Sich der Welt recht erfreuen
„Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen.“ [Thomas Traherne, Centuries of Meditations]
„Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen.“ [Thomas Traherne, Centuries of Meditations]
Ich lese täglich die Neuigkeiten in den Telegram-Kanälen von Gunnar Kaiser und Boris Reitschuster. Ohne geht nicht im Rahmen des manipulativen Umfeldes. Gerade nach meinem letzten Beitrag (“Manifest”) zitiert Gunnar den brasilianischen Dichter Mario de Andrade (1893–1945) mit so passenden Worten, daß ich mir erlaube, sie hier von ihm zu übernehmen. “Meine Seele hat es…
Treu mir selbst, dem guten Geiste, der in meinem Leibe wohnt, der mit göttlich hoher Freude jede gute That mir lohnt. Treu dem Weiser, dem Gewissen, das mir immer Antwort sagt, daß sich nicht in Wurmes Weise meine Seele krümmt und plagt. Unerbittlich treu dem Führer, der im Geist mich überschwebt, der mit seines Geistes…
“Weil ich in der Stille anfing, konnte ich dem Lauten nie ganz verfallen. Weil ich als Kind die Wälder schweigen und wachsen sah, konnte ich immer ein stilles Lächeln für das aufgeregte Treiben haben, mit dem die Menschen ihre vergänglichen Häuser bauten. Es war, als trüge ich andre Gesetze und Maßstäbe in mir, größere und…
“Da heißt es, einmal, und sei es auch nur für kurze Zeit, in die Stille zu gehen, sich abzuschließen von aller Außenwelt — und auch die liebsten Menschen sind Außenwelt dabei — um sich selbst, seinen Rhythmus, seine Eigenart, seine geistige Selbständigkeit zu finden. Einsamkeit — und wäre es nur für einige Tage — braucht…
Ich bin am Wochenende über ein schönes Zitat “gestolpert”, das mir direkt aus der Seele sprach. Es stammt aus dem Buch Die unsichtbaren Städte von Calvino, es ist die Figur des Marco Polo, die spricht: “Die Hölle der Lebenden ist nicht etwas, was sein wird; gibt es eine, so ist es die, die schon da…
“Das Denken wollte schon wieder anheben. … Da kam durchs Bergtor herein eine leichte weiße Wolke, so zart, daß der Stern hindurchschimmerte. Es sprach aber einer ohne Worte zu ihm. Und Johannes fühlte, wie seine leere Seele diese Worte trank, wie der Raum hinter den Rippen sich füllte wie ein silberner Becher mit bergfrischem Wasser,…
“So war die Lebensreform nicht das gänzlich andere der Moderne und auch keine reine Gegenwelt zur wilhelminischen Gesellschaft. Dass sie über sich selbst lachen konnte, zeugt indes davon, dass sie zumindest in Teilen in der Lage war, sich über sich selbst aufzuklären — eine Fähigkeit, die man auch allen gegenwärtigen Lebensverbesserern und Sinnsuchern nur wünschen…
“Ich bin als Christ gegangen, ich habe mich als Hindu gefunden und ich kehre als Buddhist zurück, ohne doch aufgehört zu haben, ein Christ zu sein.” [Raimon Panikkar]
Heute ist das Bändchen “Vom Sinn des Lebens” von Ludwig Klages (herausgegeben von H. Kern, erweitert u. neu herausgegeben von H. Kasdorff) eingetroffen. Auf den ersten Blick mag ich es: handlich, fester Umschlag in dezentem Beige, schnörkellos — und eine Werkauswahl enthaltend, die mit kurzen Zitaten zum Schmökern einlädt. Ich freue mich aufs Lesen. Hier…