Üb immer Treu und Redlichkeit – nicht

Schaut man sich den Umgang der Politik mit dem Ukraine-Krieg an, werden einem die Parallelen zu dem mit der Corona-Pandemie deutlich. Bei Corona war es von Anfang an Panikmache über jedes realistische Maß hinaus, bis man an einem Punkt war, an dem nur noch (gesichtswahrende?) „Flucht nach vorne“ möglich war. Anfang 2021 wußte kein Politiker, wie die Impfung wirken würde, trotzdem wurde der „kleine Pieks“, der die Freiheit zurückbringe, angepriesen, als wäre das der einzige Weg der MENSCHHEIT, um überleben zu können. Im Frühherbst wurde deutlich, daß die Impfung nicht vor eigener Ansteckung und Weitergabe des Virus schützt – trotzdem wurde das „Boostern“ zum bestimmenden Thema des Winters nach dem fraglichen Motto „viel hilft viel“. Menschen wie ich, also mit gerade erst durchgeführter Doppel-Gabe der Substanz aus der Goldgrube in Mainz, waren bald solche zweiter Klasse. Mit „Booster“ durfte man in meinem Fitnessstudio ohne Test und Maske trainieren, aber ohne diesen dritten „Schuß“ ging alles nur mit Test, also mit einer gewissen Hürde, die medizinisch in keiner Weise zu begründen war – es war eben einfach nur ein Druckmittel. „Üb immer Treu und Redlichkeit – nicht“ weiterlesen

Gemeinschaft?

Ich habe in den letzten Jahren einige Zäsuren vollzogen, was meine Beteiligung an Gemeinschaften angeht. Ich habe z.B. die aktive Mitgliedschaft in zwei Brauchtumsvereinen hier vor Ort aufgegeben. Dies vor allem nach der für mich relevanten Fragestellung, wie weit ich mich „verbiegen“ muß, um Teil einer Gemeinschaft sein und bleiben zu können. Verbiegen ist hier v.a. auch als unterordnen unter Autorität zu verstehen (oder vermeintliche Autorität oder „Großschwätzertum“). „Gemeinschaft?“ weiterlesen

Online-Tagung Lebensreform

Online-Tagung (per Zoom) Lebensreform der Universität Freiburg am 4. und 5. März 2022 zu den Unterthemen: „Transfer und Verflechtung“, „Gender, Sexualitäten und Missbrauch“, „Kolonialismus und postkoloniale Perspektive“, „Pandemie, Protest und Gesundheitspolitik“

 

Die letzte Chance der Kirche – vertan.

In der vergangenen Woche war ich am Freitagabend in unserer Kirche – zusammen mit nur sieben weiteren Personen. Ich saß ganz allein im rechten Mittelschiff, die anderen auf der linken Seite. Ein Schönstatt-Pater, Kooperator unserer Gemeinde, hat die Messe gehalten. Er predigt am Freitagabend nicht, erklärt aber meist den Tagesheiligen und bezieht diese Frau oder den Mann in die Gebete und Fürbitten mit ein. Regelmäßig wird für die verfolgten Christen gebetet, war mir gerade diesen Priester sympathisch macht.
Auch in unserer Gemeinde ist die Messe zu einem Streaming-Event geworden. Ein Onkel, der am Wochenende zuvor die Messe am Sonntagmorgen besucht hatte, sagte, auch da sei es eher leer gewesen. „Die letzte Chance der Kirche – vertan.“ weiterlesen

Covid-19 – revisited

Fünfmal habe ich mich im vergangenen Jahr zum Thema „Corona“ hier im Blog zu Wort gemeldet. Wir sind nun fast ein halbes Jahr weiter – kurzer Rück- und Ausblick:

Zunächst ging ich eher jovial auf die Frage ein, wie die historischen Lebensreformer wohl auf Corona reagiert hätten. Für sie wäre die "Alltagsmaske" wohl Reformkleidung gewesen. 
Der nächste Beitrag war dysphorischer: 2020 fühlte sich wie ein verlorenes Jahr an, und mir fehlte die Perspektive: Wann "geht" Covid-19 wieder? Was kommt dann? 
Deutlicher wurde ich im dritten Beitrag. In diesem Land fühlt es sich nach Meinungsdiktatur an. Mittels Lockdown soll Gehorsam antrainiert werden, was beim deutschen Untertanengeist einfach sein dürfte. 
Darauf thematisierte ich, wie die Wut zur Angst wird, wie sich die Frage nach einem Impfzwang in den Vordergrund stellte. Wie würde ich in meinem Berufsfeld weiterarbeiten können, wenn ein Impfzwang käme? Das Gefühl, "das ist nicht mehr mein Deutschland", überwog. 
Letztlich sprach ich von surrealen Umständen, von Fassungslosigkeit angesichts dessen, was ich beobachten konnte. Ich fragte überspitzt, ob wieder die Zeiten kämen, in denen morgens früh anonyme dunkle Autos Nachbarn "abholten", um sie zur Zwangsimpfung zu fahren.

Lange Zeit habe ich auf einem Facebook-Account diese Dinge thematisiert, „aufklärende“ Artikel und Videos verlinkt und oft auch einen launischen oder genervten Kommentar „hingerotzt“. Das war unsinnig; ich habe den Account gelöscht.
Danach habe ich für mich begonnen, ein „Corona-Dokument“ zu schreiben, also alles festzuhalten, was mir wichtig erscheint, schön mit Belegstellen in den Fußnoten. Das habe ich Mitte Mai eingestellt, weil der Aufwand mein Interesse am Thema überschritt.

Nach wie vor bin ich nicht geimpft und werde mich nicht freiwillig impfen lassen. Mein Onkel hat gerade schwere Impfnebenwirkungen nach der zweiten Impfung mit BioNTech hinter sich…
Abgegangen bin ich von der strikten Testverweigerung. Ich mußte im Mai ein zwingendes persönliches Gespräch in einer Einrichtung führen, also vorab zum Test, der keine vier Minuten benötigte. Mit Ariernachw* äh – negativer Testbescheinigung kam ich dann problemlos rein – und konnte mich den ganzen Tag über daran erfreuen, zu „DEN GUTEN“ zu gehören.

Kurz und gut: Alltag und Arbeit laufen weiter, die Zukunftsangst von Dezember war möglicherweise auch jahreszeitlich unterfüttert.
ABER: die Kritik an der Regierung, am Corona-Mißmanagement, an der Inzidenzwert-Farce bleibt voll gültig. Und das „Cui Bono“ – wem nützen all diese Maßnahmen? – bleibt ungeklärt.

Schweigeexerzitien im Kloster 2020 (Mystik 5)

Über meinen Aufenthalt im Kapuziner-Kloster Irdning bei Stainach in der nordwestlichen Steiermark im Jahr 2018, habe ich in zwei Beiträgen bereits etwas geschrieben. Die für 2019 geplante Wiederholung mußte wegen der Erkrankung und des folgenden Todes meiner Mutter ausfallen. Daher war ich nun, in der Fastenzeit 2020, erneut in Irdning für zehntägige Schweigeexerzitien und Kontemplation nach der Methode von Franz Jalics.

„Überschattet“ wurden die Tage durch die anrückende Coronavirus-Pandemie, die in Österreich bereits größere Wellen erzeugte – man denke an die Tiroler Skigebiete, wo das Virus sich großartig vermehren konnte… Im Kloster erhielt man unter der Woche Anweisung, daß keine Mundkommunion gegeben werden, daß die Hand nicht zum Friedensgruß gereicht werden dürfe. Als ich nach Deutschland zurückreiste, wurde mir bereits auf der Autobahn angezeigt, daß ich als „Österreich-Heimkehrer“ (war ich da im Krieg?) zwei Wochen Quarantäne halten solle.   „Schweigeexerzitien im Kloster 2020 (Mystik 5)“ weiterlesen