Villambistia bis Atapuerca (CF19)

[Die Seite ist Teil des Berichts über meinen Camino Francés 2015.]

Die Nacht wurde so, wie man es bei kleinem Raum mit gut 20-30 Schläfern erwarten kann: neben mir (leider nicht nur örtlich zu verstehen) schnarchten mehrere Leute sehr laut. Hinzu kam, daß ich an die tote Bettwanze dachte und nicht wußte, ob hier heute nacht welche aktiv sein würden. Ich war zur Sicherheit auf ein Stockbett mitten im Raum, oberes Bett, umgezogen, aber das sollte später in Barbadelo auch kein Schutz sein: die Bettwanzen lassen sich zielgenau von der Decke auf die Schläfer fallen…
Ab 5 Uhr mußte ständig jemand auf die Toilette, ab 6 wurde gepackt.
Frühstück nach dem Motto „da ist eine Bohne ins Wasser gefallen“ gab es eher auf dem Flur und im Stehen, soll heißen, ich trank schnell etwas, packte mir etwas zum Essen ein und verzog mich mit meinem ganzen Kram nach draußen auf eine Bank neben dem Brunnen, wo ich mich im Schein der Laterne sortierte, die Schuhe anzog und wieder durch den schlafenden Ort zur Streckenführung des Jakobsweges zurückging. „Villambistia bis Atapuerca (CF19)“ weiterlesen

Grañon bis Villambistia (CF18)

[Die Seite ist Teil des Berichts über meinen Camino Francés 2015.]

Manchem mag es übertrieben vorkommen, was ich über die Donativo-Herberge in Grañon schrieb, aber mich trieb es morgens ganz früh fort. Schnell ein Brot, eine Tasse Kaffee, Spende in die Kasse, Stirnlampe an und los. Ich merkte, daß es nun in der zweiten Septemberhälfte doch morgens wesentlich länger dunkel war. Die ersten Bilder von den wenigen Lichtern hinter mir in Grañon vor dunklem Feld machte ich gegen 7:30 Uhr – da war es noch ziemlich dunkel um mich herum. Über dem Ort lag eine geschlossene, dunkelgraue Wolkenschicht. In den Straßen von Grañon standen vor mehreren Häusern Wasserflaschen, die offenbar für die Pilger und zum Mitnehmen gedacht waren. Ob das eine (schöne) Sonntagstradition ist oder jeden Tag so gemacht wird, weiß ich nicht. „Grañon bis Villambistia (CF18)“ weiterlesen