Villalcázar de Sirga bis Calzadilla de la Cueza (CF24)

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Meine Knie fühlten sich am heutigen Morgen gut an, also wieder frisch und ohne Frühstück los in Richtung Carrión de los Condes. Der Weg im Zwielicht des anbrechenden Tages war einfach zu gehen: immer gerade entlang der Straße auf einem Kiesweg. Beim Gehen sprach ich das Audio-Memo für den vorherigen Tag auf und man hört darin meine knirschenden Schritte in der Stille um mich herum. „Villalcázar de Sirga bis Calzadilla de la Cueza (CF24)“ weiterlesen

Itero de la Vega bis Villalcázar de Sirga (CF23)

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Die heutige Etappe hatte ich extra so geplant, daß ich nach Villalcázar kam, denn dort befindet sich eine auf den Templerorden zurückgehende Kirche, die Iglesia de Santa María la Blanca, die ich mir unbedingt anschauen wollte. Die Kirche wurde zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert gebaut, sie wirkt fast wie eine Festung. Der Ort als solcher beherbergt Pilger seit dem Jahr 1096.
In der Kirche befindet sich die „weiße Maria“, eine ebenso als wundertätig angesehene Statue wie die in Castrojeríz. Alfonso X. „El Sabio“ (der Weise) hat sich in seinen Mariengesängen (Cantigas de María) von dieser Marienstatue inspirieren lassen. „Itero de la Vega bis Villalcázar de Sirga (CF23)“ weiterlesen

Hornillos del Camino bis Itero de la Vega (CF22)

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Ich hätte ja mittlerweile alle Gründe gehabt, bei den Ghostbusters anzurufen … Ich sage nur: Klaus.
Da erzählte der gestern großspurig, er sei mit einem Kumpel auf dem Camino gewesen, sie hätten immer nur in Doppelzimmern, oft im Hotel, übernachtet, weil er es nicht abkönne, wenn soviele Leute im Raum schnarchen. Legt sich um 20:30 Uhr hin, fängt an zu schnarchen und praktiziert die ganze Nacht durch… Die Worte, die ich für Klaus im Rahmen meines Audio-Memos von diesem Tag fand, will ich hier nicht wiedergeben. „Hornillos del Camino bis Itero de la Vega (CF22)“ weiterlesen

Burgos bis Hornillos del Camino (CF21)

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Er war da! Der Tag, an dem ich aus Burgos heraus und in die weite Hochebene der Meseta laufen würde. Was verband ich mit diesem Abschnitt, was ließ mich ihn als den Kern meiner Pilgerreise begreifen?
Die Meseta wird in Pilgerkreisen gern als „harte Erfahrung“ beschrieben: baumlos sei es, man sehe nur Weite, das könne eintönig und desillusionierend werden, insbesondere wenn man unter Schmerzen leide. Man fühle sich allein, vielleicht auch verlassen, ja, die Meseta wäre ein Sinnbild des Todes, wie nach Bennett (2013) schon zitiert.
Ich verband mit ihr „Reinigung“, ich suchte diese Einsamkeit, um mich ganz mit mir beschäftigen zu müssen. Ich stellte mir kilometerlange gerade Wege vor, Stille rundherum, Wind im Haar und das Gefühl, ganz bei mir zu sein. Oje, es kam leider nicht ganz so…
Zunächst frühstückte ich schon um halb sieben im „Antifa-Café“ gegenüber der Herberge (Croissant mit Schinken), nahm Proviant mit (Bocadillo, Apfel). „Burgos bis Hornillos del Camino (CF21)“ weiterlesen

Atapuerca bis Burgos (CF20)

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Weg bis Burgos

„Meine“ Schweden packten früh zusammen, also stand auch ich auf. Eine Frau sagte mir noch, wie bewundernswert sie es fände, daß ich den ganzen Weg ab St. Jean „allein“ gehen würde. Das wäre auch ihr Traum, aber in diesem Jahr sei sie nur das Teilstück in der geführten Gruppe gegangen. Sie wolle aber für „den Rest“ wiederkommen.
In vielen Erlebnisberichten vom Jakobsweg kategorisieren die Autoren die Menschen einer jeweiligen Nationalität so, wie es oft Stereotypen entspricht. Die Deutschen kommen da nicht so gut weg, sie gelten als frühaufstehende „Plastiktüten-Raschler“ und generell als etwas förmlich und überkorrekt. Die Schweden waren so, wie ich sie in mehreren Urlauben in ihrem Heimatland kennenlernen durfte: herzlich, unkompliziert (und auch das ist pauschal ausgedrückt). „Atapuerca bis Burgos (CF20)“ weiterlesen

Villambistia bis Atapuerca (CF19)

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Die Nacht wurde so, wie man es bei kleinem Raum mit gut 20-30 Schläfern erwarten kann: neben mir (leider nicht nur örtlich zu verstehen) schnarchten mehrere Leute sehr laut. Hinzu kam, daß ich an die tote Bettwanze dachte und nicht wußte, ob hier heute nacht welche aktiv sein würden. Ich war zur Sicherheit auf ein Stockbett mitten im Raum, oberes Bett, umgezogen, aber das sollte später in Barbadelo auch kein Schutz sein: die Bettwanzen lassen sich zielgenau von der Decke auf die Schläfer fallen…
Ab 5 Uhr mußte ständig jemand auf die Toilette, ab 6 wurde gepackt.
Frühstück nach dem Motto „da ist eine Bohne ins Wasser gefallen“ gab es eher auf dem Flur und im Stehen, soll heißen, ich trank schnell etwas, packte mir etwas zum Essen ein und verzog mich mit meinem ganzen Kram nach draußen auf eine Bank neben dem Brunnen, wo ich mich im Schein der Laterne sortierte, die Schuhe anzog und wieder durch den schlafenden Ort zur Streckenführung des Jakobsweges zurückging. „Villambistia bis Atapuerca (CF19)“ weiterlesen

Grañon bis Villambistia (CF18)

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Manchem mag es übertrieben vorkommen, was ich über die Donativo-Herberge in Grañon schrieb, aber mich trieb es morgens ganz früh fort. Schnell ein Brot, eine Tasse Kaffee, Spende in die Kasse, Stirnlampe an und los. Ich merkte, daß es nun in der zweiten Septemberhälfte doch morgens wesentlich länger dunkel war. Die ersten Bilder von den wenigen Lichtern hinter mir in Grañon vor dunklem Feld machte ich gegen 7:30 Uhr – da war es noch ziemlich dunkel um mich herum. Über dem Ort lag eine geschlossene, dunkelgraue Wolkenschicht. In den Straßen von Grañon standen vor mehreren Häusern Wasserflaschen, die offenbar für die Pilger und zum Mitnehmen gedacht waren. Ob das eine (schöne) Sonntagstradition ist oder jeden Tag so gemacht wird, weiß ich nicht. „Grañon bis Villambistia (CF18)“ weiterlesen

Azofra bis Grañon (CF17)

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Bill Bennett (2013) faßt das kurz zusammen, was man verschiedentlich (und immer ein wenig abgewandelt) über die Wegabschnitte des Caminos lesen kann:
„The first stage from St. Jean is representative of Life; full of highs and lows, joy and despair, strong emotions. The second stage is the Meseta, which is Death. Vast, limitless, serene and transcendent. The third stage, into Santiago, is Rebirth. After your life, after your death, as you reach Santiago, you are reborn into a new You.“

Ähnlich auch die im Buch von Detlef Lienau (2009) erwähnte Studie von Barbara Haab. Diese fand anhand der Aussagen von Langstreckenpilgern heraus, daß in einem ersten Abschnitt von den Pyrenäen bis ungefähr San Juan de Ortega „starke emotionale Schwankungen“ auftreten, während der Pilger versuche, in die Pilgerrolle zu kommen. „Azofra bis Grañon (CF17)“ weiterlesen

Navarrete bis Azofra (CF16)

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Zuerst dachte ich mir nichts groß dabei, als Helga zwischen Logroño (Stadt) und dem Parque Granjera an einer Wurzel mit dem Fuß abgerutscht und umgeknickt war. Sie bat mich abends um etwas Voltaren-Gel. Heute eröffnete sie mir dann, daß der Fuß mehr schmerze, als sie das erwartet habe. Es standen knapp 23 Kilometer an, die Helga aber doch irgendwie meisterte, das heißt wir gingen nicht wesentlich langsamer, weil sie das nicht näher thematisierte. „Navarrete bis Azofra (CF16)“ weiterlesen

Viana bis Navarrete (CF15)

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Vor meinem Aufbruch zum Jakobsweg wußte ich von drei, sagen wir, „Urgesteinen“, Menschen, die auf dem Jakobsweg leben und in den Erinnerungen der Pilger weiterleben. Heute sollte ich zwei von den Dreien treffen – was mich dann offenbar so „verwirrte“, daß ich beim Aufsprechen des Audio-Memos sagte: „Ja, wir sind jetzt in… äh, ja, also, in… boah, die kleinen Örtchen haben alle so schwierige Namen und man kommt durch so viele pro Tag… Ok, wir sind in… Navarrete.“ „Viana bis Navarrete (CF15)“ weiterlesen