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Saalfeldener Klause

Die Saalfeldener Klause, eine Einsiedelei auf 1000m Höhe, hat wieder einen Einsiedler… Ich hatte vor einigen Jahren die Wahl des damaligen Einsiedlers, eines belgischen Mönches mitverfolgt und später auch eine gute Doku dazu im Fernsehen gesehen. Doch der Belgier hat nach drei „Sommern“ – im Winter ist die Klause wegen Lawinengefahr nicht bewohnt – erklärt, nicht zurückkehren zu wollen, weil er nun Priester werden möchte. Also wurde jemand anderes gesucht – und gefunden.

Was das mit Lebensreform zu tun hat? Für den neuen Einsiedler schon recht viel, meine ich. Der 63-Jährige ist zunächst einmal evangelisch, arbeitet nun aber in der Klause für die katholische Kirche. Wichtiger möglicherweise: er kommt nicht direkt aus dem „Kirchenbetrieb“, sondern ist berenteter Kaufmann. Allerdings hat er Erfahrung mit dem Halten von Gottesdiensten als evangelischer Lektor. Matthias Gschwandtner, so heißt der Neue, möchte die Ruhe nutzen: „Ich wollte schon länger eine Art klösterliches Leben führen, mit fixer Struktur, und Zeit dafür haben, das eine oder andere persönliche Thema zu bedenken und zu bearbeiten“. (a.a.O.)

Und das ist doch tatsächlich eine Reform des eigenen Lebens, wenn man beschließt, „klösterlich“, ich würde sagen: mönchisch zu leben. Ich kenne das nur von zweimal zehn Tagen Schweigeexerzitien im Kapuzinerkloster, aber auch dort konnte ich erfahren, wie attraktiv ein solches Leben sein kann. Auch mich zieht es zu weiteren Erfahrungen dieser Art.
Daher: Pace e bene, lieber Matthias!