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Fischland – Darß – Zingst

darss14Im Frühjahr 2010 schrieb ich im alten Blog, daß es im Sommerurlaub nach Fischland / Darß / Zingst gehe, der beliebten Ferienregion an der Ostsee auf der Halbinsel im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Diese Ecke Deutschlands hatte ich bereits bei einem Rügen-Urlaub 2000 schätzen gelernt. Damals war ich alleine im März für zwei Wochen in Sellin und habe die gesamte Insel erkundet. Nur Baden war eher etwas für „Iron Men“.

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Ringtennis

Wer Ringtennis nicht kennt, kann sich im Prinzip nichts drunter vorstellen. Ist es evtl. Tennis, das in einer Art Boxring gespielt wird? 🙂
Nein, es ist ein Spiel grob nach Tennisregeln, bei dem jedoch ein Gummiring so geworfen wird, daß der Gegner diesen möglichst nicht fangen kann (Kurzinfo Wikipedia). Wie das ausschaut, kann man sich z.B. in diesem kurzen Youtube-Film von der WM 2014 ansehen.

Ich bin Anfang der 1980er Jahre das erste Mal auf Ringtennis aufmerksam geworden durch eine Bekannte, die dies vereinsmäßig spielte. Meine Sympathie für diesen Sport war gleich da: das runde, griffe Sportgerät – die flüssigen Wurfbewegungen, einfach eine Ästhetik, der ich mich nicht entziehen konnte. Ich habe dann selbst im Freundeskreis diesen Sport eingeführt und ein paar Jahre immer mal wieder gespielt, bis Ringtennis irgendwie in Vergessenheit geriet.
Mir war damals gesagt worden, Ringtennis komme aus der FKK-Bewegung, werde v.a. von FKK-Vereinen am Strand gespielt. Ganz richtig ist das nicht, wie man z.B. hier nachlesen kann; Fakt ist aber, daß v.a. FKK-Vereine das Ringtennis seit den 1950er Jahren für sich entdeckten.

ringtIm Urlaub in Zingst fiel mir das Spiel irgendwann wieder ein. In der Hafenstraße sah ich das Geschäft Idee und Spiel, ging rein und fand einen blauen Ringtennisring. Es gab also doch noch Ringe zu kaufen! Zwar ist unser blauer Ring kein (Moosgummi-) Turnierring, aber für die ersten Wurfversuche mit den Kindern reicht er.
So haben wir einige Zeit am Strand mit diesem Spiel verbracht und uns auch gewundert, daß wir die einzigen waren, die einen Ringtennisring dabei hatten. Aber gut, wenn man sich Bilder von der WM 2010 (in Koblenz) anschaut, dann sieht man, daß kaum ein öffentliches Interesse an diesem Sport vorhanden ist, wenn selbst bei einer WM so wenig Leute im Zuschauerraum zu sehen sind. Dabei hätte der Sport mehr Aufmerksamkeit verdient, weil er meiner Ansicht nach gerade durch die ästhetischen Bewegungsabläufe einen Strandurlaub bereichert. Vor allem ist der Ring so schwer, daß er kaum durch den Wind an der See beeinflußt wird.
Zum Abschluß sei noch auf ein Youtube-Video hingewiesen, eine zweiminütige Kurzvorstellung des Ringtennis mit Nahaufnahmen.

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FKK in der DDR (Buch)

buch21Das „Sommer Sonne Nackedeis“ untertitelte Buch aus dem Eulenspiegel-Verlag (Berlin, 2. A., 2008) will ein Porträt der Freikörperkultur in der ehemaligen DDR geben. Dazu hatte der Herausgeber Thomas Kupfermann auch in der BILD-Zeitung einen Aufruf geschaltet, FKK-Bilder aus der Zeit des Bestehens der DDR für das Buch zur Verfügung zu stellen. Es besteht, wie zu erwarten, aus einer Unmenge von Fotos, die v.a. das Strandleben dokumentieren; die meisten davon sind in schwarzweiß. Die eingestreuten, kurzen Texte thematisieren u.a. das ursprüngliche FKK-Verbot von 1954, das bereits 1956 in der ‚Anordnung zur Regelung des Freibadewesens‘ aufgehoben wurde. Weiterhin wird der Zingster Maler Kurt Klamann kurz vorgestellt (Bilder auf zwei Doppelseiten); interessant ist auch die „Mini-Studie“ zur FKK von 1966.

Ein solches Buch kommt (zwangsläufig?) nicht ohne ein bißchen „Ostalgie“ aus, so nach dem Motto: Früher war alles besser, wir haben uns – trotz ‚real existierendem Sozialismus‘ (oder gerade deswegen?) – gut eingerichtet, die prüden Wessis haben uns die FKK versaut. So auch Mathias Wedel in seinem süffisanten Beitrag ‚Das Telegramm‘: „Denn was richtige Freiheit ist, das haben wir erst nach der Befreiung von der sozialistischen Urlaubsdiktatur erfahren: 14 Tage Hotelanlage in Tunesien ist fast wie Moabit, nur wärmer und mit Pool.“

Das 160 Seiten umfassende Buch ist ansprechend gestaltet und bietet eine kurzweilige Einführung in das nackte Badeleben im „zweiten deutschen Staat“.
Und nicht vergessen: „Auch die Dauerwelle hielt – dank VEB Chemie, Berlin.“