Eventi Letterari

Ich habe in den letzten Jahren gelegentlich (Tag Eventi Letterari) auf das Literaturfestival auf dem Monte Verità hingewiesen (allgemeine Infos). Corona-bedingt ist bereits die 2020er Veranstaltung „Grosse Erwartungen“ als Video-Event durchgeführt worden. Die Videos sind online verfügbar.

„Mit dem diesjährigen Motto erweisen wir dem berühmten Roman von Charles Dickens eine Reverenz und erinnern an dessen 150. Todestag“, so Paolo Di Stefano, der künstlerische Leiter des Festivals. „Zusammen mit illustren Schweizer und internationalen Gästen wollen wir an den vier Festivaltagen über die derzeitigen gewaltigen sozialen und kulturellen Umbrüche und die damit verbundenen Herausforderungen diskutieren.“ (Webseite)

Für 2021 wurde das Festival vom Frühjahr auf den November verlegt. Es ist offenbar als Präsenzveranstaltung geplant, da Karten verkauft werden. Das Thema konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen.

Blog – noch zeitgemäß?

Das Internet wandelt sich schnell – wer am Ball bleiben will, muß mitziehen und gegebenenfalls auf neue Plattformen umziehen. Man denke z.B. an den großen Erfolg von „Wer kennt wen“ – davon spricht heute kaum noch einer. Und wenn ich nun sage, „heute“ sei der Facebook-Account Standard, lächeln meine Söhne mitleidig, denn sie sind schon bei den nächsten „In-Apps“.

Generell hat es m.E. eine Verschiebung vom geschriebenen zum gesprochenen Wort gegeben. Das meint Podcasts, aber v.a. Videos und Streams. Bei Youtubern, denen ich schon lange folge, konnte ich miterleben, wie sie zum einen die Ausrüstung optimierten und zum anderen die Fotografie-Technik verbesserten, sei es durch besondere Arrangements bei der Aufnahme, Einsatz von Drohnen oder durch Schnittechniken und Effekte bei der Nachbearbeitung.

Zugegeben: ich schaue gerne Videos. Und ich habe etliche Podcasts abonniert, die ich fürs spätere Anhören herunterladen kann. Eine Prämisse der neuen Entwicklungen ist, daß alles mobil und nahtlos verfügbar sein muß. Da liest man z.B. ein Amazon Kindle Ebook, steigt ins Auto, verbindet das Handy über Bluetooth und hört von der gleichen Stelle an das Audiobook weiter…

In einem gestern gehörten Podcast beschwerte sich ein Professor über die Leseunlust seiner Studenten. Mit längeren Texten seien sie überfordert, er müsse genauer auswählen und kürzen. Die Konzentrationsfähigkeit sei mittlerweile geringer, er dürfe keine zu langen Vorlesungen halten, sonst würden die Studenten zu ihren Handy abschweifen und schauen, was es da neues gibt. Von denen liest dann keiner mein Blog – oder Blogs generell. Das ist dann eher die Sparte für „toxische, alte, weiße Männer“.

Natürlich habe ich schon über ein Video-Format oder einen Podcast zum Thema Lebensreform bzw. den diversen Themen meines Blogs nachgedacht. Dies aber nicht, weil es die bessere Lösung für die Themen wäre, sondern weil damit ein größerer Personenkreis erreicht werden könnte. Hier stellt sich die Frage: muß ein größerer Personenkreis erreicht werden? Nö, muß nicht. Das ist letztlich immer noch ein Hobby-Projekt, das im Umfang meiner Zeit und Lust wächst. Und es ist doch auch so: wenn ich selbst viel und gerne lese, wähle ich mir die dazu passende Plattform: Blog oder Buch – das war ja auch die Diskussion (mit mir), als es um die Veröffentlichung meines Jakobswegberichts ging (die Autokorrektur schlägt gerade „Wehrmachtsberichts“ vor…). Da habe ich mich für das Blog entschieden, auch weil es „einfacher“ ist als mir mit den Publikationsrichtlinien für Ebooks die Zeit zu vertreiben.

Blog – das ist „mein Format“, dabei bleibe ich. Gerne darf in den Kommentaren diskutiert werden.
Aktuelles – insbesondere Fotos – gibt es in meinem Instagram-Account.

Durch Mark und Heide (Blog)

Als er noch in sein „blaues Schreibheft“ Gedanken übertrug und damit online stellte, folgte ich ihm schon, dem Stephan. Dann entdeckte er die Fotografie und ich war begeistert von den Wanderungen und speziell der Vogelfotografie z.B. an der Oder. Noch ein wenig später kam Youtube hinzu, ein Kanal mit immer professioneller werdenden Videos, die Stephan und seine Kinder bei Ausflügen in die Mark Brandenburg zeigten. Mal wurden „lost places“ erkundet, mal stand ein Biwak an einem stillen See an, dann einfach eine Familienwanderung mit „Kind und Kegel“ durch Sand und Kiefernwälder dieser reizvollen Landschaft. Immer schätze ich an diesen Videos die ruhige Sprache Stephans, die das Naturerlebnis auch für den Videobetrachter „erlebbar“ macht. Hier genießt jemand Natur, ohne Ziele „abzuarbeiten“ und durch die Landschaft zu hetzen.

Und nun gibt es ein neues Blog von Stephan, das sich wie sein kürzlich umbenannter Youtube-Kanal nennt: Durch Mark und Heide. Ziel soll es sein, die Online-Aktivitäten in diesem Blog zu bündeln und dann auch den Facebook-Account (also die Fotografie-Seite, nicht das private Profil) zu löschen. Die Gedanken Stephans dazu kann man hier nachlesen; ich teile sie bzw. die Sichtweise auf diese Hydra namens Facebook, aber anders kann ich kaum „up-to-date“ bleiben, was insbesondere lokale Neuigkeiten angeht.

Alles in allem: Blog und Videos lege ich naturinteressierten Menschen ganz besonders ans Herz. Mark Brandenburg, Vögel, lost places, Familienausflüge – wen das interessiert, der sollte mal reinschauen.

Video „Die Außenseiter – Reise zu den Pionieren des Ökolandbaus“ | Unter unserem Himmel | ARD Mediathek

Quelle: Video „Die Außenseiter – Reise zu den Pionieren des Ökolandbaus“ | Unter unserem Himmel | ARD Mediathek

Meißner 2013 – ja, was schreibt man nun?

Das Meißnerlager 2013 als „Fortführung“ des vor 100 Jahren gehaltenen Ersten Freideutschen Jugendtages ist Geschichte.
Hier zunächst ein paar Nachlesen:

Meine Gedanken: Ich habe die ganze Woche mit mir gerungen, ob ich nun etwas dazu schreibe, was ich bzgl. der beiden offiziellen Veranstaltungen auf dem bzw. in der Nähe des Meißner(s) gesehen und gelesen habe. Ich war ja nicht da, obwohl ich es mir lange Zeit durch den Kopf gehen gelassen habe. Im Vorfeld hatte ich verfolgt, wie bestimmte Gruppen ausgeschlossen und ein zweites Event neben dem Hauptlager geplant wurde.

Ich habe aus der Gruppe der Teilnehmer das Stichwort „Kirchentags-Orga“ gelesen, von Leuten gehört, denen um 2 Uhr morgens das Gitarrespielen verboten wurde – nicht, weil sich jemand gestört gefühlt hatte, sondern weil es „2 Uhr“ war; Bilder weckten eher Assoziationen von Mittelaltermärkten oder alternativen Happenings und die Ankündigung „Pfälzer Weinstube“ im Programm hinterließ bei mir fragend hochgezogene Augenbrauen.

Dann las ich im Pfadfinder-Treffpunkt die auf mittlerweile 13 Seiten angewachsene Diskussion, in der es u.a. darum geht, daß der Verleger Götz Kubitschek (Antaios) für ein Stündchen auf Burg Ludwigstein zugegen war (wohl im Zusammenhang mit seinen Töchtern). Die Diskussion nimmt groteske Züge an, v.a. beschuldigt man Veranstalter (RJBH) sowie Burg Ludwigstein, nicht „eingegriffen“ zu haben (so als müsse C&A eingreifen, wenn Kubitschek sich Unterhosen kaufen geht); man sieht die Unfähigkeit der Linken, sich auf offene, freiheitliche Diskussionen einlassen zu können. Deutungshoheit heißt immer nur: unsere Sichtweise, neben der nichts anderes bestehen kann. Ich empfehle nebenbei das aufschlußreiche Buch „Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“ von Jan Fleischhauer.

Doch dann wurde ich heute auf eine Stellungnahme vom Nerother Wandervogel aufmerksam, die das von mir Wahrgenommene in Worte faßt: Die beiden konkurrierenden Veranstaltungen werden als „linke Sozialarbeiterfraktion“ und „Müsli-Fraktion“ skizziert. Ja, das ist pauschal und wird sicher nicht allen beim Hauptlager gerecht, aber es ist für mich nachvollziehbar, wieso die Nerother nicht anwesend waren. Letztlich waren das auch meine Bedenken, als ich eine Wandertour in der ersten Oktoberwoche im Meißner-Gebiet auf das kommende Frühjahr verschob. Hier der Text der Nerother Stellungnahme.

Ich will es dabei belassen, denn ich war nicht da und spreche über das Lager nur vom Hörensagen.