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Ohne Bikini geht die Nina nie … in die Niederrhein-Therme

Seit gestern sind Meldungen in den diversen Medien, daß die Niederrhein-Therme in Duisburg das Tragen zu knapper Badebekleidung verboten habe. Das betrifft Bikinis (Brazilian Bikinis) bzw. auch String-Tangas. Burkinis sind explizit erlaubt.

Einer meiner Lieblingsblogger, der Herr Danisch, hat so schnell, wie er immer ist, bereits sehr gut gekontert. Die Sprecherin der Therme habe gesagt, String-Tangas gehörten nicht in einen Wellness- und Gesundheitsbereich. Richtig, meint Danisch, da geht man nackt hin. (Nebenbei kann man im Beitrag erfahren, daß Danisch selbst FKK-Erfahrungen mit Koversada hat. Ich habe die Insel hier und hier kurz beschrieben.)

Zwischenzeitlich soll der Träger der Niederrhein-Therme die entsprechenden Hinweisschilder für die Badegäste wieder entfernt haben, da außerhalb des FKK-Bereichs der Schambereich bedeckt sein müsse, was auch bei knappen Bikinis der Fall ist. Auch hier stellt Danisch in seinem o.g. Artikel fest, daß mit dieser Aussage im Grunde „Oben ohne“ erlaubt ist.

Wir sind in einer grotesken Situation: Aus der Bundesrepublik Deutschland ist die Bunte Republik geworden. Man will alles sein, alle Farben tolerieren, solange kein Braun darunter ist. Nicht nur Refugees sind „welcome“, jede Sonderform wird nicht nur toleriert, sondern von den entsprechenden Institutionen, die daran ein Interesse haben, gefördert. Wir haben nun drei Geschlechter, Facebook kennt nach dieser Liste gleich 60. Wir schreien als Gesellschaft das „Sei anders!“ nur so heraus.
Doch es kann nicht übersehen werden, daß unter den in den letzten Jahrzehnten hinzugekommenen Bürgern solche sind, die konservativen religiösen Vorstellungen anhängen und definitiv nur zwei Geschlechter kennen. Und davon muß eines sich bedecken und jegliche körperliche Reize für Außenstehende ausblenden.

Dieser Konflikt ist lange nicht gelöst. Er kann auch nicht gelöst werden, glaube ich, weil die Differenz zwischen den „Bunten“ und den „Konservativen“ so groß ist. Bei der Jungen Freiheit kann man lesen, daß im Stadtteil Hamborn, in dem im übrigen meine Mutter geboren wurde, der Migrantenanteil bei deutlich über 50% liegt.

Manchmal frage ich mich, wofür die historischen Lebensreformer gekämpft haben… Seinerzeit war es mit Risiken verbunden, sich in der Öffentlichkeit nackt zu zeigen. Daher entstanden die FKK-Gelände im Wald oder an Seen, wo man unter sich sein konnte.
Heute muß man fragen: Gehen wir da wieder hin?

Ich glaube, es gibt zwei Lösungen, eine kleine und eine große. Die kleine Lösung wäre der vermehrte Zulauf zu FKK-Vereinen mit eigenem Gelände. Damit hat man de facto eine kleine Nebengesellschaft mit eigenen Regeln. Das hatten wir schon einmal, das wäre ein Rückschritt.

Die große Lösung ist die, daß die Interessengruppen, die Burkini-Thermen möchten, sich solche bauen für „ihre Leute“. Es kann mir keiner sagen, daß die ständig medial präsenten Clans nicht genügend Knete für die eine oder andere Therme hätten. Da kann man(n) dann mit Neoprenanzügen schwimmen, die Dame mit Burkini – alles gut.

Was das aber heißt, ist klar: So wächst in Deutschland das nicht zusammen, was von den Vertretern der „bunten Republik“ so herbeigeschrien wird. Damit wird auch klar, daß das keine „zwei Lösungen“ sind, sondern „workarounds“. Eine einvernehmliche Lösung kann es insbesondere mit Vertretern eines konservativen Islams nie geben. Daher war der „Kampf“ der historischen Lebensreformer auch nur in ihre Zeit eingebunden; manchmal meine ich, es sei ein leichterer gewesen, als der, der noch bevorstehen kann.

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Jung & Frei & Indiziert

Wieder einmal, so scheint es, werden auf Ebay indizierte Medien angeboten – und in der Diskussion beschweren sich Ebayer, daß auf ihre Meldungen hin die Auktionen offenbar weiterlaufen, ohne daß Ebay eingreift. (Heute morgen waren die beanstandeten Auktionen beendet, es gibt aber etliche gleichwertige … auf Ebay!)

Es handelt sich um Ausgaben des Heftes Jung & Frei, das zum einen indiziert ist, zum anderen in der Diksussion als „FKK-Heft“ bezeichnet wird. Ist dem denn so? Die Wikipedia beleuchtet den Hintergrund, in Kürze: in den Heften, die von 1987 bis 1997 in Deutschland vertrieben wurden, gab es ausschließlich Fotos nackter Kinder und Jugendlicher, wobei die Bilder oft die Genitalien fokussierten und auch der Kamerawinkel in diesem Sinne ‚mithalf‘. Interessant der – unbelegte – Hinweis dort, daß die Zeitschrift in „keinem Bezug“ zur Fkk-Bewegung stand.
Anders sieht das offenbar Michi auf seinen FKK-Seiten, der die Zeitschrift eher neutral vorstellt und darauf hinweist, daß sie sich über die Jahre hinweg zu „einem recht informativen FKK-Magazin“ entwickelt habe (Reiseberichte, ‚Spielvorschläge‘ *hüstel* (die möchte ich mal lesen …)). Auch der Hinweis auf das „naturistische Leben Osteuropas“ ist mehr als vage, v.a. wenn man sich vergegenwärtigt, daß ein Großteil der im Netz frei verfügbaren Pornographie aus Rußland stammt. Da drängt sich förmlich der Gedanke auf, daß man Kinder eben dort nackt und eindeutig fotographieren kann, wo sich (noch) keiner daran stört (solange Geld im Spiel ist). Auch eine Form der Ausbeutung (des Mißbrauchs?) … Ich habe diese Diskussion auf Ebay aufgegriffen, weil ich es zum einen wichtig finde, daß das Wissen um diese indizierte Zeitschrift Verbreitung findet, aber auch, weil ich noch einmal deutlich machen möchte, daß zur Schau gestellte Genitalien – egal ob von Kindern oder Erwachsenen – mit Freikörperkultur nichts zu tun haben.

Nachtrag 2016:
Im alten Blog gab es einen kritischen Kommentar zum obigen Text. Der Autor wies darauf hin, daß der Wikipedia-Artikel tendenziös sei und sowohl Jung & Frei als auch die Schwesterzeitschrift „Sonnenfreunde Sonderhefte“ jahrelang bzw. gar Jahrzehnte frei verkäuflich waren, also nicht „unter dem Ladentisch“ gehandelt worden seien. Indizierungsanträge seien mehrfach gescheitert, weil man die Hefte nicht als pornographisch einstufen wollte, bis dann ein Antrag letztlich Erfolg hatte.
Das Argument mit der Fixierung der Genitalien könne entkräftet werden: Die Personen (Kinder) seien in voller Größe abgebildet worden, so daß sich ein Mittelpunkt auf Höhe des Bauchnabels ergebe. Der (größere) Fotograf habe eben nicht „von oben herab“ fotografiert.
Zudem seien die meisten der Bilder in der Anlage Cap D’Agde in Südfrankreich entstanden, eben nicht in Rußland.
Der Autor gab an, Zielgruppe der Hefte sei der „Fkk-Nachwuchs“ gewesen. Pädophile Personen hätten sich „damals“ noch ganz andere Sachen kaufen können.

Der Autor empfiehlt, sich die Hefte in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt selbst anzuschauen, sich selbst ein Bild zu machen.