7 vs. Wild aus Preppersicht

Die sech­ste von 16 Fol­gen ist gestern abend gelau­fen und hat die “Fan­ba­se” mit einem rie­si­gen Cliff­han­ger zurück­ge­las­sen: Einer der ver­blie­be­nen fünf Män­ner ruft offen­bar mit­ten in der Nacht das Ret­tungs­team an und schei­det damit aus. Oder war es doch der bereits aus­ge­schie­de­ne Niklas, der sich nun end­gül­tig abho­len läßt? Mein Tip ist eher: Bom­mel.
Aber noch etwas ande­res ist mir durch den Kopf gegan­gen: Einer hat ja schon die 10000€ gewon­nen — es gibt einen Sie­ger. In den aktu­el­len Live­streams emp­fin­de ich Fritz so vom Bauch­ge­fühl her nicht als die­sen Sie­ger. Könn­te es auch sein, daß Fritz aus­ge­schie­den ist? Und was war die titel­ge­ben­de „fol­gen­schwe­re Abga­be“? Das wird ja in der so beti­tel­ten Fol­ge in kei­ner Wei­se auf­ge­löst.

Wie in mei­nem ersten Bei­trag zu die­sem genia­len For­mat schon geschrie­ben zeigt sich, daß Nah­rung im Grun­de das Haupt­pro­blem ist. Alle haben damit zu kämp­fen, aber einer mehr als der Rest: Fabio. Weil er den Wet­ter­schutz (Tarp, Schlaf­sack) ver­nach­läs­sigt hat, muß er auf­grund der mini­ma­len Kalo­rien­zu­fuhr mehr mit der Käl­te kämp­fen als die ande­ren. Der Kör­per geht bei Hun­ger in einen Schutz­mo­dus, um Ener­gie zu spa­ren. Das bedeu­tet prak­tisch beim Fasten: man fühlt sich kalt, hat einen „dicken Kopf“, ist antriebs­los.
Ich glau­be, das Bee­ren­su­chen — als Tätig­keit — ver­braucht mehr Ener­gie, als die zwei Hand­voll Bee­ren dann brin­gen.

Fritz sin­niert kurz über das, was für mich eine zen­tra­le Fra­ge bei solch einer Woche wäre: Lie­ber ganz auf Nah­rung ver­zich­ten und 100% fasten?
Das macht Sinn, den­ke ich, denn meh­re­re der Män­ner stel­len sich stän­dig Essen vor, das sie zuhau­se nun ver­füg­bar hät­ten, ins­be­son­de­re Chris. Aus mei­ner eige­nen Fasten­er­fah­rung kann ich sagen, daß so etwas die Situa­ti­on ver­schlim­mert! Es ist ein pri­va­ter „mind fuck“, der nicht sein muß. Ent­schei­de ich mich aber für 100% Fasten, muß ich mich nicht mehr mit Essen (als mind game) befas­sen.

Fritz hat m.E. die Woche und das, wor­auf es ankommt, am besten im Blick. Er sagt: „Ohne Schlaf­sack nie­mals.“ Und so behält er nach der „Abgabe“-Challenge Mes­ser, Feu­er­stahl, Schlaf­sack.
Die­se Vor­ge­hens­wei­se ent­spricht der in Prep­per-Krei­sen viel­zi­tier­ten „3er-Regel“, die — mit Abwand­lun­gen — so wie­der­ge­ge­ben wer­den kann:

3 Minuten ohne Luft, 3 Stunden ohne Schutz vor Hitze oder Kälte, 3 Tage ohne Wasser, 3 Wochen ohne feste Nahrung - töten.

Somit ste­hen an erster Stel­le Wär­me — sei es Schlaf­sack oder Feu­er, dann sau­be­res Trink­was­ser (Was­ser­fil­ter!), dann Nah­rungs­be­schaf­fung.

Zwei wei­te­re Lern­ein­hei­ten konn­te man den Fol­gen 1–6 ent­neh­men: Angeln ist ein sehr wich­ti­ger Skill, den man erler­nen soll­te, da man leich­ter etwas angelt, als im klas­si­schen Sin­ne jagt.
Und Wild­nis­wis­sen ist extrem hilf­reich: Wel­che Bee­ren sind das? Wel­cher Pilz ist das? Wel­ches Tier hat hier Spu­ren und Kot hin­ter­las­sen? Wo fin­de ich Angel­kö­der?

Man muß aber auch ganz klar sagen: für das Über­le­ben in einer ech­ten, lan­des­wei­ten Not­si­tua­ti­on ist die Gegend, wo gedreht wur­de, zu karg. In so einer Situa­ti­on wür­de ich ver­su­chen, mich jeden Tag ein paar Kilo­me­ter nach Süden durch­zu­schla­gen, wo Land­schaft und Kli­ma weni­ger rauh sind. Das bedeu­tet natür­lich Ver­zicht auf ein festes Lager, aber mit Tarp ist man sehr mobil. Grund­sätz­lich hat man mit den sie­ben erlaub­ten Gegen­stän­den eine sehr gute Basis, aber — Nah­rung, das ist und bleibt der Kern­punkt, wobei man in besie­del­ten Gegen­den auf Gär­ten oder ver­las­se­ne Häu­ser zurück­grei­fen könn­te.

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