Die Katharer (Borst)

borst_kathNeue Lek­tü­re ist ein­ge­trof­fen, so daß ich die kom­men­den Aben­de gut aus­fül­len kann. Dies­mal ist es das deutsch­spra­chi­ge Stan­dard­werk über die Katha­rer von Arno Borst. Es stammt ursprüng­lich aus dem Jah­re 1953, liegt mir jetzt in einer 2012er Aus­ga­be des Karo­lin­ger-Ver­la­ges vor, die zwei Beson­der­hei­ten bie­tet: Ein Nach­wort von Alex­an­der Pat­schov­sky aus dem Jah­re 1991 sowie ein ganz aktu­el­les Nach­wort von Ger­hard Rot­ten­wöh­rer aus 2012. Der Stand der Wis­sen­schaft ist natür­lich z.T. über den von Borst vom Anfang der 50er Jah­re hin­weg­ge­gan­gen, so daß die Hin­wei­se aus die­sen Nach­wor­ten sehr wert­voll sein kön­nen.

In Écri­tures catha­res von René Nel­li, kon­kret dem Vor­wort von Anne Bre­non zur Auf­la­ge von 2011, kann man z.B. lesen, daß Nel­li u.a. die Borst­sche Auf­fas­sung von einem kras­sen Gegen­satz in der dua­li­sti­schen Vor­stel­lung von Gott­heit, die im übri­gen nicht nur für Borst kenn­zeich­nend war, son­dern auch für vie­le ande­re For­scher, die sich unter­ein­an­der zitier­ten, als zu sche­ma­tisch ent­lar­ven konn­te. Statt gemä­ßig­te Dua­li­sten (les mon­ar­chiens / miti­gé) ver­sus abso­lu­te (les dyar­chiens / abso­lus) zu beschrei­ben, hat sich Nel­li auf die Vor­stel­lung vom “Bösen” kon­zen­triert und die­se in eige­nen Wer­ken, z.B. La Phi­lo­so­phie du catha­ris­me (1975), behan­delt.
Der Theo­lo­ge Rot­ten­wöh­rer hat selbst 2007 ein Buch über die Katha­rer ver­öf­fent­licht, so daß ich glau­be, sei­ne und Pat­schov­skys Nach­wor­te wer­den das Buch von Borst sehr berei­chern. Ich begin­ne auf jeden Fall mit die­sen bei­den Tex­ten, bevor ich das eigent­li­che Werk lese.

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