Impressionen von Rügen (2015)

JpegBis 2000 hatte ich die Ostsee quasi nur aus Fähr(hafen)-Perspektive kennengelernt: Saßnitz 1992, eine lange Fahrt durch noch nach DDR aussehenden Landschaften abseits der heutigen A20, danach fuhr ich ab Travemünde nach Schweden.
Dann, in 2000, machte ich zwei Wochen Urlaub auf Rügen. Ganz allein wohnte ich im damals noch eher beschaulichen Sellin in der Wilhelmstraße mit wenigen Metern zu Seebrücke und Strand. Es war ein kalter, sonniger März, in dem ich die Insel erkundete – alle Ecken sozusagen. Vom Mönchgut Zicker im Südosten bis zum Kap Arkona, von Prora und Schaabe bis zur Insel Hiddensee – zwei ausgefüllte Wochen mit langen Wanderungen entlang Meer und Bodden. „Impressionen von Rügen (2015)“ weiterlesen

Dänemark 2014

danmark11Nach dem schönen Urlaub in Kroatien mit einer befreundeten Familie ging es im Sommer 2014 gemeinsam nach Westjütland an die Nordsee.

Wir hatten ein Ferienhaus nähe Ringkøbing gemietet, von wo wir unser Ausflüge mit Auto oder Rad machten. Nach Norden fuhren wir bis zur Nissum Bredning, wo wir den Ort Thyborøn besuchten. Nach Süden ging es zum Ringkøbing-Fjord mit Örtchen wie Hvide Sande. Für die Kinder gab es einen Abstecher ins Legoland.

Leider spielte das Wetter nicht wirklich mit: wir kamen just nach einer Hitzewelle an und es wurde kühl und regenerisch. In zwei Wochen hatten wir nur einen richtigen Strandtag mit Sonnenschein – ansonsten war es durchwachsen, was doch ein wenig auf Gemüt drückte – insbesondere, wenn man die gemeinsamen Kroatien-Erlebnisse heranzog. Hier ein paar Fotos aus dieser Zeit:

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FKK / Nacktbaden in Dänemark

Machen wir also eine kleine Bestandsaufnahme, bevor es im Sommer nach Westjütland in die Ferien geht.

Nacktbaden sei in Dänemark so weit verbreitet, kann man lesen, daß mittlerweile reine Textilstrände ausgewiesen werden müssen. Aber Dänemark sei quasi Spätstarter gewesen, 1956 sei der dänische Naturistenverband gegründet worden, dann habe es sich jedoch 13 Jahre hingezogen, bis der erste FKK-Strand von der Regierung akzeptiert wurde – das leider auch erst im Rahmen der Freigabe „pornographischer“ Literatur, steht hier (der Link ist nicht mehr auffindbar, Jan. 2018). Die o.a. Aussage, daß man heute bereits Textilstrände ausweisen muß, sei zwar übertrieben, heißt es weiter, aber Nacktbaden sei quasi an allen öffentlichen Stränden erlaubt. Zusätzlich gibt es reine FKK-Strände. „FKK / Nacktbaden in Dänemark“ weiterlesen

Cisterna Strand, Rovinj, Istrien

Man hört immer wieder, daß es versteckte Sandstrände in kleinen Buchten gebe, die – natürlich – kaum besucht, kaum bekannt seien. Aber soviel Sandstrand gibt es leider nicht im westlichen Istrien, dafür aber doch schöne Kies- und Steinstrände, die einen Besuch lohnen.

Ich stieß auf die Werbeseite für die Ferienwohnungen des Hofs Bodi. Dort wird ein „Cisterna-Strand“ als einer der „schönsten Strände Istriens“ beworben. Das sei am Wochenende quasi, so heißt es dort, der Hausstrand der Leute von Rovinj, aber unter der Woche sei weniger los. Man könne, so weiter, mit dem Auto bis an den Strand fahren.
Auch Rovinj-Online weißt gutes von diesem Strand zu berichten: „Die Strände in der Bucht Cisterna und die Bucht Bacvice sind die besten auf der gesamten südlichen Küste von Rovinj.“ Das wiederum las ich erst nach der Rückkehr und würde heute sagen: so ist das.
Weiterhin führt Ulika-Rovinj.com (Juli 2019: jetzt nicht mehr online)  mehrere aus ihrer Sicht empfehlenswerte Strände südlich Rovinj in einer Karte an – und eben auch Cisterna. Also mal hin und schauen …  „Cisterna Strand, Rovinj, Istrien“ weiterlesen

Hawaii-Beach, Poreč, Istrien

Strände gibt es in Istrien genug, aber manches schöne Plätzchen muß man suchen. Kroatienurlauber haben „Geheimtips“, die aber nicht immer so geheim auch sind. Fakt ist, daß die ausgeschilderten Strände und insbesondere die der Ferienanlagen / Campingplätze schon recht überfüllt sein können. Man hat jedoch in Kroatien das Recht, jeden Strand zu besuchen, selbst wenn er z.B. zu einer Hotelanlage gehört.
Andererseits muß man gelegentlich abseits der Hauptstraßen über Feldwege einfach mal ans Meer fahren, um etwas zu finden. Tatsächlich kann man vielerorts bis an den Strand mit dem Auto heranfahren.  „Hawaii-Beach, Poreč, Istrien“ weiterlesen

Ringtennis

Wer Ringtennis nicht kennt, kann sich im Prinzip nichts drunter vorstellen. Ist es evtl. Tennis, das in einer Art Boxring gespielt wird? 🙂
Nein, es ist ein Spiel grob nach Tennisregeln, bei dem jedoch ein Gummiring so geworfen wird, daß der Gegner diesen möglichst nicht fangen kann (Kurzinfo Wikipedia). Wie das ausschaut, kann man sich z.B. in diesem kurzen Youtube-Film von der WM 2014 ansehen.

Ich bin Anfang der 1980er Jahre das erste Mal auf Ringtennis aufmerksam geworden durch eine Bekannte, die dies vereinsmäßig spielte. Meine Sympathie für diesen Sport war gleich da: das runde, griffe Sportgerät – die flüssigen Wurfbewegungen, einfach eine Ästhetik, der ich mich nicht entziehen konnte. Ich habe dann selbst im Freundeskreis diesen Sport eingeführt und ein paar Jahre immer mal wieder gespielt, bis Ringtennis irgendwie in Vergessenheit geriet.
Mir war damals gesagt worden, Ringtennis komme aus der FKK-Bewegung, werde v.a. von FKK-Vereinen am Strand gespielt. Ganz richtig ist das nicht, wie man z.B. hier nachlesen kann; Fakt ist aber, daß v.a. FKK-Vereine das Ringtennis seit den 1950er Jahren für sich entdeckten.

ringtIm Urlaub in Zingst fiel mir das Spiel irgendwann wieder ein. In der Hafenstraße sah ich das Geschäft Idee und Spiel, ging rein und fand einen blauen Ringtennisring. Es gab also doch noch Ringe zu kaufen! Zwar ist unser blauer Ring kein (Moosgummi-) Turnierring, aber für die ersten Wurfversuche mit den Kindern reicht er.
So haben wir einige Zeit am Strand mit diesem Spiel verbracht und uns auch gewundert, daß wir die einzigen waren, die einen Ringtennisring dabei hatten. Aber gut, wenn man sich Bilder von der WM 2010 (in Koblenz) anschaut, dann sieht man, daß kaum ein öffentliches Interesse an diesem Sport vorhanden ist, wenn selbst bei einer WM so wenig Leute im Zuschauerraum zu sehen sind. Dabei hätte der Sport mehr Aufmerksamkeit verdient, weil er meiner Ansicht nach gerade durch die ästhetischen Bewegungsabläufe einen Strandurlaub bereichert. Vor allem ist der Ring so schwer, daß er kaum durch den Wind an der See beeinflußt wird.
Zum Abschluß sei noch auf ein Youtube-Video hingewiesen, eine zweiminütige Kurzvorstellung des Ringtennis mit Nahaufnahmen.

FKK in der DDR (Buch)

buch21Das „Sommer Sonne Nackedeis“ untertitelte Buch aus dem Eulenspiegel-Verlag (Berlin, 2. A., 2008) will ein Porträt der Freikörperkultur in der ehemaligen DDR geben. Dazu hatte der Herausgeber Thomas Kupfermann auch in der BILD-Zeitung einen Aufruf geschaltet, FKK-Bilder aus der Zeit des Bestehens der DDR für das Buch zur Verfügung zu stellen. Es besteht, wie zu erwarten, aus einer Unmenge von Fotos, die v.a. das Strandleben dokumentieren; die meisten davon sind in schwarzweiß. Die eingestreuten, kurzen Texte thematisieren u.a. das ursprüngliche FKK-Verbot von 1954, das bereits 1956 in der ‚Anordnung zur Regelung des Freibadewesens‘ aufgehoben wurde. Weiterhin wird der Zingster Maler Kurt Klamann kurz vorgestellt (Bilder auf zwei Doppelseiten); interessant ist auch die „Mini-Studie“ zur FKK von 1966.

Ein solches Buch kommt (zwangsläufig?) nicht ohne ein bißchen „Ostalgie“ aus, so nach dem Motto: Früher war alles besser, wir haben uns – trotz ‚real existierendem Sozialismus‘ (oder gerade deswegen?) – gut eingerichtet, die prüden Wessis haben uns die FKK versaut. So auch Mathias Wedel in seinem süffisanten Beitrag ‚Das Telegramm‘: „Denn was richtige Freiheit ist, das haben wir erst nach der Befreiung von der sozialistischen Urlaubsdiktatur erfahren: 14 Tage Hotelanlage in Tunesien ist fast wie Moabit, nur wärmer und mit Pool.“

Das 160 Seiten umfassende Buch ist ansprechend gestaltet und bietet eine kurzweilige Einführung in das nackte Badeleben im „zweiten deutschen Staat“.
Und nicht vergessen: „Auch die Dauerwelle hielt – dank VEB Chemie, Berlin.“