RIP Willigis Jäger

Ich habe Willigis Jäger nie persönlich kennengelernt. Gestern ertappte ich mich bei dem Gedanken, wie schön es gewesen wäre, ihn tatsächlich gekannt zu haben. Vor Jahren habe ich intensiver auf den Benediktushof geschaut, das Programm studiert und überlegt, dort mal einen Kurs zu belegen. Dazu ist es nie gekommen.

Am Anfang meiner neuen Beschäftigung mit dem Christentum stand vor allem Jäger. Im dritten Teil meiner Texte zum Stichwort Mystik ging es v.a. um ihn. Doch 2018 folgte ein Beitrag, in dem ich klar sagte: heute bin ich weiter weg von Jäger als noch vor Jahren. Für mich hat Willigis Jäger aber doch eine große Aufgabe erfüllt: seine Texte, Ausdruck einer Verbindung katholischen Glaubens und Zen-Haltung, haben als Magnet gewirkt, als für mich die Zeit gekommen war, mich neu auszurichten. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein. „RIP Willigis Jäger“ weiterlesen

Gudrun Pausewang (Rosinkawiese) ist tot

 

Ich lese gerade das Buch „Rosinkawiese“ von Gudrun Pausewang – und soeben die Meldung, daß die Autorin verstorben ist.

Pausewang - RosinkawieseDas Buch trägt den Untertitel „Alternatives Leben vor 50 Jahren“, damit ist 1930 gemeint… Gudrun Pausewangs Eltern hatte das lebensreformerische Projekt in Böhmen in den 1920er Jahren gegründet. Anfang der 1970er Jahre stand ein Neffe der Autorin vor der Entscheidung, ebenfalls in ein alternatives Leben auszusteigen, wozu sie ihm in Briefen (der Mutter) das Leben ihrer Eltern schilderte – dies lt. Vorwort der Ausgabe von 1991 als „Beitrag zur Aussteigerwelle“. Diesem ersten Buch folgten zwei weitere; im dritten schildert Pausewang ihre Flucht als 17-Jährige über sieben Wochen nach Westen. Das Dritte möchte die Autorin als Appell gegen den Krieg verstanden wissen; zum ersten schreibt sie bzgl. der Aktualität für heutige Menschen:

„… gehe ich (…) davon aus, daß fast jeder Mensch der heutigen Gesellschaft, vor allem in seinen jungen Jahren, heimlich von einem Blockhausleben in eng-harmonischer Beziehung zur Natur träumt. Ist das nicht eine Sehnsucht, die um so größer wird, je mehr wir die Natur beeinträchtigen und uns von ihr entfernen?“