Kubb!

Kubb ist ein Geschick­lich­keits­spiel für drau­ßen, das auch tak­ti­sche Ele­men­te auf­weist. Es simu­liert in ein­fa­cher Wei­se den Kampf zwei­er ver­fein­de­ter “Hee­re”. Mit den aktu­el­len Regeln wird es seit ca. 1990 v.a. in den skan­di­na­vi­schen Län­dern Schwe­den und Nor­we­gen gespielt, von wo es auch nach Deutsch­land kam. Hier­zu­lan­de wird es auch als Wikin­ger­ke­geln bezeich­net. Die Grund­idee ist, daß man mit Höl­zern die geg­ne­ri­schen Figu­ren umwirft, zuletzt den König, der im Zen­trum des Spiel­fel­des steht. Auf der schwe­di­schen Insel Got­land wird jähr­lich die ‘offi­zi­el­le’ Kubb-Welt­mei­ster­schaft aus­ge­tra­gen; auch in Deutsch­land gibt es neben gro­ßen Tur­nie­ren — Ber­lin (Ger­man Kubb Masters) / Rostock (Kubb Open) — auch vie­le klei­ne­re. (Lei­der gibt es die Kubb Masters Web­sei­te nicht mehr, das 2014er Tur­nier in Rostock wur­de ersatz­los gestri­chen — es scheint so, daß die Zeit eines kur­zen Auf­blü­hens der Kubb-Tur­nie­re in Deutsch­land evtl. schon wie­der vor­bei ist.) Die­se und wei­te­re Infos kann man sich z.B. aus der Wiki­pe­dia neh­men. Die ‘offi­zi­el­len’ Regeln fin­den sich hier (AirKubb.de — lei­der off­line), lie­gen aber auch jedem gekauf­ten Spiel bei. (Wei­te­re Links: Euro­pean Kubb Asso­cia­ti­on)

Hier fin­det man zwei kur­ze Video-Anlei­tun­gen von You­tube.

Beim Kauf soll­te man dar­auf ach­ten, ein Spiel aus Gum­mi­baum­holz zu bekom­men. Dies ist recht schwer und ziem­lich unver­wüst­lich. Kubb-Spie­le gibt es (z.B. in Kie­fer) ab ca. 15€. Für ein Spiel aus Gum­mi­baum zahlt man ca. 30€. Gro­ße Aus­wahl hat der Kubb-Shop (2022 nicht mehr online) zu bie­ten, z.B. (2010) das Bex­sport Tur­nier-Kubb mit dem König mit roter Kro­ne, das ist das ‘Ori­gi­nal’ von Bex­sport aus Hög­an­äs aus Schwe­den.
Auf der Packung steht: “The Swe­dish Kubb Fede­ra­ti­on — Appro­ved Qua­li­ty” sowie der Hin­weis, es han­de­le sich um Gum­mi­baum aus Plan­ta­gen­an­bau. Viel Aus­wahl bie­tet auch die Sei­te Kubb-Spiel.de. Den in einem Kom­men­tar zu lesen­den Hin­weis, die Wurf­höl­zer hät­ten erheb­li­che Gewichts­un­ter­schie­de, kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Bei unse­rem Spiel liegt die Dif­fe­renz bei ca. 40–50g (für einen “Pro­fi” mag das natür­lich viel sein).
Wer sel­ber wer­keln will, der fin­det hier z.B. einen Kubb-Bau­plan.

Zur Geschich­te des Spiels habe ich nicht viel her­aus­fin­den kön­nen. Auf der Packung unse­res aus Schwe­den stam­men­den Spiels stand ganz zuver­sicht­lich, dies sei ein Spiel, das die histo­ri­schen Wikin­ger bereits gespielt haben und daß es even­tu­ell auf den kul­tu­rel­len Aus­tausch zurück­zu­füh­ren sei. Im ‘anti­ken Grie­chen­land’ habe man ein ähn­li­ches Spiel gekannt. Auf Kubbaner.de fin­det man zumin­dest die Anga­be, es wer­de seit “Jahr­hun­der­ten” in Schwe­den gespielt. Dage­gen spricht, daß Förenin­gen Gut­nisk Idrott (gegrün­det 1912) Kubb nicht in der Liste tra­di­tio­nel­ler got­län­di­scher Spie­le auf­führt (Wiki­pe­dia). Eine sehr dra­ma­ti­sche, aber des­we­gen wohl nicht wah­re­re Geschich­te fin­det sich auf Kubb.co.uk, wo es heißt, die Wikin­ger hät­ten ursprüng­lich mit den Schä­deln und Ober­schen­kel­kno­chen ihrer Opfer gespielt … “har, har”.
Doch dann fin­det sich dort noch der Hin­weis, Kubb könn­te als Bei­pro­dukt des Holz­hackens ent­stan­den sein, in dem Sin­ne, daß man mit den kur­zen, abge­säg­ten Enden warf. Vie­le Theo­rien, die sich letzt­lich wohl auf der Ebe­ne von Mar­ke­ting­stra­te­gien ver­ei­ni­gen. Es scheint jedoch — ganz neu­tral betrach­tet — Fakt zu sein, daß es kei­ne doku­men­tier­te Geschich­te des Kubb vor ca. 1990 gibt.

Wie bei allen ‘volks­tüm­li­chen’ Spie­len gibt es etli­che Vari­an­ten. Wir spie­len z.B. fol­gen­de: Beim Ein­wer­fen der eige­nen, vor­her vom Geg­ner umge­wor­fe­nen Kubbs in des­sen Spiel­feld­hälf­te kann man ver­su­chen, dort schon lie­gen­de zu tref­fen. Das gilt als Bonus: die bei­den, die sich berührt haben, wer­den über­ein­an­der gestellt und kön­nen so mit einem Wurf­holz umge­schla­gen wer­den.

Kubb habe ich zum ersten Mal in Däne­mark gespielt, auf einem schö­nen Strand­ge­län­de am Ebelt­oft Vig.

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