Fasten 5 — Ab dem vierten Fastentag

Jetzt soll­te es “rund” lau­fen. Der Kör­per hat gelernt, daß er aktu­ell nur Was­ser und ein paar Vit­ami­ne bekommt, damit kommt er zur Ruhe. Der Geist beru­higt sich noch mehr, manch­mal habe ich dann das Gefühl, durchs Leben zu schwe­ben oder so in einem posi­tiv emp­fun­de­nen Tun­nel zu stecken, der Ablen­kun­gen aus­blen­det. Man gehe mal am vier­ten oder fünf­ten Fasten­tag in einen Super­markt und lau­fe ein­fach nur durch die Gän­ge. Nichts kau­fen, den Abstand genie­ßen, den Sieg über Begier­den. Vor dem Alko­hol­re­gal ste­hen­blei­ben, vor dem mit Chips und Salz­ge­bäck: Brau­che ich nicht — ich gehe wie­der! 😉

Bei mei­nem aller­er­sten Fasten schrieb ich über den vier­ten Fasten­tag:

Alles war anders an diesem Morgen! Ich fühlte mich so wohl, unglaublich... Es gab in meinem Leben immer wieder Zeiten, in denen ich eine völlige Trennung zwischen Körper und Geist empfand, wenn ich mich wieder ganz als "Kopfmensch" fühlte. An diesem Tag (und von diesem Tag an) spürte ich eine Einheit, eine Balance zwischen Körper und Geist, wonach ich so lange gesucht hatte. 

Auch die Autorin R. Brug­ger schreibt in “Fasten­wan­dern” (Lüb­be, 1999): “Die ersten drei Tage sind bis­wei­len recht schwie­rig. Dann fühlt man sich leich­ter — es ist wie ein Ein­tau­chen nach innen. Man ist hoch­sen­si­bi­li­siert, spürt Din­ge, die man sonst nicht wahr­nimmt. (…) Und mit die­ser ‘Dünn­häu­tig­keit’ tritt auch das Reli­giö­se an die Ober­flä­che.”

Wei­ter­hin ist zu emp­feh­len, eine mit­täg­li­che Ruhe­pha­se ein­zu­pla­nen. Das tut dem Kör­per gut. Auch die Bewe­gung soll­te man auf­recht­erhal­ten, damit die Mus­keln trai­niert wer­den und der Kör­per sie nicht im Zuge des Hun­gerns angreift.

Exkurs Abneh­men / Gewichts­re­duk­ti­on:
Wer meint, das Fasten sei geeig­net, mal ganz schnell vie­le Kilos abzu­neh­men, der erhält meist den Hin­weis, daß dem so nicht ist. Der Jo-Jo-Effekt tritt häu­fig ein — ich habe das selbst oft genug erlebt. Ich glau­be, man muß statt auf die Men­ge des Essens auf die Funk­ti­on schau­en, die es für mei­ne Per­son inne­hat. War­um esse ich soviel, daß ich zuneh­me? Mir ist es bei­spiels­wei­se schon ein­mal so ergan­gen, daß ich in 7 Fasten­ta­gen 7kg abge­nom­men habe und die­se ‑7kg über ein hal­bes Jahr — bei viel Sport — hal­ten konn­te. Danach waren sie wie­der weg. War­um? Weil ich die Dis­zi­plin ver­lo­ren habe. Grund­sätz­lich bringt das Fasten im Sin­ne per­ma­nen­ter Gewichts­re­duk­ti­on nur etwas, wenn man mit den Auf­bau­ta­gen beginnt, die Ernäh­rung umzu­stel­len, und dies auch durch­hält. Man schaue z.B. mal in das Buch “Rich­tig essen nach dem Fasten” von Lütz­ner und Mil­li­on (Grä­fe und Unzer, 1998).

Wie lan­ge fastet man nun? Beim schon erwähn­ten Lütz­ner sind es fünf Fasten­tag, die zusam­men mit einem Ent­la­stungs- und einem Auf­bau­tag eine Woche erge­ben. Ich selbst ken­ne nur eine Dau­er von sie­ben Tagen bei mei­nem Was­ser­fa­sten. Wer län­ger fasten will, soll­te sich mit einem Fasten­arzt bespre­chen, was beson­ders für das Was­ser­fa­sten gilt. Da müs­sen Vit­ami­ne zuge­führt wer­den.

Ich habe die­sen vier­ten Fasten­tag mit 96,2kg begon­nen, also knapp 6kg weni­ger als am Vor­be­rei­tungs­tag.

Heu­te habe ich ent­schie­den, in die­ser Woche bei sechs Fasten­ta­gen zu blei­ben. Das hat auch mit einer Grill­par­ty am Wochen­en­de zu tun, an der ich ger­ne teil­neh­men möch­te. Der Tag wäre somit mein zwei­ter Auf­bau­tag, so daß ich gegrill­tes Gemü­se essen könn­te. Es wäre auch mög­lich, auf acht Tage zu gehen und den Sonn­tag als Auf­bau­tag zu neh­men. Aber ich muß geste­hen, daß ich psy­chisch nicht so ent­spannt durch die­ses Fasten gehe wie sonst. Mich bela­stet die Coro­na-Situa­ti­on, die völ­lig igno­ran­te Regie­rung, der Impf­zwang und die neue Apart­heids­po­li­tik, die heu­te wohl beschlos­sen wird. Es sind zuvie­le Gedan­ken da, die mich beun­ru­hi­gen. Gestern muß­te ich wie­der einen Kom­pro­miß ein­ge­hen und einen Coro­na-Test pla­nen, da ich einen Kli­en­ten ins Kran­ken­haus beglei­ten möch­te. Sofern die Regie­rung die Maß­nah­men gegen Unge­impf­te mas­siv anzieht, wer­de ich mir auch zwei­mal über­le­gen, wann ich Tests für sol­che Anläs­se machen las­se.

Der vier­te Fasten­tag war wider Erwar­ten kein guter Tag. Drei Stun­den inten­siv im Büro gear­bei­tet, danach woll­te ich jog­gen gehen, war aber so müde, daß ich mich hin­ge­legt habe und zwei Stun­den fest geschla­fen habe. Den gan­zen Tag über rumor­te es im Darm, wie­der spon­ta­ner, wäss­ri­ger Stuhl­gang. So ein Pro­blem hat­te ich beim Fasten vor­her noch nicht.

Den fünf­ten Fasten­tag begann ich mit 95,5kg und kla­rem Kopf und gutem Kör­per­ge­fühl. Aha, also viel­leicht durch den Streß nur einen Tag ver­zö­gert. Geht doch… 😉
Aber ein Lauf­trai­ning am Nach­mit­tag lief schlecht. Ich war schnell aus­ge­powert und muß­te von den nur 5km gut 1km gehen, weil mir schwind­lig wur­de. Heu­te, wie auch an den Vor­ta­gen, hat­te ich den Ein­druck, daß mein grund­sätz­lich bestehen­der Tin­ni­tus stär­ker wur­de oder domi­nan­ter wahr­ge­nom­men wur­de.

Die Nacht zum sech­sten und letz­ten Fasten­tag war schwie­rig. Ich hat­te Hals­schmer­zen, ein­sei­tig, kei­ne Ahnung woher. Aus­halt­bar, aber stö­rend beim Ein­schla­fen. Das Herz poch­te unru­hig selbst im Bett. Also bin ich gegen 3 Uhr auf­ge­stan­den und habe gear­bei­tet.

Der sech­ste Fasten­tag begann mit 94,6kg. Ich habe mit­tags kei­ne gro­ße Pau­se gemacht; am Nach­mit­tag begann das star­ke Herz­klop­fen aus der Nacht wie­der. Daher der Ent­schluß, am Abend mit einem klei­nen Apfel das Fasten schon zu bre­chen. Danach war es gut und ich hat­te eine gute Nacht zum ersten Auf­bau­tag.

Wei­ter zu Fasten 6…

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