der Münchner Stadtrat hat nun die Badeordnung so angepaßt, daß lediglich die primären Geschlechtsorgane bedeckt sein müssen. Oben-ohne ist also definitiv auch außerhalb der deklarierten FKK-Zonen erlaubt.

Interessant ist, warum der von der Stadt München beauftragte Sicherheitsdienst, der eigentlich nur die Einhaltung der Landschaftsschutzverordnung prüfen sollte, sich plötzlich als Sittenwächter aufspielte. Lag es möglicherweise (Spekulation!) am religiösen Hintergrund der Mitarbeiter? Egal wie, man muß sich vor Augen halten, daß das organisierte Nacktbaden vor genau 100 Jahren am Motzener See südlich von Berlin startete. Einschnitte, Rückschritte müssen – wie jetzt geschehen – im Netz publiziert werden, damit erkämpfte Rechte bestehenbleiben.

Nachtrag: Guter Hintergrundartikel zum Umgang mit den Nackten in München seit den 70ern.