Roncesvalles bis Zubiri (CF9)

[Die Seite ist Teil des Berichts über meinen Camino Francés 2015.]

Um 6 Uhr weckten uns die Hospitaleros, indem sie mit lautem Gesang (dem aus Taizé bekannten Lied „Laudate Dominum“) durch die Schlafsäle gingen. Und wie das immer so ist, wenn viele Menschen gleichzeitig aufstehen, entstand auch jetzt wieder dieses typische Pilgergewusel, dessen charakteristisches Geräusch das Rascheln von Plastiktüten ist.
Es wurde erzählt, daß man sich „Tickets“ für das Frühstück hätte kaufen müssen – hatten wir nicht. Ich wollte gleich aufbrechen und zwischendurch auf dem Weg frühstücken, Helga war sich unsicher, empfand es als nicht so schön, ohne Tasse Kaffee loszumarschieren, andererseits wollte sie mit mir gehen und nicht zwecks Suche nach Frühstück zurückbleiben. „Roncesvalles bis Zubiri (CF9)“ weiterlesen

Orisson bis Roncesvalles (CF8)

[Die Seite ist Teil des Berichts über meinen Camino Francés 2015.]

Als ich in der Nacht bei erneut sehr unruhigem Schlaf im mit sechs Personen voll belegten kleinen Zimmer wach wurde, regnete es stark. Am Morgen ging es um 8 Uhr nach einem knappen französischen Frühstück bei dichtem Nebel los, aber zum Glück lange Zeit auf der Fahrstraße, wo man sich nicht „verlaufen“ konnte.
Gegenüber dem gestrigen steilen Aufstieg konnte ich deutlich spüren, daß es nur noch mäßig steil, dafür langgezogen bergan ging. Zu Anfang nutzten die Pilger Stirnlampen, doch langsam dämmerte es, wobei der Nebel so dicht war, daß man zum Teil nur wenige Meter schauen konnte. Es wurde wenig gesprochen, man hörte das Klackern der Stöcke – und es fühlte sich für mich in diesem Nebel so an, als würde eine verschworene Gruppe zu einer großen  Tat aufbrechen. „Orisson bis Roncesvalles (CF8)“ weiterlesen

Abenteuer Spiritualität (2)

buch003Auch vom Tonfall her anders ist ein weiteres Buch über diese Pyrenäenregion: „Im Zeichen des Grals – Erlebnisse in Nordspanien und den Pyrenäen“ von Oliver Ritter. Der Autor, den ich vorher von seinen Arbeiten über Geschlechteridentität und -rollen her kannte (Magische Männlichkeit / Mysterium Weib), nimmt den Leser hier mit auf eine Reise zu den Gralsmythen – bei denen es, wie auch bei Terhart, ebenfalls um die Katharer geht. Ritter startete seine achtwöchige Reise auf dem nordöstlichen Teil des Jakobsweges (konkret in Roncesvalles, dem Endpunkt der ersten Etappe für die Pilger, die vom südfranzösischen St.-Jean-Pied-de-Port gestartet sind), von wo er sich mit einigen Abstechern in Richtung Norden weiterbewegt, über die Pyrenäen hinweg. Der Klappentext verspricht: „In diesem Buch verschränkt sich die Darstellung der Mysterienstätten mit Meditationen, kulturellen Betrachtungen, Schilderungen von Bergabenteuern und der Begegnung mit ungewöhnlichen Menschen.“ „Abenteuer Spiritualität (2)“ weiterlesen