Teutsche Fressefreiheit

Es ist soviel los dieser Tage: entweder ich komme vor Arbeit nicht zu Freizeit i.S. von Blogbeiträgen, weil ich dann eher mit den gesamten Staffeln von Game of Thrones entspanne, oder ich muß mich aktiv zurückhalten, um aus diesem Blog keine politische Kommentarmaschine zu machen.

Aber immer geht das nicht. Da steht Frau Baerbock in Moskau und spricht über die deutsche Fressefreiheit, Verzeihung, sie korrigierte sich ja selbst, die Pressefreiheit. Damit sei gemeint: keine staatliche Einmischung.

Aha. Seit Tagen klagen die Nutzer von Telegram, die ihre Apps über Apple Store oder Google Play geladen haben, daß z.B. die Kommentare zu Beiträgen „einschlägiger Verdächtiger“, wie Reitschuster, nicht angezeigt werden können. Ich kann das bestätigen. Wenn man die App direkt von Telegram lädt und installiert, ist der „Fehler“ behoben. Und das ist nur ein kleiner Aspekt, wie es in diesem Land um das Thema Zensur steht.

Heute wird gemeldet, Innenministerin Faeser, die bislang vor allem dadurch aufgefallen ist, daß Rechtsextremismus ihr Leib-und-Magen-Thema zu sein scheint, wolle Google und Apple auffordern, Telegram aus den Stores zu nehmen. Das muß man wirklich sacken lassen und nochmal langsam rekapitulieren: eine deutsche Politikern will internationale Unternehmen auffordern, eine konkrete Software, eine Messenger-App wie viele andere, zu zensieren, weil damit auch in ihrer Sichtweise problematische Personen kommunizieren. Also muß die pushTAN-App der Sparkassen auch sofort verschwinden, da „Rechte“ damit ihre Kontenstände abrufen. Google Maps muß zensiert werden, weil „Rechte“ damit zu ihren verschwörerischen Treffen fahren… Ja, man müßte das Trinkwasser sperren, da Rechte sich damit nicht nur den Hintern waschen, sondern es sogar TRINKEN! Kann man endlos weiterspinnen, trägt nicht dazu bei, daß man Faeser irgendwie positiver einschätzen könnte. Fehlbesetzung, schlimmer als „ACAB“. Keine roten Linien mehr, sagt schon der Herr Kanzler, eher rote Augen vor Lachen oder Weinen…
(Nachtrag 3.2.22: Mittlerweile ist bekanntgeworden, daß die Frau Innenminister auch für eine Antifa-Zeitung geschrieben hat.
Nachtrag 31.3.22: Zahl der Ermittlungsverfahren 2021)

Man muß diese beiden Meldungen verknüpfen: Baerbock preist unverfroren in der ihr eigenen haspeligen Kindersprache („gefanzerte Parzeuge“) die deutsche Freizügigkeit, Grundrechte, während ihre daheimgebliebene Kollegin klare Zensur einer App fordert. Passend dazu die 10-Uhr-Nachrichten von SWR1: komplett vom Thema „Rechtsextreme“ bei den sogenannten Spaziergängen dominiert. Da hat jemand wirklich Angst, „das Volk“ könne nicht mehr im Zaum gehalten werden.

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