Urlaubspläne 23: Athos und Backpacking auf Kreta

Die Coro­na-Maß­nah­men sind an Ostern aus­ge­lau­fen — man soll es kaum für mög­lich hal­ten… Von den bekann­ten Maß­nah­men — vom Weg­sper­ren der Men­schen bis zu qua­si-faschi­sto­idem Anpran­gern Unge­impf­ter — hat mich die Ein­schrän­kung der Rei­se­mög­lich­kei­ten am mei­sten getrof­fen. Wir haben ca. 300€ durch eine Absa­ge in Süd­frank­reich ver­lo­ren; der Cami­no mit mei­nem Sohn im Som­mer 2020 — es war der Beginn der Vía del Pla­ta geplant — konn­te wegen aus­ge­fal­le­nen Flü­gen nicht statt­fin­den. Ich stel­le das Rei­sen in die­sem Bei­trag her­aus, ohne den Rest “hint­an­zu­stel­len”. In mei­nem klei­nen “Mani­fest” hat­te ich vom Guten Leben gespro­chen. In den Win­ter­mo­na­ten habe ich mir in Ever­no­te ein Notiz­buch ein­ge­rich­tet, das genau die­se Bezeich­nung trägt: Gutes Leben.

Unter Gutem Leben ver­ste­he ich ein Wohl­erge­hen von Kör­per und Geist. Die The­men sind doch sehr unter­schied­lich, aber für mich Facet­ten des ange­streb­ten Ide­als. Neben Epi­kur  steht eine Kon­zep­ti­on für Work&Travel, neben Anar­chis­mus das Erler­nen der grie­chi­schen Spra­che, neben Mini­ma­lis­mus der für Mai geplan­te Hand­pan-Kurs — alles abge­run­det von mei­nen Play­lists “Nude on the Beach”, New Age, Noti­zen zu Ernäh­rung und Rei­se­plä­nen.

Rei­sen — ande­re Län­der sehen, aber bei mir inzwi­schen mit einem Fokus: Ich bin zum Mit­tel­meer­lieb­ha­ber gewor­den. Das Meer, sei­ne Land­schaf­ten, die Kul­tu­ren, die über Jahr­tau­sen­de Spu­ren hin­ter­las­sen haben — das alles fas­zi­niert mich unge­mein.
Hier im Blog sind eini­ge Bei­trä­ge über bis­he­ri­ge Besu­che am “Mare Nostrum” zu fin­den, z.B. über Kroa­ti­en. Ganz im Westen stand ein Urlaub an der Costa Blan­ca dem Besuch im Osten — Isra­el 2019 — gegen­über. Nach 2013 keh­ren wir 2021 nach Kroa­ti­en zurück, und im Herbst 2021 besuch­ten wir Ligu­ri­en.
Geplant war für den Win­ter 22/23 die Fer­tig­stel­lung der Sei­ten über unse­ren Kre­ta-Urlaub im Früh­som­mer 2022. Das läßt noch auf sich war­ten…

Kre­ta… Die­se Insel hat mich in den zwei Wochen, die ich dort ver­brin­gen durf­te, in den Bann gezo­gen. Dar­aus folgt das ande­re Urlaubs­pro­jekt für die­ses Jahr 2023.

Doch kurz zum ersten Pro­jekt: ich wer­de im Juni der “Mönchs­re­pu­blik” auf dem Berg Athos einen Besuch abstat­ten. Dies in Form einer orga­ni­sier­ten Rei­se, da es gut ist, wenn sich Pro­fis um die Zugangs­mo­da­li­tä­ten und Aus­stel­lung der Erlaub­nis­schei­ne küm­mern. Als nicht-ortho­do­xer Mensch (und Mann) darf man 4 Näch­te blei­ben. So glie­dert sich die Rei­se in Ankunft am Sams­tag, kur­zer Wan­de­rung am Sonn­tag, Anrei­se zum Athos per Schiff am Mon­tag, vier Näch­te in Klö­stern und Ske­ten, Frei­tag Rück­kehr und Sams­tag Abrei­se.

Wer mein Blog kennt und schon län­ger liest, der kennt ein paar Hin­ter­grün­de. Man suche bei­spiels­wei­se nach Arti­keln über Mystik oder Schwei­ge­ex­er­zi­ti­en. Seit mei­ner Rück­kehr zum Chri­sten­tum fas­zi­niert mich der monasti­sche Gedan­ke, fas­zi­nie­ren mich Lebens­wei­sen von Men­schen, die in die Ein­sam­keit gehen, um sich ganz auf Gott kon­zen­trie­ren zu kön­nen. Mich hat ins­be­son­de­re der Schrift­stel­ler Fred­dy Der­wahl zu vie­len For­men geist­li­chen Lebens mit­ge­nom­men, wenn er über Ere­mi­ten schreibt oder den letz­ten Mönch von Tibhi­ri­ne. So kommt man unwei­ger­lich auch zum Athos, dem Zen­trum ortho­do­xen Chri­sten­tums. Ich wer­de für das Blog einen Bericht dar­über ver­fas­sen; aktu­el­le Bil­der eher bei Insta­gram.

Zurück zu Kre­ta. Aus der Begei­ste­rung vom letz­ten Jahr ent­stand der Wunsch zurück­zu­keh­ren.
Hier grei­fe ich den Gedan­ken vom Guten Leben wie­der auf. Mir fällt es zuse­hends schwe­rer, in mei­nem Beruf wie gewohnt zu agie­ren. Das hat vie­le ver­schie­de­ne Grün­de, die ich hier nicht wei­ter aus­füh­ren möch­te. Daher sag­te ich mir zum Jah­res­be­ginn 2023: Um den All­tag stem­men zu kön­nen, möch­te ich von den 12 Mona­ten des Jah­res min­de­stens einen “im Süden” ver­brin­gen. Ein Zwölf­tel der Zeit an einem guten Ort (Mei­ster Eck­hart wür­de jetzt die Augen­brau­en hoch­zie­hen).

So reif­te der Gedan­ke, nur mit dem Ruck­sack nach Kre­ta zurück­zu­keh­ren — aus ter­min­li­chen und ande­ren Grün­den allein, ohne mei­ne Frau. Es wird auch kei­nen Miet­wa­gen geben, nur Fort­be­we­gung mit Bei­nen, Bus und ggf. als Anhal­ter: Back­pack­ing auf Kre­ta.

Geplant, gebucht, bezahlt sind nur Hin- und Rück­flug, bei­de Cha­niá. Über Kis­sa­mos soll es dann in den Süd­we­sten gehen, Grob­ziel Paleo­cho­ra. Dann der Süd­kü­ste ent­lang und schau­en, wie weit ich kom­me. Dabei soll es nicht um lan­ge Wan­der­strecken gehen, was bei den zu erwar­ten­den 30°C sowie­so extrem anstren­gend ist, son­dern um gemüt­li­ches Umher­zie­hen und See­le­bau­meln­las­sen.

Ich arbei­te an einer aktua­li­sier­ten Pack­li­ste (die für das frü­he­re Pil­gern fin­det sich hier) und trai­nie­re flei­ßig in einem Fit­neß­stu­dio, um wie­der bes­ser in Form zu kom­men.

Das soweit zu den Plä­nen. Ich wer­de nun schau­en, die Kre­ta-Bei­trä­ge für 2022 fer­tig­zu­stel­len (und ggf. dann Ligu­ri­en und Istri­en 21). Mög­li­cher­wei­se wer­de ich auch das oben ange­spro­che­ne The­ma “Gutes Leben” hier inten­si­ver vor­stel­len.

Nach­trag Okto­ber 2023: “Kre­ta” ist kom­plett aus­ge­fal­len.

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