Zitat

  • Meine Seele hat es eilig

    Ich lese täg­lich die Neu­ig­kei­ten in den Tele­­gram-Kanä­­len von Gun­nar Kai­ser und Boris Reit­schu­ster. Ohne geht nicht im Rah­men des mani­pu­la­ti­ven Umfel­des. Gera­de nach mei­nem letz­ten Bei­trag (“Mani­fest”) zitiert Gun­nar den bra­si­lia­ni­schen Dich­ter Mario de And­ra­de (1893–1945) mit so pas­sen­den Wor­ten, daß ich mir erlau­be, sie hier von ihm zu über­neh­men. “Mei­ne See­le hat es…

  • Stille (Wiechert)

    “Weil ich in der Stil­le anfing, konn­te ich dem Lau­ten nie ganz ver­fal­len. Weil ich als Kind die Wäl­der schwei­gen und wach­sen sah, konn­te ich immer ein stil­les Lächeln für das auf­ge­reg­te Trei­ben haben, mit dem die Men­schen ihre ver­gäng­li­chen Häu­ser bau­ten. Es war, als trü­ge ich and­re Geset­ze und Maß­stä­be in mir, grö­ße­re und…

  • Leben nach eigenem Gesetze

    “Da heißt es, ein­mal, und sei es auch nur für kur­ze Zeit, in die Stil­le zu gehen, sich abzu­schlie­ßen von aller Außen­welt — und auch die lieb­sten Men­schen sind Außen­welt dabei — um sich selbst, sei­nen Rhyth­mus, sei­ne Eigen­art, sei­ne gei­sti­ge Selb­stän­dig­keit zu fin­den. Ein­sam­keit — und wäre es nur für eini­ge Tage — braucht…

  • Was nicht Hölle ist

    Ich bin am Wochen­en­de über ein schö­nes Zitat “gestol­pert”, das mir direkt aus der See­le sprach. Es stammt aus dem Buch Die unsicht­ba­ren Städ­te von Cal­vi­no, es ist die Figur des Mar­co Polo, die spricht: “Die Höl­le der Leben­den ist nicht etwas, was sein wird; gibt es eine, so ist es die, die schon da…

  • Nicht mehr allein

    “Das Den­ken woll­te schon wie­der anhe­ben. … Da kam durchs Berg­tor her­ein eine leich­te wei­ße Wol­ke, so zart, daß der Stern hin­durch­schim­mer­te. Es sprach aber einer ohne Wor­te zu ihm. Und Johan­nes fühl­te, wie sei­ne lee­re See­le die­se Wor­te trank, wie der Raum hin­ter den Rip­pen sich füll­te wie ein sil­ber­ner Becher mit berg­fri­schem Was­ser,…

  • Ein sinnerfülltes, gutes Leben

    “So war die Lebens­re­form nicht das gänz­lich ande­re der Moder­ne und auch kei­ne rei­ne Gegen­welt zur wil­hel­mi­ni­schen Gesell­schaft. Dass sie über sich selbst lachen konn­te, zeugt indes davon, dass sie zumin­dest in Tei­len in der Lage war, sich über sich selbst auf­zu­klä­ren — eine Fähig­keit, die man auch allen gegen­wär­ti­gen Lebens­ver­bes­se­rern und Sinn­su­chern nur wün­schen…

  • Das Leben

    Heu­te ist das Bänd­chen “Vom Sinn des Lebens” von Lud­wig Kla­ges (her­aus­ge­ge­ben von H. Kern, erwei­tert u. neu her­aus­ge­ge­ben von H. Kas­dorff) ein­ge­trof­fen. Auf den ersten Blick mag ich es: hand­lich, fester Umschlag in dezen­tem Beige, schnör­kel­los — und eine Werk­aus­wahl ent­hal­tend, die mit kur­zen Zita­ten zum Schmö­kern ein­lädt. Ich freue mich aufs Lesen. Hier…