Gottesbeweis

„Gott läßt sich nicht beweisen, so wenig wie er sich widerlegen läßt. Man muß an ihn glauben, und das bedeutet: man muß ihn erleben. Wo er nicht erlebt wird, verfängt kein Beweis, und wo er erlebt worden ist, bedarf es keines Beweises. Wo Beweise verlangt werden, ist gezweifelt worden; wo das Gotteserlebnis ausreift, schweigt jeder Zweifel.“

Walter Schubart, in: Zimmermann, Werner: Ich bin. Meisterschaft über Leib und Schicksal; (Drei Eichen) 1984

Camino Francés 2015 (1)

Erstmals berichtete ich am 5.5.14 im alten Blog über meine Absicht, mich auf den Jakobsweg zu begeben, genauer: auf die letzten ca. 800km von Südfrankreich (St.-Jean-Pied-de-Port) durch Nordwestspanien bis nach Santiago de Compostela, wo der Legende nach der Apostel Jakobus (der Ältere) bestattet sein soll. Geplant hatte ich diese Pilgerreise ab Ende 2013; ich bin nämlich jemand, dem es großen Spaß macht, Reisen lange im voraus zu planen – da kann ich richtig drin aufgehen. 🙂

Warum Camino Francés? Weil es der klassische „Hauptweg“ ist. Deshalb als erste Beschäftigung mit dem Phänomen der Jakobswege sollte am Anfang der „Klassiker“ stehen.
Warum überhaupt einen „christlichen Pilgerweg“ gehen? Nun, das erste Mal kam ich mit dem Jakobsweg oder „Camino“, wie er gern nur genannt wird, durch das Buch von Hape Kerkeling, „Ich bin dann mal weg“, in Kontakt. Als es 2006 erschien, war ich noch sehr in einer heidnischen Naturreligion aktiv, dennoch faszinierte mich schon immer das spirituell motivierte Gehen / Wandern / Pilgern als konkreter Ausdruck von Religion. Letztlich ließ ich ungefähr das Schlußviertel des Buches aus, weil mir Inhalt, Schreibstil, Kerkelings eigener Anspruch ans Pilgern nicht zusagten. Aber der Gedanke ruhte in mir. „Camino Francés 2015 (1)“ weiterlesen