Lebensträume

Am gest­ri­gen Abend konn­te ich anläß­lich eines Vor­tra­ges den Bene­dik­ti­ner­pa­ter Anselm Grün ken­nen­ler­nen. Er sprach über Lebens­träu­me und was pas­siert, wenn Träu­me sich als uner­füll­bar her­aus­stel­len oder zer­bre­chen. Ruhig und an (ver­mut­lich) weni­gen notier­ten Stich­wor­ten ori­en­tiert sprach er unge­fähr eine Stun­de vor der gut gefüll­ten Hal­le. Immer wie­der wies er dar­auf hin, wie man mit “geplatz­ten” Träu­men umge­hen soll: man müs­se trau­ern, die Trau­er zulas­sen, sie auf den Grund des eige­nen Seins sin­ken las­sen — und von dort aus etwas neu­es ent­ste­hen las­sen. Träu­me sind hier min­de­stens zwei­fach gemeint: ein­mal als die eige­nen Zie­le, die zer­bre­chen, oder der sta­tus quo, der sich als unhalt­bar her­aus­stellt, aber auch als die Ener­gie, die z.T. aus Kin­der­ta­gen noch in unser Erwach­se­nen­da­sein strömt.
Mir gefiel ins­be­son­de­re der Hin­weis, man sol­le ein­mal schau­en, was einen in der Kind­heit ganz erfül­len konn­te, womit man viel Zeit ver­bracht hat, wor­in man sich rich­tig­ge­hend ver­lie­ren konn­te. Im Rah­men der Prä­mis­se, daß Träu­me Ener­gie bedeu­ten, auch Ener­gien frei­set­zen kön­nen, soll es gelin­gen, die Ener­gie jener Tätig­keit aus Kin­der­ta­gen — trans­for­miert — in die Welt des erwach­sen gewor­de­nen Kin­des zu über­neh­men. So müs­se man die Arbeits­stel­le, mit der man unzu­frie­den sei, nicht gleich auf­ge­ben, son­dern man sol­le schau­en, wie man sie bzw. sich mit die­ser Ener­gie aus Kin­der­ta­gen umge­stal­ten kann, wie man neue Schwer­punk­te set­zen und ein­fach mehr Rücken­wind gewin­nen kann.
Das hat mir Gedan­ken­fut­ter gege­ben; es war ein guter Abend.

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